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Alltag (Traumjob Autorin 3)

Ein Manuskriptstapel mit Bleistift und Radiergummi
Früher (hier ein Foto aus 2018) wurden die "Fahnen" auf Papier korrigiert. Heute male ich digital in ein .pdf

Vielleicht hast du es in einem anderen Bereich schon erlebt: Du wünschst dir sehnlichst etwas, und wenn du es erreichst/ bekommst, bist du enttäuscht. Anfangs schwebst du noch auf Wolken, aber irgendwann ist er da:

Der triste Alltag.

Seit Ende 2018 bin ich Berufsautorin. Das heißt, dass Schreiben kein Eskapsimus ist, den ich tun oder lassen kann, wie ich gerade Lust habe. Schreiben ist auch mein “Brotjob”. Ich plane meine Arbeitszeiten, wie viele andere Selbstständige. Ja, dazu gehört Disziplin. Mit dem berühmten Prokrastinieren geht das mit dem Schreiben auf Dauer nicht gut.

Routine? Ja, bitte!

Ausnahmslos alle Schreibprofis haben Routinen, die wiederum sehr individuell sein können. Die wenigsten schreiben bei einer Flatrate Latte Macchiato im Café, sondern am Schreibtisch. Mit kreativen Chaos kommen auch viele nicht klar, wenn es bedeutet, Zeit mit Suchen nach Wichtigem zu verplempern.

Ich plane über Tage, Wochen und Monate mein Pensum.

Es gibt weder die richtige Zeit zu schreiben, noch die perfekte Routine. Wichtig ist, dass die Methode zu dir passt. Ich kann dir schlecht raten, die “Pomodoro-Technik” auszuprobieren, wenn du nur eine halbe Stunde nach Feierabend Zeit zum Schreiben hast.

Mein Tag ist strukturiert. Ich stehe wochentags um 7 Uhr auf; nach Frühstück, Hunderunde & Haushaltsgedöns geht es ca. 9 Uhr an den Schreibtisch. Bevor ich anfange zu schreiben, lese ich die letzten fünf bis zehn Seiten, die ich Tags zuvor geschrieben habe und starte dann, wenn ich im Text gut angekommen bin. Mit Mittagspause ist zwischen 16-18 Uhr Schluss. Mehr als sechs bis acht Stunden konzentrierte Textarbeit ist für mich nicht drin. Lieber weniger und mit sinnvollen Pausen. Das Wochenende gehört mir oder meinen Ehrenämtern.

Kein Exkurs: Vom prokrastinieren

Mit manchen Dingen wird gerade in den Sozialen Medien viel kokettiert. Prokrastinieren, also das sich-mit-anderen-Dingen-als-den-Wesentlichen-zu-beschäftigen, gehört aus meiner Sicht zu einem kreativen Prozess dazu. Da willst du bei Wikipedia schnell was nachsehen, folgst einem Link und dann noch einem, liest dich fest und schon sind zwei Stunden vergeudet …

… ist das wirklich verschenkte Zeit? Kommt darauf an. Wenn du kannst, nimm dir diese Stunden. Mach dir anschließend Notizen über das, was du gelesen hast, obwohl du gar nicht wolltest. Denn manchmal findest du so Lösungen für aktuelle Projekte oder Inspirationen für zukünftige, mit denen du niemals gerechnet hattest. Manchmal kann dieses scheinbar ziellose Herumsurfen auch der entscheidende Blick über den Tellerrand sein (und nein, stundenlang Katzenvideos zu schauen, ist damit nicht gemeint.)

Deadlines

“I love deadlines. I love the whooshing noise they make as they go by.” - Douglas Adams

Was ich dagegen nicht empfehle: Eine Deadline wirklich nicht einzuhalten. Das machte nur Stress und schlechte Stimmung, auf beiden Seiten. Klar, das Leben passiert. Manchmal kommen Dinge zusammen oder dazwischen oder beides. Auch im Verlag arbeiten Menschen und haben dafür Verständnis. Aber wer das nicht-Einhalten von Deadlines zum Markenzeichen macht, macht sich auf Dauer nicht beliebt, genau wie die Menschen, die immer zu spät kommen …

Es sei denn, natürlich, du wirst so berühmt wie Douglas Adams. Aber bis dahin: Halt deine Deadlines ein.

Die berühmte Playlist

Musik beim Schreiben? Manchmal begleiten mich bestimmte Songs, aber wenn ich tippe, ist es in der Regel still. Im Sommer, wenn es draußen lauter ist, habe ich sogar Noice-Cancelling-Kopfhörer auf. Wenn du Umgebungslärm gewohnt bist und schon bei den Hausaufgaben immer Musik anhattest, ohne dass es deine Konzentration gestört hat, kannst du das natürlich auch beim Schreiben so machen. Schlechter wird der Text sicher nicht.

Beruf und Berufung

Es klingt alles so öde? So ist es nicht. Wie jeder „Job“ hat das Schreiben Licht und Schatten. Ich bin glücklich, wenn mir eine Szene gelingt. Ich muss mich zur dritten Runde Lektorat überwinden, wenn ich den Text eigentlich schon auswendig kenne. Wichtig ist, dass diese Arbeit ist viel weniger glitzernd ist, als es von außen wirkt. 🙂

Argomento Schreibtipp (Autorich)

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