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Ungeschmückte Urinale (The World Cup Diaries I)

Non si ripetera la storia mai piu
Non sara di nuovo novanta quattro
(Sportfreunde Stiller)

183/∞

Glückauf und ein herzliches Bangaranga, Ihr Checker!

Technischer Hinweis: Mich erreichte kürzlich die Rückmeldung, dass die vielen Fußnoten die Lektüre meines Newsletters erschwerten, weil man immer nach unten und dann wieder nach oben scrollen müsse. Ich sehe das Problem, das in E-Mail-Programmen auftaucht, und habe auch gleich einen Lösungsansatz: Wenn Ihr ganz oben auf „Im Browser lesen“ klickt, könnt Ihr diesen Newsletter im Browser lesen. Dort sollten die hochgestellten Ziffern dann klickbar sein und am Ende jeder Fußnote sollte ein Pfeil sein, der Euch an die richtige Stelle zurückbringt. Keine Fußnoten sind nämlich keine Option.

Der einzige Berührungspunkt, den ich vor Daras Sieg beim diesjährigen ESC (s.a. letzter Newsletter (Abre numa nova janela)) mit Bulgarien gehabt hatte, hatte auf dem Kopf von Yordan Letchkov gelegen, gleich neben jenem Bürzel, den man heute von Friedrich Merz kennt, den Letchkov aber natürlich - zumindest in meiner Generation - berühmt bis unsterblich gemacht hatte. Letchkov hatte sich am 10. Juli 1994 im Kopfballduell (Abre numa nova janela) gegen Thomas Häßler durchgesetzt und den Ball neben Bodo Illgner in die Maschen gesetzt. Rund zwölf Minuten später war Deutschland ausgeschieden.

Die WM 1994 in den USA war die erste Fußballweltmeisterschaft der Herren, die ich richtig verfolgt habe.1 Meine Omi hatte mir aus der „Funk Uhr“ Aufkleber der deutschen Spieler mitgegeben, die ich auf einer Klarsichthülle auf einem selbstgemalten Fußballfeld drapierte und immer wieder umstellte. Vor dem ersten Spiel hatte ich das gesamte Turnier durchgetippt und -gerechnet: Deutschland würde seinen Titel verteidigen. Von meinem Großvater hatte ich mir eines seiner überzähligen Fernsehgeräte ausgeliehen, das während der gesamten Sommerferien in meinem Zimmer stand und mir bisher unbekannte Freiheiten in Form von sechs verschiedenen Sendern offerierte. (Einen kurzen Einblick in diesen Fernsehsommer habe ich, wie ich gerade festgestellt habe, bereits im Sommer 2013 verbloggt (Abre numa nova janela).)

Ich erinnere mich an „Das aktuelle Wett-Studio“ (Abre numa nova janela), ein bizarres crossover aus „Wetten, dass.. ?“ und „Das aktuelle Sportstudio“, das Thomas Gottschalk, Günther Jauch und Harald Schmidt zusammen moderierten, und in dessen Verlauf die Deutsche Fußballnationalmannschaft ihren gemeinsamen WM-Song mit den Village People vorstellten (geschrieben von Ralph Siegel, der damals gerade seine 13. von insgesamt 24 ESC-Teilnahmen hinter sich gebracht hatte, und seinem ewigen Sidekick Bernd Meinunger, dem man unterstellen darf, komplett ahnungslos gewesen zu sein, als er beschloss, die Spieler mit der berühmten Schwulenband die Zeilen „There’s a rainbow in your eyes / on the other side of America“ singen zu lassen):

https://www.youtube.com/watch?v=DVc_k-M4lXo (Abre numa nova janela)

(Es ist für mich unerklärlich, wie man als Sportler so absolut gar kein Rhythmusgefühl haben kann, aber vielleicht überschätze ich die Bedeutung von Takt im Fußball.)

Ich erinnere mich an die Zeitungsberichte darüber, dass Fußball in den USA weitgehend unbekannt sei, und die Amerikaner statt des Eröffnungsspiels eine echte Verfolgungsjagd (Abre numa nova janela) im Fernsehen geschaut hätten, bei der dieser eine Schauspieler aus „Die nackte Kanone“, der - wie ich jetzt las - früher mal ein American-Football-Star gewesen war, vor der Polizei geflohen war, die ihn beschuldigte, seine Ex-Frau und deren Lebensgefährten ermordet zu haben.2 Ich erinnere mich, dass es ein unglaublich heißer Sommer jener Sorte war, wie man sie nur in der Kindheit erlebt, wenn man ein Zimmer unter dem Dach hat, und dass wir manche Spiele auf einem Fernseher im Garten schauten. Ich erinnere mich, dass meine Eltern mir die „Sport Bild“ kaufen mussten, weil in der „NRZ“ nicht mehr ausreichend Informationen für mein sehr aufnahmewilliges Kinderhirn vorhanden waren. Irgendwo muss es auch noch eine Kassette geben, auf der ich die Weltmeisterschaft damals in Echtzeit dokumentierte: Alle paar Tage nahm ich ein bisschen was auf, so auch ein Interview zwischen Waldemar Hartmann und Jürgen Klinsmann, in dem die beiden schon über den anstehenden Halbfinalgegner Italien sprachen, aber in einem Nebensatz darauf hinwiesen, dass Deutschland zuvor ja noch Bulgarien schlagen müsse.

Und dann kam besagtes Viertelfinale. Der traurige Elfmeter von Lothar Matthäus, der ein bisschen Entspannung brachte. Der Ausgleich von Hristo Stoichkov. Und das Kopfballtor von Yordan Letchkov. Die heißen, wütenden Tränen, die man weint, wenn die eigene Mannschaft alles kaputt macht.

Kurz nach der WM 1994: Mein erster eigener Fußball.

Es kamen aber auch die fulminanten Spiele der Schweden, die es bei diesem Turnier auf den dritten Platz schafften, und die ich deshalb schnell zu meinem Team erkor.3 Namen wie Thomas Ravelli, Patrik Andersson, Roger Ljung, Stefan Schwarz, Jonas Thern, Tomas Brolin, Anders Limpar, Henrik Larsson, Martin Dahlin und Kennet Andersson haben für mich immer noch den gleichen Klang wie Jürgen Kohler, Stefan Reuter, Andreas Möller oder Thomas Berthold — und weil Patrik Andersson und Martin Dahlin in der deutschen Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag standen, liebäugelte ich, der ich mich familiär bedingt bisher so gar nicht mit Vereinsfußball auseinandergesetzt hatte, mit der Elf vom Niederrhein. Der Deal wurde besiegelt, als Stefan Effenberg, der deutschen Fans im Achtelfinale den Mittelfinger gezeigt und sich Dank sofortiger Sanktionierung elegant um das Spiel gegen Bulgarien gedrückt hatte, ebenfalls nach Gladbach wechselte; denn obwohl ich eigentlich ein sehr braves Kind war, gefiel mir diese Punk-ähnliche Attitüde. Gladbach beendete die anschließende Saison auf Platz 5, gewann eine Woche später mit mir im Stadion den DFB-Pokal und hat seitdem - ähnlich der schwedischen Nationalmannschaft - absolut nichts mehr gerissen.4 Aber vorher kam noch das erste Elfmeterschießen in einem WM-Finale, das mein Papa und ich mitten in der Nacht im Halbschlaf auf der Couch unseres Ferienhauses im Zentrum von Domburg verfolgten.

All das steckte für mich bisher im Ländernamen „Bulgarien“ und ich freue mich darauf, diesen im kommenden Jahr mit ganz viel neuer Bedeutung aufzuladen.

Die WM 1994 liegt aber allgemein ein bisschen in der Luft, weil heute in Mexiko, Kanada, vor allem aber eben auch: in den USA die diesjährige Fußballweltmeisterschaft der Herren beginnt. Deshalb gab es in der letzten Ausgabe der „11 Freunde“ (Abre numa nova janela) einen umfassenden Rückblick auf jenes Turnier, das noch so viel mehr Absurdität und Dramatik bereit hielt, als ich hier ausführen kann; deswegen haben ARD (Abre numa nova janela) und ZDF (Abre numa nova janela) Dokumentationen produziert, die sich mit recht unterschiedlichen Schwerpunkten auf die WM 1994 beziehen und die ich beide noch nicht komplett gesehen habe.

Wie das anstehende Turnier, die - was Teilnehmerländer, Spiele und Dauer angeht - größte Fußball-WM aller Zeiten, werden könnte, darauf gab das Testspiel der deutschen Männer in Chicago gegen die USA am vergangenen Samstag einen kleinen Vorgeschmack: Es gab großes Tamtam, einen Flyover und … Barbeque am Spielfeldrand?!

Man vergisst das ja immer wieder leicht, weil die meisten von uns so sehr mit US-Popkultur aufgewachsen sind und glauben, damit alles über das Land zu wissen, aber die kulturellen Unterschiede sind schon enorm und wenn Fußball auf US-Sportkultur trifft, wird es schnell wahnsinnig absurd: Alles sieht aus wie dieses Quatsch-Spektakel, mit dem RB Leipzig seine Heimspiele inszeniert, und es passt gefühlt gar nicht zu diesem Sport, der im Geiste und im Herzen der meisten Fans (und - Hashtag Pöhler - Marketingabteilungen) immer noch auf Oberliga-Plätzen ausgetragen wird.

Ein Turnier in den USA singt nicht „Football’s coming home“ (Abre numa nova janela), sondern „Football’s coming to a strange, foreign country where it’s not even addressed by its real name“. Und bei aller kultureller Offenheit: Fußball ist ein Sport, der so ungefähr überall hinpasst, außer in die USA.5 Das Aztekenstadion, El Monumental oder Maracanã sind legendäre Orte; Ältere sprechen ehrfürchtigst von den Weltmeisterschaften in Argentinien und Mexiko (und haben im Gegenzug oft gar kein Verhältnis zu meiner WM 1994). Auch die Vuvuzelas bei der WM 2010 in Südafrika haben wir belustigt akzeptiert, weil allen klar war: Das ist deren Art, Fußball zu feiern. So wie es Stadien gibt, in denen Pils ausgeschenkt wird, und andere, in denen man Kölsch oder Alt bekommt.6 Wenn dieser Sport jetzt in den Einflussbereich der US-amerikanischen Kultur gerät, passt plötzlich nichts mehr zusammen — wie auch umgekehrt: Ich mag es total, NBA- und NHL-Spiele zu gucken (und versuche es immer mal wieder mit NFL und MLB), aber wenn die Spieler von den Telekom Baskets Bonn oder des ERC Ingolstadt mit Pyro einlaufen, wirkt das nicht weltläufig, sondern im Gegenteil erdrückend provinziell.

Mich erinnert es an das Organisationskomitee unserer Abifeier, das die Veranstaltung in der Stadthalle Dinslaken (dem Namen nach die Definition von Kleinstadt) als „Prom Night” inszenieren wollte, was nur sehr bedingt gelang. Dieses Verkleiden als reiche Erwachsene ist ja schon absurd genug, wenn US-Teenager ihr Date mit einer gemieteten Limousine abholen, aber es moussiert noch sehr viel weniger, wenn man im schlecht sitzenden C&A-Anzug mit seinen Eltern aus einem Ford Fiesta oder einem Renault Twingo steigt, Rebecca.

Und da zeigen sich die kulturellen Unterschiede dann eben mit aller Brutalität. Deutschland ist ja nun wirklich kein Hort der Lockerheit, aber sind wir eben eher der Finanzbeamte Mitte Vierzig, der einmal im Jahr mit den Jungs zu Rock am Ring fährt und es krachen lässt. Die USA dagegen sind der Sportstudent, der auch auf Parties allen beweisen muss, wie locker und gut drauf er ist; die Immobilienmaklerin mit Reality-TV-Ambitionen und 150.000 Followern auf Instagram, die sie gerne mal mit nach Dubai nimmt; der Charakter Julie in der 5. Staffel „Scrubs“, die statt zu lachen immer „That’s so funny“ sagt (Abre numa nova janela).

Oder, in den Worten einer anderen US-Fernsehserie, die mich unglaublich geprägt hat:7

Jo, this is the U.S. of A. We're a very prosaic nation, and when we have art in public places we want it to be about as subtle as Godzilla.

(Pacey Witter, „Dawson’s Creek“, Season 3, Episode 15: „Crime and Punishment“ (Abre numa nova janela))

Wenn es nach den Medien geht, sollten wir alle keinen Bock auf die WM haben, wegen der politischen Situation in den USA. Ich habe keine Daten erhoben, würde mich aber mal ganz entspannt aus dem Fenster lehnen und sagen: Den allermeisten Fußballfans wird Donald Trump sein Versuch, „Der große Diktator“ im Stile der Seifenoper „Reich und schön“ neu zu verfilmen, einigermaßen egal sein. Die störten sich 2022 in Katar an der falschen Jahreszeit und vielleicht an dem komischen Umhang für Messi.

Weltgeschehen und Umstürze lassen sich für die allermeisten Menschen auf eine einzige Frage (Abre numa nova janela) herunterbrechen: „Was bedeutet das für meinen Urlaub?” Sie sehen sich vor allem als Touristen, die sich die Welt anschauen, und merken gar nicht, dass sie in den Geschichten (Abre numa nova janela) der Einheimischen die Bösen sind.

Wenn überhaupt, dann stören sich Fußballfans an der FIFA und deren Präsidenten, der - wie es aktuell en vogue ist - wie die Karikatur eines Superschurken aus Filmen und Comics wirkt. Sam Knight hat für den „New Yorker“ ein Porträt (Abre numa nova janela) über Gianni Infantino geschrieben, das vor allem deshalb interessant ist, weil es noch einmal in Erinnerung ruft, dass dieser vor zehn Jahren angetreten war, um die Korruption und die Dominanz der europäischen Verbände im Weltverband zu bekämpfen. Letzteres hat ganz gut geklappt, aber eben um den Preis, dass plötzlich ausgewiesene Schurkenstaaten von der Arabischen Halbinsel Turniere ausrichten und sich damit der Welt präsentieren können. Aber auch da sind es eher die fußballnahen Themenfelder, die (manche) Fans empören wie die „Club-WM“, die im vergangenen Jahr weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den USA stattgefunden hat, oder die „Saudi Super League“, in der Fußballer, die ihren Zenit weit überschritten haben und/oder nie wirklich gut gewesen waren, für ordentlich Geld noch ein paar Runden durch die Manege drehen und allen zeigen, dass Moral nur was für Menschen ist, denen sich nie die passenden Gelegenheiten geboten haben.8

Sam Knight fasst es sehr schön zusammen:

Infantino is a creature of our post-liberal moment: simultaneously banal and hard to read.

Interessant fand ich vor allem, dass es offenbar in jeder Organisation ähnlich ist: Die Menschen oben in der Hierarchie wollen alles wissen und mit besprechen, haben aber gleichzeitig eine merkwürdige Angst davor, Entscheidungen zu treffen, denn, wie es eine Person aus dem FIFA-Umfeld in einer Textnachricht an Knight formulierte: „Decisions = risks = fear”.

Ich möchte ehrlich sein: Auch in meinen Abwägungen, ob und inwieweit ich mich jetzt auf das Turnier freuen soll, spielen die Anstoßzeiten, der völlig übertriebene FOMO-Stress, den dieser aufgeblasene Turnierplan erzeugt, die Angst vor der unheiligen Allianz aus US-amerikanischer Überinszenierung und Infantinisierung des Fußballs weitaus größere Rollen als Donald Trump. Der ist ja nun wirklich auserzählt als gewissenloser, bösartiger Kleptokrat und hat durch seine reine Anwesenheit gerade eine rekordebrechende (Abre numa nova janela) Siegesserie der New York Knicks unterbrochen (Abre numa nova janela).9

Gleichzeitig ist dessen xenophobe, paranoide und menschenverachtende Politik ja immer noch sehr real, auch und gerade bei der WM: Schon bevor die losgeht, ist klar, dass der somalische Schiedsrichter Omar Artan nicht in die USA einreisen darf (Abre numa nova janela); dass die Spieler des Iran nur an Spieltagen (Abre numa nova janela) in die USA einreisen dürfen (und das Land danach sofort wieder verlassen müssen), und der iranische Verband die zugesagten Ticketkontingente nicht bekommt (Abre numa nova janela). Es erscheint angesichts der alltäglichen Ungerechtigkeiten und Ungeheuerlichkeiten in den USA fast zweitrangig, aber: Auf ein Turnier unter diesen Vorzeichen kann man sich nicht wirklich freuen.

Dennoch kann man mit dem Vorsatz in das Event gehen, sich von Trump nicht auch noch die WM kaputt machen lassen — denn das erledigt ja schon Infantino.

Der hatte die Vergabe der WM ursprünglich daran geknüpft, dass alle Teilnehmenden ins Gastgeberland einreisen dürfen, und verweist jetzt mit der selben Aaligkeit, mit der er Trump schon den frisch erfundenen „FIFA Peace Prize“ angedeihen ließ,10 auf die Souveränität des Gastgeberlandes.

Wie bei Trump selbst, aber auch wie bei Elon Musk, Jeff Bezos, Peter Thiel oder Björn Höcke muss man bei Infantino permanent aufpassen, dass man sich nicht über ihn kaputt lacht, weil alles an diesen Männern so absurd, aus der Zeit gefallen und schlichtweg lächerlich wirkt: Infantino sieht aus wie Ernst Stavro Blofeld (Abre numa nova janela), der Oberbösewicht bei James Bond, der vor 30 Jahren als Dr. Evil in „Austin Powers“ parodiert wurde.11 Er steht einer Organisation mit Akronym vor, die in aller Welt zwielichtigste Geschäfte macht. Er benimmt sich wie ein KI-Amalgam aus J.R. Ewing und Jo Gerner (allerdings ohne das Charisma von Larry Hagman und Wolfgang Bahro), und lässt sich vielleicht ein bisschen weniger als Donald Trump anmerken, wie sehr er eigentlich von allen gemocht werden möchte. Wenn er dann doch mal die versammelten Medienvertreter*innen fragt, warum die „so gemein“ (Abre numa nova janela) zu ihm seien, wirkt er dabei aufrichtig erstaunt, so als sei sein moralisches Koordinatensystem - wie im „New Yorker“ angedeutet - quasi gespiegelt von dem der meisten Menschen.

Überhaupt passieren die absonderlichsten Dinge, wenn Infantino erstmal frei (oder so etwas ähnliches wie frei) in ein Mikrofon redet: Vor dem Beginn der umstrittenen Winter-WM in Katar hatte er erklärt:

Today I feel Qatari. Today I feel Arab. Today I feel African. Today I feel gay. Today I feel disabled. Today I feel a migrant worker.

Der Auftritt (Abre numa nova janela) - das schlechteste „West Side Story“-Cover (Abre numa nova janela) aller Zeiten - hätte nicht noch absurder werden können, wenn er laut „Schtonk!“ gerufen und sich das Mikrofon vor ihm gebeugt hätte (Abre numa nova janela).

Es zählt zu den großen Unverschämtheiten unserer Gegenwart, dass man solche drittklassigen Clowns nicht einfach auslachen darf. Und das nur, weil sich zu viele einflussreiche Männer darauf verständigt haben, sie als mächtig anzusehen, und sie jetzt tatsächlich Macht haben.

Und gleichzeitig hat dieser Typ, der klingt wie Erich Mielke (Abre numa nova janela) auf Ketamin, für mich noch weniger mit Fußball zu tun als Barbeque am Spielfeldrand und überfliegende Kampfflugzeuge. Für Fußball braucht man, wie Infantino mal selbst bemerkte, nur einen Ball (oder früher sogar nur eine leere Getränkedose). Zwar heißt das Turnier offiziell „FIFA World Cup 2026™“, aber so nennen es nur die Sponsoren und Medienpartner. Für Fans ist es immer noch die „Fußball-WM“, denn am Ende liegt unter all der Vermarktung, all den Schlagzeilen, all der Politik eine ganz simple Idee, die uns alle berührt. Als solche dem ESC nicht unähnlich.

Ich bin überzeugt davon, dass wir solche Großereignisse brauchen.

Erinnert Ihr Euch noch an das Jahr, als in Deutschland die Fußball-EM stattfand, in Paris die Olympischen Spiele, als Taylor Swift durch Europa tourte und es für ein paar Wochen so aussah, als könnte Kamala Harris die erste Präsidentin der USA werden? Auch wenn es sich wie Jahrzehnte anfühlt: Das ist gerade mal zwei Jahre her. Seitdem ist sicherlich viel Scheiße passiert in der Welt (und auch parallel zum brat summer war Krieg in der Ukraine, in Gaza und in noch mehr Ländern und Regionen, von denen wir gar nichts mitbekommen haben), aber auch ganz viel Tolles. So wie ungefähr zu jedem Zeitpunkt in der Weltgeschichte. Und es könnte sich für uns alle als vorteilhaft erweisen, zu lernen, wie man Widersprüche ein Stück weit aushält.

Nehmen wir zum Beispiel Alexander Zverev, der am Sonntag das Finale der French Open gewann: Er ist damit der erster Deutsche überhaupt in der Open Era (Abre numa nova janela), der in Roland Garros gewann, und der erste Deutsche seit Boris Becker 1996 bei den Australian Open, der einen Grand-Slam-Titel errang. Gleichzeitig hatten zwei Ex-Partnerinnen Zverev in der Vergangenheit vorgeworfen, gegen sie übergriffig geworden zu sein. Ein Gerichtsverfahren gegen ihn war 2024 gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 200.000 Euro eingestellt worden (Abre numa nova janela), was bedeutet, dass Zverev weder verurteilt noch freigesprochen wurde.

Ich kann Zverevs sportliche Leistung anerkennen (noch dazu mit Typ-1-Diabetes) und gleichzeitig reserviert bleiben in meiner Begeisterung für einen offenkundig großen Sportsmann, der sich zumindest in der Vergangenheit mutmaßlich nicht immer unter Kontrolle hatte (und dieses mutmaßliche Fehlverhalten bis heute nicht nur nicht einräumt, sondern auch die Berichterstattung darüber (Abre numa nova janela) aktiv (Abre numa nova janela) bekämpft (Abre numa nova janela)). Ich persönlich weiß nicht, wie ich als Sportreporter (Abre numa nova janela) mit diesem Konflikt umgehen würde, aber ich bin auch kein Sportreporter,12 weswegen ich auch nicht unbedingt eine Antwort auf diese Frage finden muss.

Die Frage, die ich mir zur WM stelle, lautet: „Will ich das gucken?“, nicht angestrengt bildungsbürgerlich: „Darf ich das gucken?“ Dieses Abwälzen auf Einzelpersonen geht mir zunehmend auf den Sack: Der CO2-Fußabdruck ist eine Erfindung (Abre numa nova janela) der Ölkonzerne, damit wir uns schlecht fühlen, wenn wir einmal im Jahr mit dem Flugzeug in den Urlaub reisen,13 und jetzt sollen wir alle für uns entscheiden, ob wir diese shit show legitimieren, indem wir den Fernseher einschalten?

Am Ende ist es relativ egal, ob Ihr oder ich oder 40 Millionen Menschen in Deutschland die WM gucken. Hilfreich wäre zum Beispiel, wenn sich 27 EU-Finanzminister*innen mit ihrer Schweizer Amtskollegin träfen und mal ein sehr ernsthaftes Gespräch über die Gemeinnützigkeit der FIFA (und die des IOC und einiger anderer Organisationen) führten. Wenn Staatsoberhäupter unter Vortäuschung wichtiger Termine (oder gar ganz offensiv) darauf verzichteten, Infantino und Trump in deren Ehrenloge zu besuchen. Wenn öffentlich-rechtliche Sender aufhören würden, Phantasiesummen für die Übertragungsrechte an die FIFA zu zahlen, solange die sich nicht ernsthaft reformiert. Und wenn man unbedingt selbst aktiv werden will, könnte man, wenn man Mitglied in einem Fußballverein und damit auch im DFB ist, dessen oberstem Chef (Abre numa nova janela) eine E-Mail schreiben und ihn auffordern, sich endlich mal Eier wachsen zu lassen.

Ich erziehe meinen fast 12-jährigen Sohn, der vor seiner ersten WM steht, aus tiefster Überzeugung so, dass er nicht wird wie Infantino, Trump oder Musk und jene Lappen, die den Aufstieg solcher Typen begünstigt haben. Aber ich sehe auch nicht so ganz ein, warum er, nur weil er in eine Welt bzw. Gesellschaftsstruktur hineingeboren wurde, die solche Karrieren und Politiken auch im 21. Jahrhundert noch ermöglicht, auf die Erfahrungen einer Fußball-WM verzichten soll. Das haben wir schon vor dreieinhalb Jahren gemacht, weil das Turnier in Katar ja nun wirklich auf allen Ebenen zu gruselig gewesen war.

Eine WM guckt man ja nicht wegen des tatsächlichen Fußballs (der ist in Champions-League-Halbfinals aufregender, trotz der ganzen Scheich-Clubs), sondern wegen der Nostalgie — ich wegen meiner von 1994, er wegen seiner zukünftigen im Jahr 2058. Deswegen denkt man beim Wort „WM“ Hanuta und Duplo mit, Uli Stein und Uwe Bein.

Ich glaube an Eskapismus als Schwungrad für gesellschaftlichen Fortschritt: Wenn wir in jeder wachen Stunde mindestens einmal auf unsere Smartphones schauen und dort die schlechten Nachrichten aufmerksamkeitsökonomisch besser performen als die guten (weil Deutschland ja nicht nur ein Finanzbeamter bei Rock am Ring ist, sondern auch diese eine Nachbarin, die immer über alles meckern muss), wird die Realität - was immer die sein mag - dadurch kein bisschen schlechter oder besser, aber wir brennen aus und machen den Alltag für uns und unser Umfeld noch anstrengender.

Aber fragt mich noch mal nach dem Turnier (und der Halbzeitshow (Abre numa nova janela) im Finale): Vielleicht werde ich zugeben müssen, es mir zu leicht gemacht zu haben. Aber das dann wenigstens auf dreiundzwanzigtausend Zeichen.

Der „San Francisco Chronicle” meinte, auch in der Bay Area mangelnde WM-Euphorie erkannt zu haben, und belegte (Abre numa nova janela) das mit Beobachtungen vom Flughafen:

Advertising has been sparse. While crews at SFO will belatedly display banners next week, including an installation that allows travelers to block shots from a robot, the urinals lack any special adornments.

Wenn es nach mir geht, soll „The urinals lack any special adornments“ das inoffizielle Motto dieser WM sein.

Was macht der Garten?

All das, was mal Tomaten, Gurken, Wassermelone, Radieschen, Möhren und Salat werden will, sitzt jetzt in der Erde, wird gegossen und in die Sonne gehalten. Und neben den Erdbeeren sind auch die ersten Himbeeren reif.

Was hast Du veröffentlicht?

Mein Mixtape (Abre numa nova janela) aus dem Monat Mai. Bei Apple Music (Abre numa nova janela) und Spotify (Abre numa nova janela).

Was hast Du gehört?

Seit rund zweieinhalb Jahren (Abre numa nova janela) feiere ich die Musik von Brockhoff ab, jetzt ist endlich das Debütalbum der jungen Hamburgerin und ihrer Band erschienen: „Easy Peeler“ (PIAS; Apple Music (Abre numa nova janela), Spotify (Abre numa nova janela), Amazon Music (Abre numa nova janela), Tidal (Abre numa nova janela), YouTube Music (Abre numa nova janela), Deezer (Abre numa nova janela), Bandcamp (Abre numa nova janela)) knüpft an aktuelle Acts wie Soccer Mommy, Snail Mail, Julien Baker, Lucy Dacus, Phoebe Bridgers, Boygenius, Courtney Barnet und Philine Sonny an, aber auch an 90er-Musik von Smashing Pumpkins, Hole, Liz Phair, Nada Surf und Alanis Morissette. Manche Acts der Gegenwart haben ja das Problem, dass sie zu Beginn so viele Singles und EPs mit großartigen Songs veröffentlicht haben, dass die besten schon aufgebraucht sind, wenn das eigentliche Debütalbum (ich denke und höre noch in „Alben“, bitte helfen Sie mir über die Straße!) ansteht. Hier nicht! Bei „The Carpet Song“, „Sunny Day (Deadline)“ oder „Blue Star“ bin ich mir relativ sicher, sie schon vor 25 Jahren auf Mixtapes gepackt zu haben, aber da war Brockhoff noch ein Baby.

Death Cab For Cutie, die eine ganze Weile zu meinen absoluten Lieblingsbands gehörten, haben ihr neues, elftes Album veröffentlicht: „I Built You A Tower“ (Anti; Apple Music (Abre numa nova janela), Spotify (Abre numa nova janela), Amazon Music (Abre numa nova janela), Tidal (Abre numa nova janela), YouTube Music (Abre numa nova janela), Deezer (Abre numa nova janela), Bandcamp (Abre numa nova janela)) handelt von Ben Gibbards zweiter Scheidung (was ich als inhaltliches Thema bei den meisten Alben erstmal nicht so interessant finde), vor allem aber vom Älterwerden und den neuen Themen und Problemen, die das so mit sich bringt. Es ist also wirklich sad dad rock, aber das beste Album der Band seit mindestens zehn, eher 20 Jahren.

Das Debütalbum von Jalen Ngonda hatte ich erst mit anderthalbjähriger Verspätung für mich entdeckt (Abre numa nova janela), aber jetzt ist sein zweites Album erschienen und ich kann es für die diesjährigen Bestenlisten vormerken, auf denen es sicherlich landen wird. „Doctrine Of Love“ (Daptone; Apple Music (Abre numa nova janela), Spotify (Abre numa nova janela), Amazon Music (Abre numa nova janela), Tidal (Abre numa nova janela), YouTube Music (Abre numa nova janela), Deezer (Abre numa nova janela), Bandcamp (Abre numa nova janela)) hätte auch vor 50, 60 oder 70 Jahren herauskommen können; es ist ein großartiges klassisches Soul- und R&B-Album. Jeder Song klingt, als habe man ihn schon auf staubigen Vinyl-Platten bei den eigenen Eltern gehört, aber in dem Sinne wie bei Amy Winehouse, nicht wie bei Dick Brave. Dieses Album, die Abendsonne auf der Terrasse, eine gute Limo und nicht an Friedrich Merz denken könnten mein Sommer 2026 werden.

Was hast Du gelesen?

Um das Thema „mit US-Popkultur aufgewachsen“ von vor 15 Minuten noch mal aufzugreifen: Die Literaturagentin Katharina Volckmer hat für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (Abre numa nova janela) aufgeschrieben, wie unsere Generation von US-amerikanischer Musik, Filmen und Serien geprägt wurde, und angesichts von Donald Trump und seinen Anhängern plötzlich alles in Frage stellt: „Im Rückblick fühlt es sich wie eine imaginäre Freundschaft an.“ Die nächsten Generationen, führt Volckmer aus, wachsen mit japanischer und südkoreanischer Popkultur auf, so dass sich auch dort ein Ende der US-Dominanz abzeichnet.

Weitgehend untergegangen ist auch Opel, einst die deutsche Automarke schlechthin (zumindest in unserer Familie). Niklas Maak hat für die „F.A.Z.“ (Abre numa nova janela) die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der Marke nachgezeichnet, ihren Niedergang dokumentiert und wünscht sich eine Renaissance.

Außerdem habe ich recht viel Zeit auf Substack verbracht, diesem Anti-Twitter mit langen Texten und ausführlichen Gedanken. Die großartige Lisa Jakub, die meine YouTube-Yoga-Lehrerin (Abre numa nova janela) ist und die Ihr vielleicht noch als child actor aus „Mrs. Doubtfire“ und „Independence Day“ kennt, hat eine gute Freundin an Krebs verloren und einen anrührenden, klugen und auch tröstenden Text (Abre numa nova janela) darüber geschrieben, wie es ist, zu trauern. Der ebenfalls großartige Michael Buchinger, Autor, Podcaster, Comedian und Internetpersönlichkeit aus Österreich, ist jetzt auch auf Substack aktiv und schreibt dort unter anderem über Ungeselligkeit als self care (Abre numa nova janela) und ständige Erreichbarkeit (Abre numa nova janela). Zwar fehlt im Vergleich zum Podcast sein charmanter österreichischer Akzent (es ist der einzige deutschsprachige Podcast, den ich jede Woche höre, weswegen mein eigenes Deutsch langsam, aber sicher von Austriazismen durchzogen wird), aber ansonsten ist Michi genauso klug, lustig und reflektiert wie immer. Falls Ihr noch nicht genug Newsletter abonniert habt: Hier lohnt es sich unbedingt!

Was hast Du zum ersten Mal gemacht?

Bei einem Umzug geholfen, der von einem Haus ins Haus direkt daneben ging. Ich werde bei keinen anderen Umzügen mehr mitmachen!

Was hast Du gelernt?

Das deutsche „Mut“ und das englische „mood“ stammen (sehr wahrscheinlich) beide vom proto-westgermanischen Wort „mōd“ (Abre numa nova janela) ab.

Was hat Dir Freude bereitet?

Dieses Reel auf Instagram:

https://www.instagram.com/p/DYSQH21M22n/ (Abre numa nova janela)

Und jetzt: Musik!

https://www.youtube.com/watch?v=Ee_uujKuJMI (Abre numa nova janela)

Wenn Dir mein Schaffen (Buch (Abre numa nova janela), Newsletter (Abre numa nova janela), Blog (Abre numa nova janela), Musik (Abre numa nova janela)) Freude bereitet, teile es doch gerne mit Personen in Deinem Umfeld, denen es auch gefallen könnte!

Und wenn Du meine Arbeit auch finanziell unterstützen magst und kannst: Das geht per PayPal (Abre numa nova janela) oder als Bezahl-Abo.

Habt ein schönes Wochenende!

Always love, Luki

  1. Vier Jahre zuvor war ich noch keine sieben Jahre alt gewesen, offiziell noch kein Grundschulkind, und kann mich nur sehr bruchstückhaft an das Achtelfinale gegen die Niederlande und den Elfmeter von Andi Brehme im Finale gegen Argentinien erinnern. Und an den anschließenden Autokorso um den Kreisverkehr an der Duisburger Straße in Dinslaken, an dem wir damals wohnten.

  2. Mein Lieblingsdetail bezüglich der OJ-Simpson-Verfolgungsjagd war immer gewesen, dass David Hasselhoff für jenen Abend ein pay per view concert angesetzt hatte, mit dem US-Serien-Schauspieler, dessen Musikkarriere bis dahin im Grunde ausschließlich in Deutschland stattgefunden hatte, den Durchbruch in seiner Heimat schaffen wollte. Die Menschen schauten stattdessen einem weißen Bronco bei der Fahrt über südkalifornische Schnellstraßen zu und Hasselhoff gab über Jahrzehnte Simpson die Schuld an seinem ausbleibenden Erfolg. Ein Bonusdetail innerhalb des Details, das ich schon mal gewusst, aber wieder vergessen hatte, ist, von wem Hasselhoff damals erfahren hatte, dass Simpson auf der Flucht und auf allen Sendern war: Donald Trump (Abre numa nova janela).

  3. Schweden hat seitdem international nichts vergleichbares mehr vollbracht.

  4. Die Pferde, auf die ich setze, sind offenbar immer one trick ponies und deshalb ergibt es total Sinn, dass mein erster Song Contest vor Ort mit einem deutschen Sieg gekrönt wurde und die Situation seitdem so ist, wie sie ist.

  5. Zumindest Männerfußball. Bei Frauen ist das schon wieder etwas ganz anderes.

  6. Oder Veltins, aber ich wollte mich ja hier auf die positiven, verbindenden Elemente konzentrieren.

  7. Aber eben nicht so sehr, dass ich mainstream America in irgendeiner Weise für normal oder gar erstrebenswert halten würde, denn: Baby, I’m a NorCal kid, and I left the Bay Area when people over there were still alternative and liberal and Whole Foods hadn’t been bought up by Amazon.

  8. Also in etwa das, was der Axel-Springer-Verlag für gealterte Journalisten ist.

  9. Bedeutet umgerechnet: Wenn er ein Spiel der französischen Mannschaft besucht, kommen Les Bleus diesmal nicht ins Finale.

  10. Eine Würdelosigkeit, die Trump noch zu unterkellern wusste, indem er sich die eher dekorativ gedachte Medaille gleich selbst umhängte (Abre numa nova janela) und so - eher versehentlich, wie so oft in seinem Leben - das Reality-TV-Äquivalent einer barocken Selbstkrönung (Abre numa nova janela) schuf.

  11. Oder halt wie ein Nacktmull. Oder ein Pimmel.

  12. Und mehr als 99% der Bevölkerung auch nicht.

  13. Der Anteil der globalen Luftfahrt an der bisherigen menschengemachten Klimaerwärmung liegt bei rund 3,5 Prozent (Abre numa nova janela).

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