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Update aus dem Atelier

Hallo und liebe Grüße aus meinem Atelier. Ich melde mich mit einem kurzen Update:

Ich war am Pfingst-Wochenende in Hamburg um mir eine Location anzuschauen wo in Zukunft immer mal eins meiner Bilder ausgestellt werden soll. Da war ich gespannt und bin nun ganz glücklich, das schon diese Woche eins meiner Bilder dort hängen wird. Aber zuerst muss es schnell da hinkommen. Ich berichte, wie ich das geschafft habe.

Außerdem male ich endlich ein größeres Ölbild, wie ich es mir immer gewünscht habe. Ich hatte in den letzten Jahren kaum Zeit dazu. Nun will ich sie mir aber einfach nehmen. Ich arbeite zwar parallel an einem großen Auftrag für einen Verlag, aber ich versuche mir die Zeit gut einzuteilen.

Ein erster Versuch mit einer sehr pinken Untermalung. Das habe ich aber abgewählt, ich kann auf diesen Hintergrund nicht so lange drauf gucken.

Ich habe wieder einmal mein Atelier aufgeräumt, Fenster geputzt und den Staub des Winters hinausgefegt. Es hatte sich einiges angesammelt und ich brauchte einfach Platz. Nebenbei habe ich auch ein wenig ausgemistet, das zieht sich. Ich muss damit weiter machen. Veränderung heißt wieder umräumen.

Die Einkäufe in meinem Shop sind weniger geworden und mein Etsy Shop ist seit Anfang April geschlossen. Das bedeutet weniger Einnahmen, aber gleichzeitig auch mehr Zeit. Früher habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, Bestellungen zu drucken, zu verpacken und zu verschicken. Dadurch konnte ich mich künstlerisch oft nur langsam weiterentwickeln. Es ist eben ein Segen und ein Fluch zugleich, ich verkaufe ja seit 2008 online. Das ist eine lange Zeit. Man muss sich am Ende entscheiden.

Seit ich meine Preise erhöht habe, (das war nötig um die Qualität abzubilden, auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu reagieren und mich neu zu positionieren.) und Etsy Geschichte ist, habe ich das Gefühl, dass jede Bestellung in meinem Shop eine große Wertschätzung meiner Arbeit ist. Das war vorher auch schon so, aber jetzt spüre ich es noch stärker. Und ich merke, dass es die richtige Entscheidung war.

Falls ihr schnell schauen wollt was es im Shop Neues gibt:

Ich kann nun endlich größere Ölbilder malen und trotzdem an Aufträgen arbeiten. Gleichzeitig drucke und verpacke ich noch immer Bestellungen, aber eben in dem Maße wie es für mich machbar ist. Manchmal frage ich mich trotzdem selbst, wie ich das alles schaffen soll.

Zeitmanagement ist wohl das Zauberwort.

Ich versuche den Tag jetzt in zwei bis drei Hälften zu teilen. Die eine Hälfte ist für Auftragsarbeiten. Dann mache ich eine Pause und versuche an meinen Ölbildern oder eigenen Projekten zu arbeiten. Ich berichte wie das klappt. Bisher habe ich es tageweise versucht. Einen Tag Aufträge, am nächsten Tage habe ich eigene Motive gezeichnet. Das klappt aber nur schlecht. Da komme ich zu sehr raus und kann mich nicht gut motivieren.

die frühen Morgenstunden besser nutzen

Ich möchte jetzt sehr viel früher aufzustehen und die frühen Morgenstunden besser nutzen. Ich habe gemerkt das ich abends oft nicht mehr so aufmerksam bin wie früher. Mein Zug nach Hamburg ist um 6:30 Uhr gefahren. Dafür musste ich um 5:00 Uhr aufstehen. Das ging erstaunlich gut. Ich bin eigentlich keine Frühaufsteherin. Seit meine Tochter nicht mehr zur Schule muss stehe ich erst um acht oder neun auf. Dafür arbeite ich aber oft bis spät in die Nacht. Dieser Rhytmus ist jetzt so drin, ich versuche gerade ihn zu ändern. Fällt mir aber irgendwie schwer, da ich tatsächlich gerade viel mehr Schlaf brauche als früher.

Außerdem, das liebe Instagram:

Eine neue Regel: Kein Handy vor dem Frühstück und während ich male. Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Instagram hat mich voll im Griff, auch weil ich es beruflich nutze. Das ist ein Teufelskreis. Da geht viel Zeit drauf, das muss sich ändern.
Ich muss disziplinierter sein.

Yoga Übungen auch außerhalb des Kurses

(Roswitha, dich wird es besonders freuen.) Ich plane mindestens zehn Minuten morgens für ein paar Yoga-Übungen ein. Die für Schulter und Nacken MÜSSEN in Fleisch und Blut übergehen.
Oft bin ich so im Flow, das ich auch vergesse zu essen oder zu trinken. Ich muss mehr Pausen machen.

ADHS annehmen, Prokrastination darf auch sein

Vielleicht gehört genau das zur künstlerischen Weiterentwicklung dazu. Man muss den eigenen Rhythmus in der Produktivität finden. Und für mich bedeutet es seit meiner Diagnose auch mit ADHS umzugehen und zu lernen, wie man seine Zeit zwischen Kunst, Aufträgen und Alltag aufteilt. Im Moment verplempere ich immer noch viel Zeit mit Prokrastination. Darin liegt aber auch viel kreativer Freiraum, die Ideen kommen oft wenn man gerade etwas anderes macht. Deshalb versuche ich mich nicht zu schlecht zu fühlen, wenn ich wieder einmal alles umräume statt zu arbeiten.

Die braune Farbe ist eine Untermalung die mir als Untergrund dient. Jetzt wird von dunkel nach hell gearbeitet.
Und jetzt zum neuen Öl-Bild:

Das neue Motiv ist habe ich nach einem Foto entworfen, das ich im März vor unserem Yogaraum fotografiert habe. Dort wachsen wild zwischen dem Beton ein paar Wald-Veilchen. (Viola reichenbachiana) Und das hier mitten in Berlin. Ich liebe die sehr. Das Wald-Veilchen ist auch eine sehr wertvolle Insektenweide.
Als eine der ersten Nektar- und Pollenquellen ist diese Art für Wildbienen und Schmetterlinge lebenswichtig. Um so schöner ist es dann sie in einem Berliner Hinterhof zu finden.

Ich male mit Ölfarben auf einer großen Holzplatte. Ich bin kein Fan von Leinwand. Genau so wie bei Aquarellpapier bevorzuge ich strukturlose Untergründe und möglichst wenig Gedöns auf der Oberfläche. Das Vorbereiten der Holzplatte und die Vorzeichnung nehmen oft schon mal einen ganzen Tag in Anspruch. Besonders bei so einem filigranen Motiv wie diesem dauert die Vorbereitung lange.

noch viel Arbeit, aber ich freu mich drauf
ein riesiges Wald-Veilchen

Ölfarbe hat eine ganz besondere Struktur und die Farben leuchten maximal. Das ist der Grund warum ich lieber mit Öl- als mit Acrylfarben male. Außerdem habe ich zwischendurch immer auch Zeiten, wo ich nicht zum malen kommen, Öl trocknet nicht so schnell. Das passt mir dann ganz gut.

Was im Garten so passiert, könnt ihr euch hier anschauen:

Der Blauregen hat in diesem Jahr die kalten Nächte im Mai gut überstanden.

Ich habe alle 30 neuen vorgetriebenen Dahlienknollen in der Erde und auch das Gemüse sprießt im Moment ganz herrlich. Obwohl ich mir derzeit oft Gedanken mache wie wir das im Kleingarten in der Zukunft so machen sollen. Im Moment ist es wieder so trocken, das die gerade ergrünten Platanen in unserer Straße die frisch herausgetriebenen Blätter abwerfen. Das Konzept Kleingarten und damit hauptsächlich die Regeln im Kleingartengesetz müssen im Zuge des Klimawandels endlich mal überarbeitet werden. Es ist unverhältnismäßig wie viel Wasser man verbraucht um die erforderliche Menge Gemüse anzubauen. Und das wo wir wirklich alles dafür tun um Wasser zu sparen. Wir haben vier Regentonnen, ich mulche jedes Beet intensiv. Bei uns gibt es kaum nackte Erde, alles ist bepflanzt und beschattet. Hier wachsen Gräser und heimische Wildkräuter ohne Ende. Diese kommen mit der Trockenheit viel besser klar. Einige Bereiche habe ich schon aufgegeben, die hat die Natur zurück bekommen. Das fühlt sich jetzt nach 14 Jahren schon sehr entspannend an, aber der Druck mit dem Gemüse bleibt. Man erntet am Ende immer viel weniger als man reingesteckt hat. Darüber muss man auch mal reden. Ich betreibe das Ganze dieses Jahr deshalb sehr viel reduzierter. Es wird heiß werden und noch viel trockener. So viel kann man gerade gar nicht gießen. Geht es euch auch so?

Ich habe meinen Blumenstrauß aus dem Garten mit nach Hause auf den Balkon genommen. Es sind ja hauptsächlich Wildkräuter. Es war toll zu beobachten wie innerhalb von Minuten die Wildbienen davon genascht haben. Die haben es in der Stadt nämlich echt nötig. Es gibt eine sehr schöne Doku dazu in der ARD-Mediathek mit Maria Furtwängler:

Im letzten Newsletter für Mitglieder habe ich etwas zu den Insektenfreundlichen Balkonpflanzen geschrieben. Das ist das Stichwort:

Du kannst auch Mitglied werden und davon profitieren, das ich meine Hörnchen-News und Pflanzen-Tipps mit dir teile. Du kannst mir auf Steady jederzeit Nachrichten schreiben und Fragen stellen. Mitgliedern beantworte ich alle Fragen direkt und meist sehr schnell.

Ich würd mich sehr freuen. Die Unterstützung kann ich gerade jetzt gut gebrauchen.

Und wenn du Anregungen und Wünsche hast, immer her damit. Anworte einfach auf diesen Newsletter. Ich freue mich auf den Austausch mit euch.

Liebe Grüße und einen schönen Abend

Janine

Tópico Ateliergedanken

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