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Whisky genießen oder investieren (Teil 1)

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Finanzen Anders"! Ihr wisst ja, meine Aktien schlafen alle in ihren Depots, aber mein flüssiges Gold lagert in schönen, alten Eichenfässern. Richtig gehört, ich sammle Whisky als Investment. Die Strategie: Flaschen kaufen, sie gut behüten und im besten Fall nach 2-3 Jahren mit einem ordentlichen Gewinn wieder verkaufen. Bisher habe ich mich munter querbeet durch schottische Single Malts probiert. Aber um das Ganze etwas strukturierter und zielgerichteter anzugehen, grenze ich mein Portfolio nun ein. Ab sofort konzentriere ich mich vorrangig auf Whiskyunternehmen, die noch in privater Hand sind oder als Familienbetrieb geführt werden. Keine seelenlosen Großkonzerne wie Diageo oder Pernod Ricard für mich – ich investiere in Tradition und Familie!

Kleiner Hinweis: Die abgebildeten Flaschen sind eher als leckerer Genusswhisky / Einsteigerwhisky zu verstehen, meine Investitionen beziehen sich vornehmlich auf limitierte Flaschen.

Heute schauen wir uns drei Destillerien aus meiner Liste an, die genau in dieses Beuteschema passen: Glenfarclas, Glenfiddich und The Balvenie.

Glenfarclas

Glenfarclas wurde im Jahr 1836 von dem Bauern Robert Hay im beschaulichen Ballindalloch (Speyside) gegründet. Doch so richtig familiär wurde es erst 1865, als John Grant die Brennerei samt Farm für schmale 511 Pfund und 19 Schilling kaufte. Man kann sich kaum vorstellen, dass man für diesen Preis heute nicht mal eine Kiste ihres guten Zeugs bekommt! Die Destillerie ist seither ohne Unterbrechung im Besitz der Familie Grant und wird mittlerweile von der sechsten Generation (J & G Grant International) geführt. Ein absoluter Dauerbrenner und der meistverkaufte Whisky der Brennerei ist der Glenfarclas 12 Jahre, der durch seine tiefe und typische Sherryfass-Reifung bei Fans extrem beliebt ist.

Glenfiddich

Die Geschichte von Glenfiddich liest sich wie ein schottisches Märchen. William Grant gründete die Destillerie 1886 in Dufftown in der Region Speyside. Und er war ein echter Macher: Zusammen mit seinen sieben Söhnen und zwei Töchtern baute er die Anlage innerhalb von nur einem Jahr eigenhändig auf. Noch am Weihnachtstag 1887 floss der erste Whisky aus den Brennblasen. Bis heute gehört Glenfiddich dem Familienunternehmen William Grant & Sons Ltd.. Es mag ironisch klingen, da ich nach "unabhängigen" Unternehmen suche, aber Glenfiddich ist gigantisch. Ihr Glenfiddich 12 Jahre ist weltweit nicht nur der beliebteste, sondern auch der meistverkaufte schottische Single Malt überhaupt.

The Balvenie

Ebenfalls in Dufftown und in direkter Nachbarschaft zu Glenfiddich liegt The Balvenie. Das ist kein Zufall, denn die Destillerie wurde 1892 von eben jenem William Grant als kleine Schwesterbrennerei gegründet. Demzufolge ist auch The Balvenie bis heute sicher im Schoß des Familienunternehmens William Grant & Sons Ltd.. Interessant für Investoren: Balvenie genießt unter Kennern oft einen noch exklusiveren Ruf als der große Bruder. Ein absoluter Bestseller und oft der erste Berührungspunkt mit der Marke ist der Balvenie 12 Jahre DoubleWood.

Was denkt ihr? Werden sich diese Familientropfen in den nächsten Jahren im Wert steigern?


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