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Frankreich auf Steuerkurs: Warum Frankreich als Auswanderungsziel für Leistungsträger zunehmend unattraktiv wird

Frankreich galt lange Zeit als charmante Option für Auswanderer aus dem deutschen Sprachraum: Leben wie Gott in Frankreich, mediterraner Lifestyle, kultureller Reichtum, und ja – für viele auch das Versprechen steuerlicher Vorteile im Vergleich zur deutschen Bürokratie. Doch die Realität 2025 sieht anders aus: Frankreich rückt in rasantem Tempo von seiner liberaleren Linie ab – und High-Performer, Unternehmer und Vermögende sollten jetzt genau hinsehen. Denn was sich derzeit unter der Regierung von Sébastien Lecornu abspielt, ist ein klarer Paradigmenwechsel: Weg von einem wirtschaftsfreundlichen Umfeld – hin zu einem steuerpolitischen Klassenkampf.

Was genau plant Frankreich?

Frankreichs neuer Premierminister Sébastien Lecornu hat Anfang Oktober 2025 weitreichende Steuermaßnahmen angekündigt, um den Staatshaushalt für 2026 zu stabilisieren und gleichzeitig die sozialistische Opposition ins Boot zu holen. Die zentralen Punkte:

  • Wiedereinführung einer einmaligen Sondersteuer auf hohe Einkommen

  • Geplante Vermögenssteuer auf die obersten 0,01 % der Bevölkerung

  • Mindestbesteuerung von 20 % auf Spitzeneinkommen – auch bei legaler Steueroptimierung

  • Angriff auf Holdingstrukturen und Stiftungen, um vermögensverwaltende Konstrukte zu besteuern

Ziel der Maßnahmen ist es, zusätzliche 4 bis 4,5 Milliarden Euro für den Staatshaushalt zu generieren. Man wolle „mehr Gerechtigkeit“ schaffen – doch die Maßnahmen treffen in erster Linie genau jene, die sich durch Leistung, Unternehmertum oder Kapitalaufbau ein Vermögen erarbeitet haben.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind insbesondere:

  • Einzelpersonen mit einem Jahreseinkommen über 250.000 €

  • Ehepaare ab einem Einkommen von 500.000 €

  • Inhaber von Holdinggesellschaften oder Familienstiftungen

  • Vermögende Franzosen mit Wohnsitz in Frankreich – aber auch steuerlich ansässige Auswanderer

Auch wenn du heute noch in Deutschland lebst, solltest du wissen: Sobald du dich steuerlich in Frankreich niederlässt, unterliegst du vollumfänglich dem französischen Steuerrecht – und dieses wird gerade auf Hochvermögende zugespitzt. Selbst temporäre Wohnsitze, wie sie viele digitale Nomaden oder Unternehmer nutzen, können zur Steuerfalle werden.

Frankreichs Steuerpolitik: Ein Blick in die Vergangenheit – und Zukunft

Die jetzige Entwicklung ist kein Einzelfall. Frankreich hat eine lange Geschichte instabiler Steuerpolitik:

  • 2012: Der damalige Präsident François Hollande führte eine Einkommensteuer von 75 % auf Einkommen über 1 Mio. € ein – sie wurde nach einem Jahr wegen massiver Kapitalflucht wieder abgeschafft.

  • 2017: Emmanuel Macron reformierte die Vermögenssteuer und machte Frankreich für Investoren wieder attraktiv.

  • 2023-2024: Rückkehr zu höheren Belastungen durch neue Sondersteuern – u.a. auf „Krisengewinne“ von Unternehmen.

  • 2025: Lecornu kündigt erneut eine Re-Vermögenssteuer an und unterbindet aktiv Holding- und Stiftungsstrukturen.

Lektion für Auswanderer: Frankreich ist steuerpolitisch unzuverlässig

Was wir in Frankreich sehen, ist eine zyklische Welle: Sobald der Staat Geld braucht (und das ist oft), geraten Hochverdiener und Vermögende ins Visier. Die Steuerlandschaft ist nicht nur teuer – sondern auch unberechenbar.

Frankreichs Staatsverschuldung liegt 2025 bei über 3.200 Milliarden Euro – fast 112 % des BIP. Allein die Zinskosten belaufen sich nach der Bonitätsabwertung im September 2025 auf über 35 Milliarden Euro jährlich – und steigen weiter. Um das zu kompensieren, geht die Regierung auf Beutezug. Und wer bietet sich da besser an als die „reichen Leistungsträger“?

Welche Folgen hat das für dich als potenziellen Auswanderer?

Wenn du mit dem Gedanken spielst, Deutschland zu verlassen, um dein Vermögen zu schützen und steuerlich effizienter zu leben, dann ist Frankreich im Jahr 2025 nicht dein Zielstaat. Die politische Lage ist zu instabil, der Kurs gegen Vermögende zu aggressiv.

Hier einige Gründe, warum du Frankreich derzeit meiden solltest:

1. Vermögens- und Sondersteuern

Frankreich ist einer der wenigen EU-Staaten, der ernsthaft über eine flächendeckende Reaktivierung der Vermögenssteuer nachdenkt – trotz der Kapitalflucht der letzten Jahrzehnte.

2. Einkommensteuer hoch – undurchsichtig

Das progressive Steuersystem in Frankreich reicht bis 45 % Einkommensteuer, zzgl. Sozialabgaben und Sondersteuern. Durch die neuen Mindeststeuern werden auch legale Optimierungen massiv eingeschränkt.

3. Holding-Feindlichkeit

Strukturen, die international üblich sind – z.B. zur Verwaltung von Unternehmensbeteiligungen – werden ins Visier genommen. Laut Finanzministerium sollen 30.000 solcher Konstruktionen zerschlagen werden.

4. Politische Instabilität

Frankreich hatte seit 2023 bereits fünf Regierungschefs. Eine stabile Investitionsplanung oder langfristige Wohnsitzentscheidung ist damit de facto unmöglich.

Alternative Länder – wohin stattdessen?

Wenn Frankreich für dich wegfällt, bleiben zahlreiche Alternativen in Europa und darüber hinaus:

  • Portugal: Trotz Abschaffung des NHR-Programms noch immer attraktiv für Unternehmer und digitale Nomaden – insbesondere Madeira.

  • Zypern: Kapitalgesellschaften mit nur 12,5 % Körperschaftsteuer, keine Vermögenssteuer.

  • Monaco: Für Einkommensmillionäre mit französischer Staatsbürgerschaft nicht steuerfrei – für alle anderen: steuerliches Paradies.

  • Schweiz: Stabil, transparent, kantonale Unterschiede nutzen – hohe Lebensqualität, aber teuer im Unterhalt.

  • Vereinigte Arabische Emirate (z. B. Dubai): 0 % Einkommensteuer, moderne Infrastruktur, gute Unternehmensoptionen.

  • Singapur: Leistungsorientiert, niedrige Steuern, rechtssicher und wirtschaftsfreundlich.

Fazit: Frankreich ist (wieder) auf dem Weg in den steuerpolitischen Abgrund

Wer nach Frankreich auswandert, um dem deutschen Steuersystem zu entkommen, springt vom Regen in die Traufe. Die geplanten Steuermaßnahmen von Premier Lecornu sind nicht nur ein Signal, sondern ein Warnschuss: Frankreich will an dein Vermögen. Es reicht nicht, dass du dein Vermögen legal aufgebaut hast – allein der Besitz ist in Frankreich bereits verdächtig. Der neue Kurs setzt auf Umverteilung, Kontrolle und Abschöpfung – und damit gegen alles, wofür Unternehmer- und Leistungskultur stehen.

Frankreich wird in den kommenden Jahren kein Land für High-Performer sein – sondern ein Land für Steuerzahler mit langem Atem. Wer es ernst meint mit Vermögensschutz, Steuerersparnis und einer leistungsorientierten Lebensweise, sollte sich andere Optionen ansehen.

Handlungsempfehlung

  • Prüfe deine favorisierten Auswanderungsländer immer unter dem Aspekt des politischen Steuerklimas.

  • Lass dich nicht von Sprache, Kultur oder geografischer Nähe blenden – Frankreich ist steuerlich toxisch für Vermögende.

  • Starte frühzeitig deine Exit-Strategie, bevor du steuerlich in der Falle sitzt.

  • Hole dir professionelle Begleitung: Steuerberater, internationale Anwälte und Residency-Planner mit Fokus auf HNWI (High Net Worth Individuals).

Bleib strategisch & bleib steuerfrei,

Dein Roland

Argomento Ländervergleiche

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