moderne Krebstherapien haben heute das Potenzial, ein langes Leben nach Krebs zu sichern. Das erweitert den Fokus vom Kümmern um die Krankheit hin zu den Langzeitfolgen.
In der heutigen Folge (Abre numa nova janela) spreche ich mit einem Experten über das Langzeitüberleben nach Hodenkrebs und was alles für Nachsorge zu beachten und betreffend Folgen im Auge zu behalten ist.
Langzeitüberleben – Prof. Dr. Carsten Bokemeyer über Therapie, Nachsorge und Folgen von Hodenkrebs · Folge 41
Was im ersten Moment zählt, ist die bestmögliche Therapie. Doch bei Hodenkrebs wird früh klar: Es geht nicht nur ums Überleben, sondern auch darum, wie das Leben danach aussieht.
Im Gespräch mit Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer (Direktor II. Medizinische Klinik: Onkologie, Hämatologie, KMT mit Abteilung Pneumologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) geht es um genau diesen Perspektivwechsel. Er erklärt, warum bei Hodenkrebs schon zu Beginn der Behandlung mitgedacht werden sollte, wie sich Therapien langfristig auswirken können und wie sich Heilungschancen und Nebenwirkungen gegeneinander abwägen lassen.
Ein zentraler Punkt: Die meisten Rückfälle treten in den ersten zwei Jahren nach der Therapie auf. Nach fünf Jahren ist ein Wiederauftreten selten. Gleichzeitig endet die Nachsorge damit nicht, sondern verschiebt ihren Fokus.
Eine Folge über gute Prognosen. Und über die Verantwortung, die damit entsteht, das Leben nach Krebs bewusst zu gestalten.
Aufgezeichnet beim Deutschen Krebskongress im Februar 2026.
Drei Learnings aus dieser Folge
Langzeitüberleben beginnt mit der Therapieentscheidung. Bei Hodenkrebs sind die Heilungschancen hoch, auch in fortgeschrittenen Stadien. Genau deshalb sollte schon zu Beginn abgewogen werden, wie viel Therapie nötig ist, um Heilung zu erreichen und gleichzeitig Langzeitfolgen zu begrenzen.
Nachsorge verändert ihren Fokus nach wenigen Jahren. Die meisten Rückfälle von Hodentumoren treten in den ersten zwei Jahren auf, nach fünf Jahren sind sie selten. Danach geht es weniger um Rückfallkontrolle und mehr um das Erkennen und Behandeln von Spätfolgen sowie um Vorsorge.
Leben nach Krebs umfasst mehr als medizinische Kontrolle. Körperliche Folgen wie Nerven- oder Hörschäden, Fruchtbarkeit, hormonelle Veränderungen, aber auch psychische und soziale Aspekte spielen eine Rolle. Ein gesunder Lebensstil und gezielte Nachsorge können helfen, Langzeitfolgen zu reduzieren.
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Quellen
Patientenleitlinie Hodenkrebs (Abre numa nova janela) (Stand: Oktober 2021, Leitlinienprogramm Onkologie, Deutsche Krebshilfe)
S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens (Abre numa nova janela) (Version 1.1, Februar 2020, Leitlinienprogramm Onkologie)
Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Abre numa nova janela)
Folgen zum Weiterhören:
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Alexander (1): Diagnose Schock – Wenn Männer plötzlich mit Krebs konfrontiert sind · Folge 1 (Abre numa nova janela)
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Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Sie geben persönliche Erfahrungen von Betroffenen wieder und sollen zum Nachdenken anregen, Orientierung bieten und Gespräche ermöglichen. Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team.
© 2026 Der Podcast wird gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.
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