Die Weimarer Republik ist dem Untergang geweiht, Deutschland ist geprägt vom unaufhaltsamen Aufstieg der Nationalsozialisten. Die exzentrische amerikanische Nachtclubsängerin Sally Bowles tritt Nacht für Nacht im dekadenten "Kit Kat Klub" auf, wo ein verrückter Conferencier das Zeitgeschehen im Berlin des Jahres 1931 zynisch kommentiert. Sally beginnt eine Affäre mit dem schüchternen britischen Sprachlehrer Brian Roberts, die sich jedoch etwas verkompliziert, als sich beide auf eine Dreiecksbeziehung mit dem reichen Baron Maximilian von Heune einlassen und Sally schließlich schwanger wird. Während die Drei sich dem Hedonismus, dem schillernden Nachtleben und ihren Liebeswirren hingeben, bricht die politische Realität immer weiter in ihr Leben ein.
Cabaret ist ein US-amerikanischer Musical-Film von Bob Fosse aus dem Jahr 1972. Musik und Liedtexte stammen von John Kander und Fred Ebb. Der Film fußt auf dem gleichnamigen Broadway-Musical und dem Roman "Leb wohl, Berlin" von Christopher Isherwood. Cabaret gewann bei der Oscar-Verleihung 1973 insgesamt acht Oscars und darüber hinaus viele weitere Auszeichnungen und Preise. Das Werk gilt als einer der besten Musical-Filme aller Zeiten.
Die Hauptrollen sind mit der großartigen Liza Minnelli als Sally Bowles, Helmut Griem als Maximilian von Heune, Michael York als Brian Roberts, Fritz Wepper als Fritz Wendel, Joel Grey als Conférencier und Marisa Berenson als Natalia Landauer besetzt. Neben einer ganzen Reihe von deutschen Schauspielern wie Ralf Wolter, den man von den Karl-May-Verfilmungen der 1960er-Jahre kennt, fallen im Ensemble vor allem die Darsteller Helmut Griem und Fritz Wepper auf, deren Karrieren nicht unterschiedlicher hätten verlaufen können. Während Griem intensiv Theater spielte und in ambitionierten Werken von Volker Schlöndorff und Rainer Werner Fassbinder glänzte, nahm Weppers Laufbahn nach diesem vielversprechenden Hollywood-Ausflug eine andere Richtung: Seine Karriere mündete weitgehend in öffentlich-rechtlichem TV-Trash.
Obwohl in Cabaret noch alles recht züchtig ist, war die Darstellung der bisexuellen Dreiecksbeziehung für die damalige Zeit sehr mutig. Auch die Besetzung des homosexuellen Joel Grey sowie von Liza Minnelli - der Tochter der legendären Gay-Ikone Judy Garland - deutet auf eine queere Botschaft hin. Der Name des berühmten Berliner "KitKatClubs" ist übrigens von dem dekadenten Nachtclub aus dem Film inspiriert. Dies kann man in dem facettenreichen Buch "Radikal frei - Der KitKatClub als Spiegel unserer Kultur" von Alexandra Bahr nachlesen.
Cabaret ist ein mitreißender und glamouröser Film mit einem wundervollen Humor sowie großartigen Cabaret-Nummern, der zugleich eindrucksvoll zeigt, wie eine Gesellschaft, die in Sachen Befreiung der Menschen auf dem besten Wege war, schnell wieder ins Gegenteil kippen kann. Wir sollten ganz genau hinschauen.
https://www.imdb.com/de/title/tt0068327/ (Abre numa nova janela)