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Warum meine Lieblingsarbeiten die langsamen sind

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https://open.spotify.com/episode/2yZdpdRidVvWwRbIH4UFiC?si=bbd619de63e14697 (Abre numa nova janela) (Abre numa nova janela)

Ich freue mich immer, wenn Christina einen neuen Blogpost schreibt.  

Ihr Blog „Den Spatz in der Hand (Abre numa nova janela)“ existiert fast genauso lange wie meiner – im Grunde sind wir beide die Dinosaurier in der Content-Creator-Welt. Wir zwei haben es nicht so mit den rasenden Entwicklungen des Internets und verweigern uns vielen Trends. Das und noch vieles anderes verbindet uns. Wenn wir uns treffen – oft zu einem Waldspaziergang – kommen wir meist genau darauf zu sprechen: Die Welt ist uns zu schnell und laut. Vielleicht liegt es am Alter, aber auch daran, dass wir Büchermenschen sind. Diese Spezies braucht viele, viele ungestörte Stunden zum Lesen, Studieren, Reflektieren, Schreiben. Das geht nicht im Schnelldurchgang und auf Knopfdruck. Manchmal fühle ich mich wie ein Nischen-Kuriosum – und das könnte erklären, warum mein Umfeld sehr selten bis nie nach meinen Projekten fragt. Was soll ich auch schon erzählen? („Heute habe ich eine halbe Stunde theologische Literatur gewälzt und danach einen inneren Monolog über den Zerfall der Demokratie gehalten und dann zwei Stunden über das Sterben geschrieben.“ Wow. Fun.)

(Abre numa nova janela)

Wenn ich am Schreibtisch sitze, denke ich manchmal an Christina. Dass sie wahrscheinlich gerade auch an ihrem Tischchen im Wohnzimmer sitzt, aus dem Fenster starrt, über Formulierungen nachdenkt, neben sich einige Bücher, in denen sie viele, viele Stellen angestrichen hat. 

Letzte Woche hat Christina etwas über Zeitersparnis geschrieben. Dass wir trotz der vielen modernen Gadgets, die uns zeitraubende Arbeit abnehmen, doch an Zeitmangel leiden. Dass viele Mitmenschen abgehetzt, abgewetzt, abgemüht sind. Wir sind zwar befreit von den unendlichen Mühen des Waschtags, des Wasserholens, des Feuermachens. 

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