»La pandémie est morte, vive la pandémie!«

I – Rechtsruck, der für mich unerwartete Tod von Faraz Fallahi und Pandemierevisionismus
Das Jahr begann, wie ein Jahr 2025 so beginnt, mit einem Besuch bei einer Lesung von Ruprecht Polenz im Literaturhaus (Abre numa nova janela). Die Frage, wie in Anbetracht der Bedrohung durch den Rechtsextremismus gemeinsam statt einsam vorzugehen sei, beschäftigt mich auch heute noch (Abre numa nova janela), aber es sind einige Eindrücke hängengeblieben, insbesondere zum demokratischen Miteinander.
https://steady.page/de/gunnarhamann/posts/93d128b7-152d-4e36-b1bd-ea310f565a0e (Abre numa nova janela)
Im Februar begann auch meine Zeit in der tagesaktuellen Redaktion von Radio Corax. Natürlich machte ich dort weiter, wo ich nie aufgehört habe: Beim Pandemie- und Gesundheitsrevisionismus, insbesondere in den USA. Viele von den Ideen dazu, wie es unter dem autoritären US-Präsidenten Trump in den USA in Sachen Gesundheitspolitik / Impfungen weitergehen würde, sind nicht sehr weit ab von der Realität, die zunehmend dystopischer wirkt.
Sehr hörenswertes zum Thema zu sagen hatte kürzlich auch Demetre Daskalakis im Pandemia-Podcast (Abre numa nova janela).
https://radiocorax.de/us-gesundheitspolitik-unter-trump/ (Abre numa nova janela)
Ende Februar dann die erschütternde Nachricht, dass Faraz Fallahi mit nur 42 Jahren verstorben ist (Abre numa nova janela). Ich habe Faraz nie persönlich treffen können, aber wir haben uns öfters online geschrieben. Faraz machte sich nicht allein Sorgen wegen des Umgangs mit an ME/CFS erkrankten Menschen und dem grassierenden Pandemierevisionismus, sondern auch sehr um den allgemeinen Rechtsruck in der Gesellschaft. Etwas, was uns beide verband.
Gleich im April hatte ich zum Thema Pandemierevisionismus und dem sogenannten „Schwedischen Weg“ auch eines der für mich persönlich interessantesten Interviews der vergangenen Jahre, das gerne noch durchaus länger hätte sein dürfen. Als angenehmen Gesprächspartner kann ich Jakob-Moritz Eberl (Abre numa nova janela) jedenfalls sehr empfehlen.
https://radiocorax.de/pandemierevisionismus-der-mediale-umgang-mit-dem-schwedischen-weg-und-anders-tegnell/ (Abre numa nova janela)
II – Welso, noch mehr Pandemierevisionismus und Charlie Kirk
Ebenfalls im April hatte ich mit einem Team der tagesaktuellen Redaktion von Radio Corax an der Recherche zu einer Konferenz der Hufelandgesellschaft begonnen. Auch dabei ging es vermeintlich um Aufarbeitung, was jedoch zumindest in einem Bericht zur Veranstaltung herauskam, war ebenfalls leider nur Revisionismus, wie wir Ende Juni zeigten (Abre numa nova janela).
Der Bericht mit massiven Fehlern und irreführenden Informationen befindet sich trotz der Hinweise weiterhin unverändert auf der Homepage der Hufenlandgesellschaft. „Aufarbeitung? Das sind die Anderen“, so scheint mir das Credo.
Den Beitrag zum Nachhören findet ihr HIER (Abre numa nova janela) oder hier direkt im Player:
Im Mai war ich beim WTF? (Abre numa nova janela) in Leipzig und habe einige Eindrücke für mich mitgenommen. Mein Vorurteil, dass Vampirgeschichten einfach nur uninspirierte Belletristik sind, hat mir Christian von Aster (Abre numa nova janela) genommen. Der Preis für den Wortwitz des Jahres geht an Caspar David Niedlich (Abre numa nova janela), der Mirko Gutjahr den Titel seines Vortrags „Pest – Der Tod auf Ratten“ spendete.
Erfreulicher war dafür mein Ausflug in die Welt der Radiocollagen (Abre numa nova janela). Im Juni und Juli fertigte ich eine Menge Collagen an, immer mit dem Titel „Das ist KEINE Collage über…“, was eine sinnvolle Maßnahme zum Befüllen des sich immer weiter abzeichnenden Sommerlochs war.
Es gab unter anderem „Das ist KEINE Collage über PUMAS (oder Katzen)“ (Abre numa nova janela), „Das ist KEINE Collage über Asteroiden“ (Abre numa nova janela) und mein Highlight „Das ist KEINE Collage über WELSE“ (Abre numa nova janela).
https://www.youtube.com/watch?v=SjRgJFBj0Yw (Abre numa nova janela)
Im August habe ich sogar eine ganze 2-stündige Widerhall-Sendung (Abre numa nova janela) auf Corax nur zum Thema Radiocollagen produziert. Darunter auch eine Collage zum Thema Collagen von Radiomacher Ralf Wendt (Abre numa nova janela) sowie die Collage „Das ist KEINE Collage über den Widerhall am 20. August 2025“.
Meine Collagen waren überwiegend (mit vereinzelten Ausnahmen (Abre numa nova janela)) eher im Stile von YouTube Poops (Abre numa nova janela) gehalten, aber etwas Humor war auch ganz hilfreich angesichts dessen was da noch alles kommen sollte.
Dazu gehörte etwa der Umzug von Substack hier nach Steady, der doch etwas gewöhnungsbedürftig, weil sehr zeitintensiv war. Warum er dennoch aus meiner Sicht notwendig war, habe ich hier erklärt (Abre numa nova janela).
https://steady.page/de/gunnarhamann/posts/c6c48db9-8cd1-40ee-8a62-ca03e3eb5aef (Abre numa nova janela)
Ende August hatte ich dann eine kurze Obsession mit diesem Auftritt von Allison Smith im Jahr 1982, den ich zumindest auditiv ein wenig restauriert habe und im Beschreibungstext auf YouTube ein wenig mehr Informationen geliefert habe als andere Menschen auf YouTube.
Im September war ich dermaßen über die mediale Berichterstattung zur Ermordung von Charlie Kirk irritiert, dass ich dazu eine größere Auswertung unternahm, die meine Kommentierung (Abre numa nova janela) noch einmal bestätigte.
III – Nahost, „Brandmauern“ und WIR-Festival
Der Gaza-Israel-Konflikt hatte mich im Verlauf des Jahres hin (Abre numa nova janela) und wieder (Abre numa nova janela) beschäftigt, aber im September spitzte sich die Situation auch in Halle noch einmal zu. Ende September zeigte das Kino Zazie in Halle den Film „From Ground Zero“. Es war „ein Abend der Tiefpunkte“, was aber nicht am Film selbst lag, wie ich für Radio Corax berichtete. Diese Tiefpunkte setzten sich auch nach der Vorführung fort, als es laut Mitteldeutscher Zeitung (Abre numa nova janela) noch Tage später zu Farbattacken und Einschüchterungen gegen das Kino kam.
https://radiocorax.de/zazie-zeigt-from-ground-zero-ein-abend-der-tiefpunkte/ (Abre numa nova janela)
Ende September sprachen mein Kollege Valli und ich im Morgenmagazin der freien Radios im Vorfeld der Demonstration „All Eyes on Gaza“ mit Jules El-Khatib und Meron Mendel. Auch wenn es im Vorfeld sowie Nachgang der Demonstration (Abre numa nova janela) einiges an Kritik an dieser gab, so war das aus meiner Sicht trotzdem ein wichtiges Zeichen dafür, dass gemeinsamer Austausch weiterhin möglich ist, wofür ich beiden Gesprächspartnern sehr dankbar bin,
Im Gedächtnis geblieben ist mir auch ein Gespräch mit der Correctiv Senior-Reporterin Annika Joeres über die „Brandmauer“ zwischen AfD und Union. Joeres wurde in diesem Jahr vom Medium Magazin für ihre journalistische Arbeit solo und im Team gleich zweifach gewürdigt (Abre numa nova janela).
Im November war in Halle auch das WIR-Festival als Gegenprogramm zur rechten Buchmesse „Seitenwechsel“, unter journalistischer Begleitung vor Ort und beim Gegenprotest an der Buchmesse durch Radio Corax. Ein riesiger Aufwand, den man trotz aller auch legitimen Kritik (Abre numa nova janela), durchaus würdigen kann und sollte. Meine Reportage vom WIR-Festival am Samstag kann man hier nachhören:
https://radiocorax.de/impressionen-vom-wir-festival-wochenende/ (Abre numa nova janela)
IV – Jahresende: 3sat und Bullshit im Doppelpack sowie ein Gespräch mit Regisseur Michael Stadnik
Ende Juni hatte „nano“ des öffentlich-rechtlichen Senders 3sat einen Beitrag zum Ursprung der Pandemie veröffentlicht. Bereits im Sommer hatte ich viereinhalb Stunden an Interviewmaterial dazu gesammelt, brauchte aber auch aufgrund der anderen Themen im tagesaktuellen Geschäft einige zusätzliche Zeit zur Auswertung der Gespräche, tiefergehende Recherchen und eine unglaubliche Vielzahl an Anfragen.
Ende November erschien schließlich mit „Phantasie und Pandemie: Das große Raunen bei 3sat / nano“ mein bislang längster und auch komplexester Beitrag. Übrigens: Das ZDF hat von mir im Nachgang der Veröffentlichung ein Schreiben erhalten (Abre numa nova janela). Was sich daraus ergibt, wird das neue Jahr zeigen.
Um Löschung des Beitrags habe ich explizit nicht gebeten (Abre numa nova janela), sondern um eine redaktionelle Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der Thematik durch ein anderes Wissenschaftsmagazin. Was und ob dort etwas geschehen wird, sehen wir dann im kommenden Jahr. 2026 könnt ihr in der Hinsicht sowieso die Augen und Ohren offenhalten, denn vielleicht gibt es ja bald einen Nachfolger für den Beitrag?
https://radiocorax.de/phantasie-und-pandemie-das-grosse-raunen-bei-3sat-nano/ (Abre numa nova janela)
Im Rahmen der Erstausstrahlung des Beitrags im Morgenmagazin der freien Radios habe ich mit den beiden Journalisten und Autoren Frédéric Valin und Paul Schuberth über ihr Buch „Die verdrängte Pandemie: Linke Stimmen gegen den Pandemierevisionismus“ gesprochen.
Das gesamte Morgenmagazin-Spezial zum Thema „Pandemien“, das am 28. November lief, könnt ihr in leicht angepasster Form noch einmal am Montag, dem 5. Januar, von 7 bis 10 Uhr in unserem Livestream nachhören (Abre numa nova janela).
Zufällig musste ich mich im Dezember dann noch einmal mit dem Sender 3sat befassen, diesmal aber im Zusammenhang mit dem Social Media Team. Auf Instagram schob man der verstorbenen Politikwissenschaftlerin Hannah Arendt prominent auf der ersten sichtbaren Kachel ein falsches Zitat unter (Abre numa nova janela). Am 12. Dezember hatte der Beitrag 18.000 Likes. Am darauffolgenden Montag waren es fast 30.000 Likes. Am 21. Dezember, kurz nachdem 3sat einfach eine Korrektur in die Kommentare schrieb, waren es fast 35.000 Likes (Abre numa nova janela). Mittlerweile nähert sich das Posting der Marke von fast 37.000 Likes, trotz „Korrektur“.
Um die „Korrektur“ zu sehen, muss man sehr weit nach unten scrollen. Diese hat es nicht einmal in den Beschreibungstext geschafft. Auf Mastodon (Abre numa nova janela), wo die Kachel mit dem falschen Zitat auch so geteilt wurde, sieht das ganze schon aufgrund der anderen Plattformlogik besser aus, allerdings sind da auch die Interaktionsgrößen nicht miteinander vergleichbar.
https://radiocorax.de/3sat-und-hannah-arendt-18-000-likes-fuer-bullshit/ (Abre numa nova janela)
Ein schöner Abschluss, wenn auch zu einem gar nicht schönen Thema, war mein Gespräch mit dem Regisseur Michael Stadnik (Abre numa nova janela) zu seinem Dokumentarfilm „Der lange Februar“ (Abre numa nova janela) über das Massaker russischer Truppen in der ukrainischen Stadt Butscha.
Im Mai 2024 (Abre numa nova janela) hatte ich schon einmal mit Michael Stadnik zu tun, im Zusammenhang mit KI-Fakes vermeintlich brutaler Zeichnungen russischer Schulkinder zum Krieg in der Ukraine. Insofern hat es mich sehr gefreut mit Stadnik, dem ich seitdem auf YouTube und Instagram folge, auch einmal ein Gespräch über seine eigene Arbeit zu führen.
Das Interview zum Nachhören findet ihr HIER (Abre numa nova janela) oder direkt im Player:
V – Wie Vazit
Ich habe in diesem Jahr fast 30 Sendungen auf Radio Corax moderiert, mich erstmals an Reportagen herangetraut und viel zu viele Collagen angefertigt. Für die bisherige Zeit bin ich sehr dankbar. Überhaupt beeindruckend, dass Radio Corax mit der finanziellen Ressourcenknappheit so viele Kräfte mobilisieren kann.
Danke an alle Gesprächspartner:innen für Interviews oder Hintergründe, die ich hier nicht erwähnt habe. Der Text wäre sonst noch länger geworden als ohnehin schon.
Für 2026 wünsche ich mir noch mehr neue Musik von Retrogott und HulkHodn (Abre numa nova janela) und dass ihr Zwischendurch auch Zeit findet zum Durchatmen. Es wird zunächst schlimmer, bevor es besser wird? Kommt gut in das neue Jahr!
https://www.youtube.com/watch?v=xMK7IHF69Sc (Abre numa nova janela)