Liebe Wein-Freund:in,
Du liest den WeinLetter #111. Heute gibt’s: die Highlights des Jahres 2025! Und ganz wichtig: Wenn ihr noch ein Weihnachtsgeschenk benötigt - dann hier entlang (Si apre in una nuova finestra)! Ihr könnt den WeinLetter verschenken. Ausführliche Infos zum Wein-Geschenk gibt’s ganz am Ende des WeinLetter.
Ich schreibe in Ausgabe #111, was Eure WeinLetter-Favoriten 2025 waren und was mein persönliches Highlight des Jahres war. Dann erzähle ich Euch noch, warum ich lange keine Amis getrunken habe, sie jetzt aber sehr genieße - mit zwei Tipps für Silvester (Chardonnay und Cabernet Sauvignon). Es hat mit einem Chefsommelier in Philadelphia zu tun! +++ Jetzt aber: Viel Spaß beim Lesen! Und jetzt empfehlt (und shared) diesen WeinLetter bitte. Oder verschenkt den WeinLetter an Eure Besten!
Aber vor allem: Trinkt friedlich!
Euer Thilo
WeinLetter Insights: Die Top 3 aus 2025
Ich bin ja recht transparent, was sich hinter dem WeinLetter so verbirgt. Und ich muss schon sagen: Euer Interesse an meinem samstäglichen Stoff ist immens. Der wichtigste KPI (Key Performance Indicator) im Newsletter-Business ist die Öffnungsrate. Wieviele Leser:innen klicken auf die Mail im Fach und lassen ihn nicht liegen. 57 Prozent haben den WeinLetter immer aufgemacht – nie war es 2025 weniger. Danke für Euer Vertrauen!
Und hier ist das Ranking der Top-3-WeinLetter:
Platz 2: 62 Prozent - WeinLetter: #94: French Bloom oder: Der teuerste alkoholfreie Wein der Welt

Gegründet 2019 in Paris: French Bloom bietet alkoholfreien Schaumwein im Luxussegment FOTO: THILO KNOTT
In der Tat spiegelt das Ergebnis Euer Interesse für Trends wider. Hier geht es aber nicht nur um alkoholfreien Wein – und gut ist. Hier ist erstmals ein Start-up in das Luxussegment eingestiegen mit 0,0: French Bloom. Gut, das alkoholfreie Ding kostet nun mal mehr als 100 Euro. Das will man schon genau wissen.
Platz 2: 62 Prozent - WeinLetter #104: Was sind Wege aus der Weinkrise? Drei Positionen
Auch das: nicht überraschend? Naja, Wein-Newsletter sind ja geschätzt zu 95 Prozent kommerzielle Verkaufs- oder professionelle Verkostungsnewsletter (oder beides). Im WeinLetter hingegen werden die Relevanz-Themen erörtert. Es geht um die Politik, die Gesellschaft, die Wirtschaft des Weins. Klassischer Luhmann-Zugang, wenn man so will. Und hier hat der WeinLetter #104 Lösungen angeboten - von drei Autorinn:en: Laura Ehm, Professorin am Weincampus in Neustadt an der Weinstraße, WeinLetter-Autor Philipp Bohn und Axel Krüger, Weinhändler aus Görlitz.
Platz 1: 63 Prozent - WeinLetter #105: Wege aus der Weinkrise? Der Backpulver-Irrsinn der EU

Ein Winzer spritzt Rebstöcke im Weinberg mit Pflanzenschutzmittel SYMBOLFOTO: JUAN FRANCISCO GARCIA LEON
Weinpolitisch geht’s auf Platz 1 weiter: Der geht an WeinLetter-Autor und Ex-Umweltminister Franz Untersteller mit seiner Analyse zum Backpulver-Streit. Der hat die Bio-Winzer:innen ziemlich aufbracht gegen die EU. Sein Punkt: „Es kann nicht sein, dass mit dem Bio-Weinbau ausgerechnet denjenigen das Leben schwer gemacht wird, die sich neben der Erzeugung hochwertiger Weine in besonderer Weise auch dem Erhalt der Artenvielfalt, gesunden Böden und sauberen Grundwassers verschrieben haben.“
WeinLetter #105: Der Backpulver-Irrsinn der EU - WeinLetter (Si apre in una nuova finestra)
Das Interview des Jahres mit dem Satz des Jahres: Gert Aldinger
Ja, Weinpolitik. Das Thema des Jahres 2025. Es ist ja auch nicht leicht in diesen Tagen für die Weinbranche: Diese Konsumenten, die nix kapieren und unser „Kulturgut“ (VDP) aufs Spiel setzen. Die Politik, wahlweise Berlin und Brüssel, die so tut, als wären die Winzer:innen schnöde Obstbauern. Die Wissenschaft, die jetzt auf einmal erkannt hat, dass Wein Alkohol enthält. Bäh! Mit solchen Argumentationslinien kann man natürlich schön vom eigenen Versagen ablenken. Nur hilft das zum einen nix. Zum anderen führt nur eine Fehleranalyse tatsächlich weiter. Die hat Gert Aldinger, Weltklasse-Winzer aus Fellbach, Remstal, Württemberg, geliefert. In einem fulminanten wie schonungslosen Interview mit Franz Untersteller und mir. Der eine, ehrliche Satz des Jahres von Gert Aldinger lautet: „Wir müssen den Rückgang managen!” (WeinLetter #100) Der zweite kommt dann von Sohn Matthias Aldinger: “Du musst offen, experimentierfreudig und hungrig bleiben.” (WeinLetter #101)

“Die Branche ist viel zu träge. Ich vergleiche sie mit der deutschen Automobilbranche”: Gert Aldinger, Jahrgang 1956, vor dem Wappen des Weinguts in Fellbach, im WeinLetter-Interview FOTO: KLAUS GAMBER
Teil 1 des Interviews gibt’s hier: WeinLetter #100: “Wir müssen den Niedergang managen"!” Die große Gert-Aldinger-Story (Si apre in una nuova finestra)
Teil 2 des Interviews gibt’s hier: WeinLetter #101: “Du musst offen und hungrig bleiben.” Die große Gert-Aldinger-Story (Si apre in una nuova finestra)

Zwei Mal USA: Ridge “Monte Bello” Chardonay und Spottswoode Cabernet Sauvignon FOTO: THILO KNOTT
Ein Bild und seine Geschichte: Weine, USA, Weine!
Dieses Foto markiert meinen Kolumbus-Moment in diesem Jahr. Am Abend des 31.Dezember 2024 beging ich Silvester mit dieser Kombination: Ridge und Spottswoode Estate. Chardonnay und Cabernet Sauvignon. Sechs und zehn Jahre alt. Also okaye Reifung, vor allem der Spottswoode ist mit zehn Jahren noch unglaublich jung. Das Foto symbolisiert tatsächlich meinen Wiedereinstieg in die US-Weine.
Ich las viel, dass sie nicht mehr die Napa-14,5-Prozent-Kaliber waren, bei denen man das Gefühl hatte, man würde in einen Baum beißen. (Wegen des Holzgeschmacks, checkst du!). Dass sie mineralischer, feiner, ja fast europäischer daherkämen, las ich. Ich wollte das checken - und sie begleiteten mich das ganze Jahr über: US-Weine sind meine Entdeckung 2025.
Beide Weine, der Ridge und der Spottswoode, erzählen eine Geschichte. Den Spottswoode kannte ich schon länger. 2003 kaufte ich mal einen 1992er Spottswoode. In Reutlingen. Es war mein erster 100-Euro-Wein, den ich vor mehr als 20 Jahren kaufte. Ich liebte ihn. Warum dann nicht mehr?
Das hat vielmehr mit dem Ridge zu tun. Und US-Chardonnays der 90er. Und wie die US-Sommeliers selbst über US-Chardonnay urteilten.
Im August 2004 traf ich Gregory Castells in Philadelphia. Er war damals seit drei Jahren Chefsommelier im „Le Bec Fin“. Das „Le Bec Fin“ war die Nummer 1 unter den Philly-Restos. Es war eine Legende, von Georges Perrier 1970 gegründet, der Crab Cake war das Signature Gericht, 2013 wurde es geschlossen.
Es war mal die erste Adresse Philadelphias: “Le Bec Fin” in der Walnut Street FOTO: PRIVAT
Gregory Castells schwärmte: „Riesling ist the new fashion! Riesling ist die Rebsorte des 21. Jahrhunderts!“ Ich war natürlich ein bisschen stolz. 20 Rieslinge hatte er schon auf der Weinkarte, in den nächsten Tagen erwartete er 16 weitere Positionen. Gut, Riesling. Aber was ist mit dem berühmten Chardonnay?
Gregory Castell verzog das Gesicht und setzte zu einer kleinen Tirade an. Holz. Alkohol. Chardonnay übertünche noch jedes Gericht. Er nannte den Chardonnay „Blockbuster“. Das war despektierlich gemeint.
Seitdem hatte ich das Gefühl: Wenn ich zu Fisch jetzt auch noch US-Chardonnay trinke, dann ertrinkt der Fisch ein zweites Mal. Dieses Gefühl verwebte so mit meinem Geschmacksbild, dass ich die Amis rechts liegen ließ. Lange.
Das hat sich wieder geändert. Und ich kann den Ridge Monte Bello Chardonnay heute uneingeschränkt empfehlen – wenn’s reicht noch zu Weihnachten. Oder dann eben zu Silvester. Einen guten Rutsch!
Das WeinLetter-Weihnachtsgeschenk!
Wie, Ihr habt noch kein Geschenk für Eure Liebsten, Besten, Bekannte, Freund, Familie? Hier ist die Option: Verschenke den WeinLetter! (Si apre in una nuova finestra) Und so funktioniert das mit diesem hochwertigen Geschenk:
Kauf eine Geschenkmitgliedschaft direkt über den Button. Die Geschenkmitgliedschaft beginnt sofort, am Tag des Kaufs. An die/den Empfänger:in geht eine E-Mail, die über das Geschenk informiert und wie sie darauf zugreifen können (keine Sorge, ohne Preisangabe natürlich).
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