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Was wäre, wenn jeder wird, wer er ist?

Nietzsche sagte einst „Werde der du bist.“

Doch was geschähe, wenn tatsächlich jeder diesem Ruf folgen würde?

Was heißt es überhaupt, zu werden, wer man ist?

Es impliziert, den eigenen Pfad zu erkennen und ihn bewusst zu beschreiten, anstatt den vorgegeben Wegen zu Folgen, die oftmals nicht die eigenen sind.

Wir leben in einer Welt voller Formate: Rollen, Erwartungen, Muster, in die wir uns einzupassen versuchen.

Warum existieren diese Formate? Und wäre es denkbar, dass jeder sein Eigenes schafft?

Manche setzten dies bereits um. Einzelne finden immer wieder Wege, die außerhalb des vorgegeben liegen.

Aber vermag das wirklich jeder?

Strebt überhaupt jeder danach?

Und was würde passieren, wenn wir alle es täten?

Es wäre ein radikaler Umbruch: Niemand würde mehr in die alten Formate passen. Ganze Strukturen müssen neu aufgebaut werden. Wäre das realistisch?

Und selbst wenn, würde es uns langfristig glücklicher machen?

Welche Vor und Nachteile hätte das?

Und ist das Wollen selbst, nicht eine andere Frage?

Eine Möglichkeit zu haben heißt nicht, dass wir sie auch nutzen möchten.

Vielleicht geht es gar nicht darum alles neu zu machen, sondern jeden Tag ein kleines Stück mehr, der zu werden, der man längst ist.

Bianka Seredinski-Holzner

Zwischenraumtexte 2025

Argomento Denken und Bewusstsein