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“Mein Kind und ich geraten ständig aneinander”

In diesem Steady-Format beantworte ich regelmäßig eure Fragen rund um Elternschaft, mentale Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung – einfühlsam, alltagsnah und fachlich fundiert aus meiner Perspektive als studierte Neurowissenschaftlerin, Trageberaterin, Elternkursleiterin – und als Mutter von drei Kindern, die das echte Leben kennt.

Die Fragen sind leicht verändert und pseudonymisiert (*), um die Privatsphäre der Fragestellenden zu wahren.

Liebe Anna,
Meine Tochter (5) und ich geraten derzeit gerade ständig aneinander - und mich belastet das total.
Ich habe das Gefühl, dass sie alles ungebremst an mir auslässt: Alles ist doof, das Frühstück schmeckt ihr nicht, sie hat schlechte Laune morgens etc. Wir haben unzählige neue Hobbys ausprobiert, nichts gefällt ihr. Sie hat dreimal abgebrochen, nachdem ich schon die Vereinsgebühr bezahlt hatte.
Neulich war ich mit ihr und einer Freundin auf einem Fest - und wir hatten vorher besprochen, was die Mädels sich aussuchen dürfen und wieviel (also jeder eine Attraktion und etwas zu naschen). Das hat alles überhaupt nicht geklappt und sie wollte immer mehr (kann ich ja sogar auch verstehen), fing dann aber an, mich lauthals zu beschimpfen, ich sei gemein usw. Ich habe versucht, ihr zu erklären, wie das für mich ist und warum Absprachen klappen sollen, aber ich kam gar nicht an sie heran.
Ich will das gar nicht weiter ausführen, aber ich habe dann auf dem Heimweg geweint.
Wie kann ich unser Verhältnis wieder verbessern? Ich möchte ihr wieder näher kommen.

Ich würde mir soooo sehr ein gutes und - ja - freundschaftliches Verhältnis zu ihr wünschen. Aber das ist wahrscheinlich auch zu viel bzw der falsche Wunsch? (also wegen „freundschaftlich“?)

Was kann ich tun, um das Streitkarrussel zum Stoppen zu bringen?

Deine Janne*

Bild: Canva

Liebe Janne*,

danke für deine Nachricht und dein Vertrauen. Ich spüre, wie erschöpft und traurig du gerade bist, weil ihr gerade in diesem Strudel aus Streit und Konflikten feststeckt.

Du wünschst dir ein besseres Verhältnis zu deiner Tochter. Gleichzeitig darfst du dir zugestehen: Du musst nicht ihre beste Freundin sein. Du darfst ihre Mutter sein – mit all der Liebe, Klarheit und Sicherheit, die sie gerade so dringend braucht. Manchmal sind wir Eltern diejenigen, an denen unsere Kinder ihre schlechte Laune auslassen, weil wir der sichere Hafen sind. Bei uns dürfen sie dysreguliert sein, ohne befürchten zu müssen, dass wir sie nicht mehr lieben würden. Das ist unglaublich anstrengend und zur selben Zeit ist es ein Geschenk. Das heißt nicht, dass du es akzeptieren und dazu lächeln musst, wenn sie ihre Laune ungefiltert herauslässt. Dennoch hilft manchmal dieser kleine Perspektivwechsel, um bei dir zu bleiben und so zu reagieren, wie du das gerade möchtest, anstatt selbst in einen Kampf- oder Verteidigungsmodus zu geraten.

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Tópico Starke Gefühle

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