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Pflanzensamen – ein Versprechen an die Zukunft

Der Rhythmus vom Verblühen und Verbleiben: Erstaunliche Eigenschaften und biologische Besonderheiten von Pflanzensamen.

Zeichnung zweier Blütenpflanzen mit ihren Samen. (Si apre in una nuova finestra)
Quelle: British Library
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Jetzt im Sommer zeigt sich im (häufig) raschen Blühen und Vergehen ein besonderer Rhythmus: Eine Pflanze verpackt alles, was sie hat, oder vielmehr, alles, was sie ist, in kugelige oder kantige, glatte oder geriffelte, schwärzliche oder bräunliche Samenkörner. Aus diesen Grußpäckchen an die Zukunft wird, wenn alles wie geplant läuft, in der nächsten Vegetationsperiode oder vielleicht auch erst viele, viele Jahre später eine neue Pflanzengeneration heranwachsen.

Wusstest du, dass …

  • die Samen der Kokospalme (Lodoicea maldivica), die auf den Seychellen beheimatet ist, die größten und schwersten sind? Sie können einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern haben und bis 25 Kilogramm schwer sein.

Alte Bücher und eine alte Palmfrucht in einem alten Bücherregal. (Si apre in una nuova finestra)
Frucht der Seychellenpalme, enthält zwei bis drei Samen, die bis zu 25 Kilogramms schwer sein können. (CC BY-NC-SA @ Naturhistorisches Museum Schloss Bertholdsburg Schleusingen)
  • tropische Orchideen die winzigsten Samen überhaupt besitzen? Sie sind fein wie Staub, die absolut kleinsten nur 0,05 Millimeter lang. Allerdings können davon bis zu vier Millionen in einer Fruchtkapsel enthalten sein. Doch der Minimalismus hat seinen Preis: „Da den Orchideensamen eine Nahrungsreserve in Form eines Endosperms oder eines großen Embryos fehlt, können die meisten von ihnen, vor allem die terrestrischen, im Allgemeinen nicht von selbst keimen“, schreibt der (Si apre in una nuova finestra) Botaniker Wolfgang Stuppy. Dafür müssten sie zuerst eine Beziehung mit einem Pilz eingehen, der die Ernährung des entstehenden Keimlings unterstütze, so der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum.

  • eine Löwenzahn-Pflanze (Taraxacum officinale) pro Saison über 5000 mit kleinen Fallschirmen ausgerüstete Samen verbreiten kann?

Eine schwarz-weiß Zeichnung mit Löwenzahn. (Si apre in una nuova finestra)
Löwenzahn, Bertha Jaques, 1926, Smithsonian American Art Museum Collection
  • die ältesten jemals zum Keimen gebrachten Samen etwa 31800 Jahre alt waren? Sie stammten von einer Art Leimkraut (Silene stenophylla) und lagen knapp einen halben Meter tief, seit der Eiszeit in fossilen Eichhörnchenhöhlen bei minus sieben Grad Celsius im gefrorenen Boden Sibiriens. Allerdings brachten die russischen Forschenden, die den Fund machten, keine echten Samen zum Wachsen, sondern regenerierten aus dem uraltem, aber lebendem Pflanzengewebe, das sie fanden, neue Pflanzen, die ihrerseits Samen bilden konnten.

Drei Fotos von einer weiß blühenden kleinen Pflanze. (Si apre in una nuova finestra)
Pflanzen aus der Eiszeit. (Quelle: PNAS)
  • die Royal Botanic Gardens Kew in Wakehurst, Sussex, England, mit 8,5 Millionen Objekten die größte und vielfältigste botanische Sammlung der Welt beherbergen? Die dort beheimatete Saatgutbank beinhaltet Proben von fast 40.000 verschiedenen Arten aus 350 verschiedenen Pflanzenfamilien. Die Konservierung ist angesichts der Biodiversitätskrise eine unglaublich wichtige Aufgabe, schließlich sind zwei von fünf Pflanzenarten auf der Welt vom Aussterben bedroht. Die Samen werden getrocknet und eingefroren und so für die Zukunft bewahrt.

https://www.youtube.com/watch?v=G5VYHC9YftQ (Si apre in una nuova finestra)
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Argomento Natur + Rhythmus

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