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Wow - ich habe schlaue Sachen geschrieben…

Was tun angesichts
des Versagens von
Politik und Behörden
in Sachen Sicherheit
für ungeschützte Verkehrsteilnehmer*innen?
Jetzt fordert eine
Online-Petition
„Hamburg stoppt
das Töten – sichere
Straßen jetzt!“. (Si apre in una nuova finestra)

… finde ich.

Liebe Flauschis!

Lange konnte ich Beiträge von mir im Fernsehen oder Radio nicht anschauen, weil ich es nicht nur cringe fand, sondern auch immer dachte: Das hätte ich besser machen müssen. Impostor Syndrome ist manchen von euch vielleicht ein Begriff.

“psychologisches Phänomen, bei dem Betroffene an massiven Selbstzweifeln hinsichtlich eigener Fähigkeiten, Leistungen und Erfolge leiden und glauben, dass sie anderen vorgemacht haben, sie seien kompetenter, als sie es tatsächlich sind, obwohl es eindeutige Beweise für ihre Kompetenz gibt.”

Bei mir ging das so weit, dass ich mitten im Berufsleben stehend und erfolgreich nochmal Marketing studiert habe, weil Kollegen mir sagten, ich könne das nicht, ich hätte es ja nicht studiert. Im Nachhinein für mich unfassbar, wie sehr ich mal im Außen war und von diesem meinen Wert bestimmen ließ. Dieses Verhältnis ist auch heute nicht immer in Balance aber ich werde besser. Auch weil ich muss, denn die täglichen Angriffe gegen meine Person haben natürlich dazu führen müssen, dass ich stabiler mit mir verbunden bin. Sonst hätte ich schon längst aufhören müssen.

Nun also lese ich das lange Interview, das ich dem ADFC in Hamburg gegeben habe - und bin positiv überrascht, wie viele von meinen Gedanken, die ich manchmal auch nur mit mir selbst diskutiere, dort versammelt sind.

Woran würdest du in ein paar Jahren erkennen, dass die Initiative Erfolg hatte? Daran, dass kein Kind mehr stirbt, weil eine Kreuzung falsch gebaut ist. Daran, dass ich einer Achtjährigen beim Radfahren zusehe und nicht den Atem anhalte. Daran, dass Hamburg aufgehört hat, Parkplätze gegen Menschenleben abzuwägen – und das nicht mehr als harte Entscheidung gilt, sondern als Selbstverständlichkeit. Und daran, dass wir irgendwann aufhören müssen, Petitionen zu starten – weil die Politik es von selbst tut.

Im Blog (Si apre in una nuova finestra) ist der Text für Abonnent*innen hinterlegt, ihr findet das Interview aber auch direkt ab Seite 7. (Si apre in una nuova finestra)

Ich habe es wieder getan. Weil ich es einfach nicht ertrage, dass, wie bei uns in Hamburg bei schon wieder drei toten Radfahrern Politiker auf die Idee kommen, über Helme zu sprechen. Und weil ich das nicht aushalte, habe ich daraus #KatjasKolumne (Si apre in una nuova finestra) gemacht und HALLEJUJA mal wieder etwas ausgelöst. Da gibt es kaum Grautöne.

Die einen, das sind die “Pick Me Girls Radfahrende”, die betonen, dass sie super vernünftig sind und deswegen mit Helm fahren und überhaupt nicht verstehen, wie man das nicht machen kann.

Die anderen, das sind die, die systemisch hinschauen und wissen, dass Helme maximal bei Alleineunfällen eine Rolle spielen können, weil sie eben auch keine Motorradhelme sind. Die wissen, dass es auch im Auto massive Kopfverletzungen gibt. Die wissen aber vor allem, dass der sicherste Helm ein baulich getrennter Radweg ist. Und die es vielleicht auch wie ich pietätlos finden, angesichts der Tatsache, dass alle drei Toten von Lkw getötet wurden, auf den Gedanken zu kommen, dass Helme etwas an der Situation geändert hätten.

Auch heute werden wieder acht Menschen auf deutschen Straßen sterben. Es interessiert aber leider weder Politik noch Gesellschaft, da die Freiheit des Autofahrenden höher gewichtet wird als die der Menschen, die sicher ohne Auto mobil sein wollen.

2025 starben 462 Radfahrer*innen im Straßenverkehr. Jede sechste im Verkehr getötete Person saß auf dem Rad. Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl um über 20 % gestiegen.

2/3 Drittel aller Fahrradunfälle mit Personenschaden passieren nicht allein. In 70 % dieser Fälle ist der Unfallgegner ein Auto.

Trotzdem wird gerade wieder über eine Helmpflicht diskutiert.

Ja, ich trage Helm. Aber ich weiß, was er kann und was nicht: Er schützt meinen Kopf beim Aufprall. Er verhindert den Aufprall jedoch nicht. Der Helm ist das Pflaster. Baulich getrennte Radwege wären die seit Jahren überfällige Operation.

Solange wir Radfahrende strukturell ins Risiko zwingen und dann über Kopfschutz diskutieren, ist das Verantwortungsverschiebung.

Die nächste Folge für eure She Drives Mobility Academy ist im Kasten. Kennt ihr Tom Flood? “a former car advertiser now creating awareness for kids on bikes.” (Si apre in una nuova finestra)

Ein unfassbar sympathischer Typ, der seine Skills jetzt auch für das Gute einsetzt. Ein kleiner Einblick, wie er zum Aktivisten wurde.

https://tube.tchncs.de/w/8qtX1hkfXeuMeR6M2QMadM (Si apre in una nuova finestra)

An dieser Stelle möchte ich euch einfach mal danke sagen für euren Support. Durch euch kann ich meine Arbeit in einem geschützteren Umfeld machen, weil ich meine Mails nicht mehr selbst lese (also zumindest nicht “ungefiltert”), weil ich Anzeigen erstatten kann, die zwar nichts bringen (gerade liegen wieder zwei graue Briefe von Staatsanwaltschaften auf meiner Kommode, die mitteilen, dass Verfahren eingestellt wurden, obwohl der Tatbestand Beleidigung bestätigt wurde, sie aber nicht die Mittel haben, die Täter*innen festzustellen), meiner Meinung aber wichtig sind für die Dokumentation von Hass und Hetze, und weil ich mit euch eine Community habe, die meine Arbeit nicht nur durch Worte, sondern auch durch einen monatlichen Betrag wertschätzt. Das bedeutet mir immens viel.

So war es auch heute wieder nach langer Abwesenheit “spannend”, was alles so in meinem Briefkasten lag…

https://loops.video/v/g7EvHjqXCR (Si apre in una nuova finestra)

Leider hat ausgerechnet die Aufzeichnung der einstündigen Session, die mein Freund Raùl Krauthausen auf der re:publica gegeben haben, nicht funktioniert. Aber wir haben einen schönen Ersatz: Am 12. August werden Raùl und ich unsere Communities bei steady “zusammenführen” und ab 19 Uhr zwei Stunden über Hass im Netz, Aktivismus und Barrieren in der Mobilität sprechen. Am Ende ist dann auch noch Raum für eure Fragen. Der Link geht euch noch per Newsletter zu. Aber den Termin könntet ihr euch schonmal blocken <3

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