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Gladbach in Rot?

Es ist Montag, der 23. März 2026, und du liest die STOFFKUNDE, meinen wöchentlichen Trikot-Newsletter. Am Samstag durfte ich in der Sportschau ein wenig über die rote Trikothistorie von Borussia Mönchengladbach erzählen.

Und da in so einen kurzen Trailer nicht alles reingepasst hat, was ich dem freien Produzenten des Beitrags erzählt habe, hier eine kleine Zusammenfassung für alle, die mehr über die rote Phase der Borussia von 1964 bis 1985 erfahren möchten.

Wie in dem Beitrag angesprochen, wurde Hennes Weisweiler im April 1964 Trainer der Borussia, übrigens gegen den Rat seiner Frau Lilo, die von den schwarzen Trikots und dem in ihren Augen traurigen Anblick Borussias nicht besonders angetan war.
Doch Hennes Weisweiler hörte nicht auf sie, sondern änderte stattdessen die Trikotfarben von Schwarz zu Weiß. Und als bekennender Kölner brachte er mit großer Sicherheit auch die alternative Trikotfarbe Rot mit ins Spiel. Die eigentliche dritte Vereins- und Komplementärfarbe, Grün, taucht erst Ende der 60er-Jahre auf den Trikots mit auf. Meist wird die Raute damit eingerahmt.

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Bundesliga-Auswärtstrikot der Saison 1971/72 in Rot. Hier mit der grün eingerahmten Raute. Foto: Karin Görges/Das Gladbach-Trikot von 1900 bis heute.

Borussia war in Rot in den ersten Jahren unter Weisweiler sehr erfolgreich. So gelang der Mannschaft der Bundesliga-Aufstieg in Rot.

Retro-Nachbau des Trikots mit dem Borussia im entscheidenden Spiel der Aufstiegsrunde am 26. Juni 1965 auf dem heimischen Bökelberg mit einem 1:1 gegen Wormatia Worms den Aufstieg in die Bundesliga klarmacht. Foto: Karin Görges/Das Gladbach-Trikot von 1900 bis heute.

Und in der Saison 1969/70, als Borussia zum ersten Mal deutscher Meister wird, spielt die Mannschaft sehr oft in Rot. Aber nicht, wie man vermuten würde, auswärts, sondern ausschließlich daheim.

Nachbau des Trikots, mit dem Borussia gegen Werder Bremen spielt, als der Pfosten bricht. Foto: Christian Verheyen/Das Gladbach-Trikot von 1900 bis heute.

Auch beim berühmten Pfostenbruch-Spiel am 3. April 1971 trägt Borussia Rot. Und verteidigt trotz des Punktabzugs aus diesem Spiel am Ende der Saison als erste Bundesliga-Mannschaft den im Vorjahr geholten Titel.

Derbys gegen den 1. FC Köln bestritt der Verein einige in Rot, weil der FC zuhause gerne in Weiß spielte. Aber auch zuhause spielte Borussia weiter oft in dieser Gladbach-untpyischen Farbe. Wie zum Beispiel am vorletzten Spieltag der Saison 1972/73 und damit zwei Wochen vor dem legendären DFB-Pokalfinale im Düsseldorfer Rheinstadion gegen eben jenen FC.

Die Generalprobe ging mit 1:3 verloren, aber den Münzwurf vor diesem Bundesliga-Spiel, wer im Finale in Weiß spielen durfte, gewann Gladbachs Manager Helmut Grashoff gegen FC-Manager Karl-Heinz Thielen. Als Gladbach-Fan mag man sich jedoch gar nicht vorstellen, wenn Günter Netzer sein ikonisches Siegtor in einem roten statt einem weißen Trikot erzielt hätte.

Rotes Auswärtstrikot der Saison 1972/73. Es ist nicht bekannt, in welcher Partie dieses Spielertrikot zum Einsatz gekommen ist. Auch bei der verpatzten Generalprobe für das DFB-Pokalfinale im Juni 1973 spielt Borussia in diesem Trikotmodell aus dem Katalog, das Erima auch in Weiß und Blau produzierte und in dem neben Borussia zum Beispiel auch Arminia Bielefeld gespielt hat. Foto: Karin Görges/Das Gladbach-Trikot von 1900 bis heute.

Die rote Phase endet im Februar 1985. Nach der 1:4-Niederlage beim FC Schalke 04 verschwinden die roten Trikots. Im zart beginnenden Fanartikel-Zeitalter besinnt sich Borussia auf seine Vereinsfarben Schwarz, Weiß und Grün. So gibt es in der Folgesaison 1985/86 erstmals offiziell ein grünes Trikot, mit dem bis Ende der Folgesaison 86/87 gespielt wird. In den Spielzeiten danach kommen dann als Ausweichfarben hin und wieder auch blaue und gelbe Trikots zum Einsatz.

Dieses Trikot war das vorerst Letzte seiner Art. Es kam in der Saison 1984/85 dreimal zum Einsatz. In Bielefeld (3:3), beim besagten 5:1-Derbysieg in Köln im November 1984 und bei der 1:4-Niederlage auf Schalke im Februar 1985. Danach verschwanden sie auf Nimmerwiedersehen in der Kiste des damaligen Zeugwarts Heinz Wallrath. Foto: Karin Görges/Das Gladbach-Trikot von 1900 bis heute.

Eine rote Renaissance hätte es beinahe zur Saison 2004/05 gegeben. Trainer Dick Advocaat wollte rote Trikots und der Verein hatte sogar schon eine Order bei Ausrüster Lotto dafür abgegeben. Nach der Entlassung des Niederländers noch vor Ende der Saison 2003/04 wurde der Farbwechsel aber wieder abgeblasen und die georderte Ware eingestampft.

Mehr Hintergründe zur roten (und blauen) Farbenlehre bei Borussia und alle ausführlichen Trikotgeschichten, zu den oben abgebildeten Trikots findet ihr im Buch „Das Gladbach-Trikot von 1900 bis heute“. (Si apre in una nuova finestra) Zudem hatte ich zur Ersterscheinung des Buches der Rheinischen Post ein Interview zum Thema „Borussia in Rot (Si apre in una nuova finestra) gegeben.

Von der im Frühjahr 2022 nachgedruckten zweiten Auflage des Buches sind nur noch ca. 300 Exemplare auf Lager. Wer also noch eines dieser ersten Originale ergattern möchte, sollte sich beeilen. Ende September erscheint die erweiterte Neuauflage mit 48 Seiten mehr und einem komplett neuen Titel. Die Entscheidung, welche Ausgabe ihr erwerbt, überlasse ich selbstverständlich euch. Aber als Sammler will man ja eigentlich immer alle Versionen haben, oder?

Der ehemalige Reusch-, Fila- und Kappa-Vertriebsleiter Hansi Steinle hat mich letzte Woche besucht und wir haben zusammen eine weitere Podcast-Folge für den im April startenden STOFFKUNDE-Podcast aufgenommen.

Letzte Woche hat mich Hansi Steinle zu Hause besucht, um gemeinsam eine weitere Podcastfolge für den Anfang April startenden STOFFKUNDE-Podcast aufzunehmen. Hansi war viele Jahre Vertriebsleiter bei Reusch, Fila und Kappa. Wir haben über die Anfänge dieser Sportartikelhersteller als Teamsportausrüster gesprochen und vieles mehr. Die Folge mit Hansi wird voraussichtlich Mitte Mai zu hören sein.

Hansi war Anfang der Achtzigerjahre ein Jahr Profi bei den Stuttgarter Kickers in der 2. Bundesliga. Als Ersatztorwart kam er jedoch zu keinem Einsatz und konzentrierte sich danach auf sein berufliches Weiterkommen als Kaufmann. Hansi ist aber bis heute hin und wieder als Torwart bei der Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt im Einsatz. Wie es zu dieser Verbindung kam, erzählt er ebenfalls im Podcast.

Möchtet ihr ebenfalls mal ausführlicher mit mir sprechen, dann besucht mich nächste Woche Sonntag auf der TrikotTotal-Trikotbörse in Neuss. Dort bin ich mit einem kleinen Stand vertreten und freue mich auf den Austausch mit euch. Weitere Infos zur Veranstaltung findet ihr weiter unten im Newsletter.

Nächsten Montag bin ich dann zu Gast bei Puma für eine weitere Podcastaufnahme. Deshalb wird der Newsletter nächste Woche ausnahmsweise erst am Dienstag, den 31. März, erscheinen. Die Woche drauf, an Ostermontag, fällt der Newsletter aus. Dafür wird es voraussichtlich am Mittwoch, den 8. April, zum geplanten Start des STOFFKUNDE-Podcasts einen Sonder-Newsletter geben.

Bis nächste Woche
Herzlichst euer Steve

Wie oben erwähnt, bin ich am kommenden Sonntag, den 29. März, von 11 bis 16 Uhr auf der TrikotTotal-Trikotbörse (Si apre in una nuova finestra) von Sebastian Brauwers (Si apre in una nuova finestra) im Gare du Nuss in Neuss (Si apre in una nuova finestra) mit einem Stand zu Gast. Sebastian hat zudem wieder zahlreiche Trikothändler aus dem In- und Ausland an den Start gebracht. Über 5.000 Trikots können bewundert und gekauft werden. Schaut mal vorbei!

Ende Mai findet zudem in Erftstadt wieder die große internationale Fußball-Sammlerbörse statt. Könnt ihr euch auch schon mal vormerken.

Nach dem Jubiläumssondertrikot vor nicht allzu langer Zeit spielte der SV Wehen-Wiesbaden gestern gegen Hansa Rostock erneut in einem Sondertrikot. Diesmal für einen guten Zweck und die Hilfsorganisation Plan International. Die Fans konnten sich zudem bei einem extra dafür ausgestatteten Brita-Truck kostenlos Sprudelwasser abholen.

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Hier gibt es wie mich einige Eishockeyfans und von daher passt die Nachricht zu dem Playoff-Trikot der Kölner unter dem Motto “He kütt Kölle” doch ganz gut hierhin.

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Am Samstag spielte der SV Darmstadt schon mit einem “United by Fire”-Sondertrikot (Si apre in una nuova finestra), einer Aktion seines Hauptsponsors Haix. In der letzten Woche kündigten die Lilien für den 31. Spieltag schon das nächste spezielle Trikot an. Es wird ein spezielles Mitgliedertrikot sein, das im Retro-Look daherkommt. Ausrüster Craft und Trikotsponsor Haix verzichten auf die Darstellung ihrer Logos auf dem Trikot.

https://www.sv98.de/exklusiv-fuer-vereinsmitglieder-dein-trikot-mit-eigener-mitgliedsnummer/ (Si apre in una nuova finestra)

Die Frauenmannschaft des 1. FC Nürnberg spielte am Sonntag gegen den 1. FC Köln anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags ebenfalls in einem extra vorbereiteten Trikot.

“Das sandfarbene Trikot trägt eine Grafik in Lichtblau, Weiß und Schwarz und ist an die Farben des Welt-Down-Syndrom-Tags angelehnt. Die Brust ziert das Trisomie-21-Symbol. Zusätzlich sind auf dem Trikot Punkte in verschiedenen Größen dargestellt, die in eine Richtung fließen. Sie sollen symbolisieren, dass alle Menschen trotz kleiner Unterschiede am Ende gleich sind.”

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Auch der FC St. Pauli trat gestern im Heimspiel gegen den SC Freiburg mit einem klaren Statement auf den Trikots an. Einem, dem ich mich persönlich nur anschließen kann.

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In dasselbe Horn stößt seit vielen Jahren auch schon die Frankfurter Eintracht, siehe u. a. die United-Colors-of-Frankfurt-Trikots 2008 und 2018. Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus tragen die Eintracht-Teams der Männer, Frauen und U21 ein Sondertrikot mit der zentralen Botschaft auf der Brust: „Wir sind Frankfurt. Alle.“ (Si apre in una nuova finestra)

Foto: Eintracht Frankfurt

West Ham United wechselt zur kommenden Saison nicht nur den Trikotsponsor, sondern auch den Ausrüster. New Balance wird neuer Partner der Hammers.

https://www.hammers.news/news/west-ham-close-on-sponsor-for-first-new-balance-kit-ahead-of-summer-changes/ (Si apre in una nuova finestra)

Für Aufregung Ende der Woche sorgte auch die Vorstellung des Auswärtstrikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die bevorstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Das Trikot wird blau sein. Der Kicker hat ein schönes Exklusiv-Video dazu veröffentlicht! Ab Minute 3:18 erzählt Adidas-Trikotdesigner-Legende Jürgen Rank, warum man sich für Blau entschieden hat für das letzte Auswärtstrikot des DFB-Teams für mindestens sieben Jahre.

https://www.kicker.de/warum-in-blau-so-entstand-das-neue-dfb-auswaertstrikot-1203258/video (Si apre in una nuova finestra)

Darüber hinaus kehrt das berühmte Trefoil-Logo bei allen von Adidas ausgerüsteten WM-Teilnehmern auf die Trikots zurück. Zum ersten Mal seit 36 Jahren.

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Alle von Adidas während der WM 2026 ausgerüsteten Mannschaften tragen wieder das Trefoil-Logo auf dem Trikot. Foto: Adidas

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