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E penisbus unum

Logo »TITANIC-Wochenrückblick. Der endgültige Newsletter«

Liebe Berliner*innen,

herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft! Sie wohnen nicht nur in einer der schönsten Städte weltweit, nein, Ihre Heimat verfügt auch über eine tadellose Infrastruktur und blieb stets von historischen Kapriolen verschont. Bis jetzt! Denn dank des US-Präsidenten steht die deutsche Hauptstadt erstmals vor einer Art Problem:

Fotomontage: Ein feixender Trump vor den Brandenburger Tor, hinter ihm eine Schneewehe, hinter der der Eisbär Knut hervorschaut. Dazu der Text: "Kalter-Krieg-erprobt, ressourcenreich (Opioide), eisbäraffin: Jetzt will Trump auch noch Berlin". (Si apre in una nuova finestra)

Die neue Ausgabe gibt es ab Samstag im ewigen Eis, jetzt schon im Onlineshop (Print (Si apre in una nuova finestra) oder PDF (Si apre in una nuova finestra) oder in der App (Si apre in una nuova finestra)) – oder am besten: im Abo! (Si apre in una nuova finestra)

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Drei TITANIC-Cover in der Mitte. Text: Nie wieder ins Internet! / Perfekt, wenn man lesen kann! / Abonnieren Sie das Magazin! (Si apre in una nuova finestra)

Während Donald Trump noch in Kreuzberg in der Schlange steht, um Holiday on Ice zu sehen, geht es in den USA drunter und drüber. Um auf dem Laufenden zu bleiben, aktualisiert Trump minütlich tagesschau.de. Wollen Sie auch über das Chaos in Minnesota berichten? Dann greifen Sie gern zu einer der folgenden Formulierungen:

  • Nach heroischer Selbstverteidigung: ICE-Beamter mit Blase am Abzugsfinger ins Krankenhaus eingeliefert

  • Zwischenfall mit Folge: Mann steht Projektil im Weg

  • Tempolimit überschritten: ICE stoppt Raserin auf Spielstraße mit Sicherheitsschuss

  • Spielstraße wieder sicher: Abschiebebehörde nimmt 5jährigen Schläfer fest

  • Agitator stört wichtigen ICE-Einsatz durch Tod

  • Psychoterror nach Minnesota: ICE-Beamter hat Selbstzweifel, weil er zwei Schüsse brauchte, um Terrorlesbe zu stoppen

  • War es die Kälte? Mann nach ICE-Intervention plötzlich bewegungslos

  • Terror gegen Steuerzahler: Linker Chaot kostet den US-Haushalt wegen zu robustem Schädelknochen mehrere Dollar

Nicht nur in den USA muss der Staat immer wieder mehrstellige Beträge für Luschen hinblättern, auch die Bundesrepublik kennt dieses Problem. Das soll sich jetzt jedoch mit der Reform der Grundsicherung ändern:

Das ist jetzt für die Grundsicherung geplant
  • Empfänger bekommen bis zu 30 Sekunden Zeit, um nach einer Einbestellung im Jobcenter zu erscheinen

  • Zumutbare Jobs wie Apnoe-Taucher, Astronaut, Berufskiller oder Jobcenter-Mitarbeiter müssen angenommen werden 

  • Weiterbildungsmaßnahmen sind verpflichtend, zum Beispiel Kurse auf Udemy (siehe Rabattcode), das Tutorial von Civilization VII, die Schule des Lebens oder ein MPU-Vorbereitungskurs

  • Wer eine psychische Erkrankung nachweist, kann von Sanktionen entbunden werden; hierzu einfach mit einer Axt laut brüllend im Jobcenter erscheinen (ggf. anstellen)

  • Vermögen muss vom ersten Tag an angegeben werden. Jobcenter-Mitarbeiter sind gehalten, im Garten nach vergrabenen Schätzen zu suchen und bei zu erwartenden Erbsachen aus Zeitgründen gegebenenfalls etwas »nachzuhelfen«

  • Um Missbrauch von Sozialleistungen zu verhindern, werden in den Jobcentern kleine Märkte eingerichtet, die sorgfältig ausgewählte Artikel des täglichen Bedarfs (Maggi-Fix-Tütchen) anbieten. Für Schund soll das Steuergeld nicht mehr rausgeworfen werden dürfen

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Anzeige für den endgültigen Re-Read-Podcast. 
Text: "Widerwärtige deutsche Presse!" 
TITANIC-Leser stellen sich vor. Genauer: Erdoğan-Fans und solche, die es gerne wären. Tim Wolff und Torsten Gaitzsch nehmen sich Reaktionen auf einen liebgemeinten 
Sucuk-Cartoon zu Herzen. (Si apre in una nuova finestra)

In Deutschland liegen die Arbeitslosen auf der faulen Kuhhaut, obwohl es auch anders geht. Doch das ist nichts im Vergleich zum Nachbarland, wo die Menschen so träge sind, dass die Paarhufer lernen müssen, sich selbst zu versorgen.

Veronika, Kuh vadis?

Ein Kommentar von Leo Riegel


Eine Meldung aus dem Tierreich sorgte vergangene Woche für Entzücken: Eine Kuh aus Österreich ist in der Lage, Werkzeuge zu nutzen. Genauer gesagt schnappt sie Stöcker und Besen mit dem Maul, um sich damit zu kratzen. So weit, so niedlich. Veronika, wie das talentierte Euterwesen heißt, hat es mit seinen Fertigkeiten auch außerhalb Österreichs, wo es bereits als größtes Talent seit Sebastian Kurz gilt, zu Ruhm gebracht:

»Cow astonishes scientists with rare use of tools« – BBC

»Koe Veronika gebruikt bezemsteel als gereedschap« – de Volkskrant 

Doch während die Welt dieses sehr begabte und, nebenbei bemerkt, auch sonst sehr prächtige Exemplar bejubelt, scheint niemand den größeren Zusammenhang zu sehen: Soll, ja kann es Zufall sein, dass ein Tier ausgerechnet jetzt einen solch atemberaubenden evolutionären Sprung hinlegt, in einer Zeit, in der Despoten wie Trump und Putin die friedliche Weltordnung anzünden? Oder greift Mutter Natur in Anbetracht von Klimakatastrophe und drohenden Atomkriegen höchstpersönlich ins Weltengefüge ein?

Prometheus stahl einst das Feuer von den Göttern und gab es den Menschen. Wird nun das Tierreich ermächtigt, um dem schöpferischen Irrweg Mensch ein Ende zu setzen? Nur eine Frage der Zeit, bis die erste Kuh mit ihrer seltsam rauen Zunge keinen Besen aufliest, sondern nach Machete und Axt greift bzw. schleckt, um den Erdball vom Virus Homo sapiens zu befreien. Ziege, Elch und Sternmull werden es ihr gleichtun.

Als ich heute Morgen über die Straße ging, konnte ich beobachten, wie eine Krähe eine Walnuss durch die Luft schleuderte und mich nur knapp verfehlte. Ein versuchter Totschlag, auch wenn die Fähigkeiten in dem Fall nicht ausreichten. Noch nicht. Wer soll es den Tieren verübeln? Sollen sie tatenlos zuschauen, wie wir ihre Gletscher zerstören, ihre Bäume fällen, ihnen die Kratzwerkzeuge entwenden, um damit unsere Gehwege zu fegen?

Statt Veronikas Coup als harmloses Kunststückchen zu feiern, sollten wir uns den Besen in ihrem Maul als Bajonett vorstellen. Vielleicht wird uns das eine letzte Warnung sein, um den Weltengang endlich in vernünftige Bahnen zu lenken.

Da Kühe zu den Huftieren gehören, enthalten sie keinerlei Penisknochen, ein weiterer Aspekt, den sie sich vom Menschen abgeschaut haben. Mehr zu dem Thema von Genitalkolumnist Torsten Gaitzsch:

Torsten Gaitzsch trinkt eine Tasse Kaffee und schaut in die Kamera

Heute: E penisbus unum

Es war die Wissenschaftssensation des noch jungen Jahres: Der männliche Mensch gilt offiziell als gut bestückt. »Im Vergleich zu dem der Affen ist das menschliche Glied auffällig lang«, hieß es etwa im Spiegel. Ich stellte mir vor, wie Millionen heterosexueller Männer diese Zeile, nachdem sie sie gelesen hatten, ausschnitten oder abfotografierten und ihrer Partnerin mit den Worten »Siehst du! Da steht es schwarz auf weiß: ›auffällig lang‹!!!« vors Gesicht hielten.

Die relative Großformatigkeit des menschlichen membrum virile ist wohl ebenso evolutionär bedingt wie das Fehlen eines Penisknochens, wie ihn zahlreiche Tierarten aufweisen. Über Letzteres informieren konnte man sich vergangenen Montag via Helmut Höges Tierkolumne in der Taz, und es ist ein herrlicher Zufall, dass ich ein paar Tage zuvor einen Podcast gehört hatte, in dem es eine halbe Stunde lang darum ging, welche Tiere ein Baculum, so das Fachwort, besitzen und welche nicht. So schloss sich wieder mal ein Kreis bzw. biss sich die Schlange in den, hihi, Schwanz.

Da dieser Newsletter spätestens jetzt eh von den meisten Mailfiltern ausgesiebt worden ist und wir also unter uns sind, kann ich nach »Penisknochen« direkt eine weitere ungustiöse Vokabel nachschieben: »Peniskrebs«. Regelmäßig begegnet mir diese, ob ich will oder nicht. Erklärung: In der Bergregion, in der ich lebe, fährt ein Bus herum, auf dessen Außenflächen eine urologische Praxis wirbt und zu Vorsorgeuntersuchungen motivieren will, indem sie neben dem passiv-aggressiven Spruch »Was nützt Ihnen Ihre Rente, wenn Sie sie nicht ERLEBEN können?« diverse Männerkrankheiten auflistet, darunter eben – Peniskrebs. Zum Glück muss ich diese Linie nie benutzen. Ich möchte nicht mit dem Krebsbus fahren.

Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:

Ihre TITANIC-Redaktion

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An Juris 10. Geburtstag nimmt sein Leben eine dramatische Wendung:

Seine Eltern erklären ihn für volljährig. Sie haben ihm eine Wohnung gemietet, drücken ihm eine EC-Karte für ein Kinder-Konto in die Hand und machen sich aus dem Staub. Doch Juri bleibt nicht lang allein. Denn da sind ein sprechender, sehr selbstbewusster Rabe mit Höhenangst, zwei hilfreiche Nachbarn mit Wasserschaden, die ausgesprochen fiese Familie Tankwart und der freundliche Kommissar Kalle. Gemeinsam gehen sie auf Gangsterjagd im beschaulichen Bad Bims.

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