
Wie du deine eigene Schreib- und Reflexionspraxis findest, auch wenn du gar nicht gut schreiben kannst…
Im letzten Newsletter habe ich davon erzählt, dass ich in einem missbräuchlichen religiösen Umfeld aufgewachsen bin und wie ich mich daraus gelöst habe.
Wenn du die Folge verpasst hast, kannst du sie hier nachlesen. (Si apre in una nuova finestra)
Sich aus diesem Umfeld zu befreien, war keine leichte Aufgabe. Es war ein jahrelanger Prozess des beständigen Haderns, Zweifelns und Fragens; ein Prozess voller Rückschläge, der trotz aller Unsicherheiten und Umwege in die Freiheit führte.
Heute führe ich mit meinem Mann und unseren Kindern ein freies, selbstbestimmtes Leben – was man nicht zuletzt daran sieht, dass ich diesen Newsletter schreibe.
Ein ganz wichtiger Teil meines Prozesses des Freischaufelns und Hinterfragens war dabei das Schreiben – und zwar das persönliche, reflektierende Schreiben in meinem Tagebuch.
Wenn ich in meinem Tagebuch zurückblicke, sind die dunkelsten Zeiten diejenigen gewesen, in denen ich nicht geschrieben habe. Das waren Zeiten, in denen ich am tiefsten in der mir aufgezwungenen missbräuchlich-religiösen Tinte steckte, am weitesten von mir selbst entfernt, von meiner eigenen Wahrnehmung, von meiner eigenen Intuition war.
Ich habe das damals nicht so wahrgenommen. Aber als ich anfing, wieder Tagebuch zu führen, da war das der erste Akt der Rebellion und der erste Schritt zurück zu mir.
Was macht das Schreiben zu so einem mächtigen Werkzeug?
Das – persönliche und reflektierende – Schreiben ist so überaus mächtig, weil es uns hilft, die eigenen Gedanken, Gefühle und Ahnungen nicht aus dem Blick zu verlieren. Es stärkt die Verbindung zu uns selbst, mit jedem Wort, das wir niederschreiben.
Wenn wir über unsere eigenen Empfindungen schreiben, ist das alles andere als quengelig und rührselig – auch wenn es manchmal so aussieht. Schreiben ist ein starkes Werkzeug der Selbstvergewisserung.
Ich schreibe, also fühle ich.
Ich schreibe, also denke ich.
Ich schreibe, also erkenne ich.
Und wenn ich erkenne, dann kann ich handeln. Verändern. Gestalten.
Beim Lesen alter Tagebucheinträge bin ich immer wieder erstaunt, wie früh ich ungute Strukturen schon intuitiv erkannt habe, ohne dass ich damals schon die Fähigkeit gehabt habe, mich daraus zu befreien. Im Schreiben fing der Widerstand an.
Wer schreibt, wird zum Akteur.
Wer schreibt, übernimmt Verantwortung. Für sich selbst.
Wer schreibt, kann Narrative verändern. Zu seinen Gunsten.
Für mich ist das Schreiben eine Muttersprache. Eine Heimat, zu der ich immer zurückkehren kann, die mich aufnimmt und umsorgt.
Doch dieses Werkzeug steht allen offen – egal wie vermeintlich begabt oder unbegabt. Denn beim reflektierenden Schreiben geht es nicht um Schönheit und sprachliche Ausdruckskraft. Auf deinen privaten Seiten musst du niemanden beeindrucken, denn hier schreibst du nur für dich.
Eine feste Schreibroutine – für dich
Vielleicht geht es dir so, dass du bereits spürst, dass dir eine regelmäßige Schreib- und Reflexionspraxis im Alltag ebenfalls helfen könnte. Doch du weißt nicht, wie du das angehen sollst. Oder du fängst immer wieder an, aber hältst es dann nicht durch.
Das ist vollkommen verständlich, denn neue Routinen brauchen ihre Zeit, bis sie sich fest etabliert haben.
Darum habe ich mit meiner Kollegin, Diplom-Psychologin und Therapeutin Britta Bettendorf, ein neues Projekt gestartet – den Inner Writing Newsletter (Si apre in una nuova finestra). Ein Newletter, der dir dabei hilft, das reflektierende Schreiben als feste Routine in deinen Alltag einzubauen – so einfach und niedrigschwellig wie möglich.
Dazu bekommst du von uns jedes Wochenende eine Mail mit einem konkreten Schreibimpuls. Das kann eine einfache Frage, ein Reflexionsanstoß oder eine etwas komplexere Denkaufgabe sein. Deine Schreibzeit: nie mehr als 20 Minuten.
Du kannst selbst entscheiden, wann du die Schreibaufgabe machen möchtest. Kurz vor dem Schlafengehen, direkt nach dem Aufstehen, in der Mittagspause, direkt nach dem Feierabend. Egal wann – du öffnest die Mail, stellst den Timer auf 20 Minuten und schreibst. Privat, nur für dich.
Und weil ich weiß, wie sehr man sich beim Schreiben in seinen eigenen Gedanken verheddern kann und dass es durchaus sein kann, dass wir beim Schreiben nur unsere eigenen destruktiven Gedankenmuster wiederkäuen, gibt es von Britta und mir noch einen Service oben drauf:
Zusätzlich zum Schreibimpuls wird es in jeder Mail einen fachlichen Input von Britta aus dem Bereich der Psychologie und Neurowissenschaft geben – inhaltlich passend zum Schreibimpuls. Mit wissenschaftlich fundiertem Wissen darüber, wie unsere Gehirne funktionieren, wie uns Bindungsmuster beeinflussen, wie Gefühle entstehen und wie wir lernen, sie zu deuten.
Damit bekommst du nicht nur konkrete Schreibimpulse an die Hand, sondern auch das nötige Wissen für echte Selbsterkenntnis. Und das Beste daran: Dieses Angebot ist für dich absolut kostenlos.
Wenn du dich selbst besser verstehen möchtest, vor offenen Fragen und großen Entscheidungen stehst; wenn in dir eine leise Stimme drängt, du aber noch nicht weißt, wohin; wenn du merkst, dass Veränderungen anstehen, dir aber noch der Mut fehlt; wenn du einfach neugierig bist und entdecken willst, wohin diese Reise führt – dann ist der Inner Writing Newsletter genau für dich.
Mir hat das Schreiben den Weg in ein neues Leben geebnet; das psychologische Wissen dazu hat mich befähigt, zu erkennen, was mir schadete und welche neue Möglichkeiten auf mich warteten.
Ich wünsche mir für dich, wo immer du gerade auf deinem Weg stehst, dass auch du das Schreiben als Werkzeug für dich entdeckst – zusammen mit dem Wissen, das du brauchst, um gut für dich zu sorgen.
Alles Liebe
Miriam
❤️
Wurde dir dieser Newsletter weitergeleitet?
Willkommen! Dann kannst du dich hier anmelden. (Si apre in una nuova finestra)
⭐️