Servus, ihr Helden der absurden Geschichte!
Hier ist eure Tonya. Heute rufen wir noch einmal lautstark zur Anmeldung für unsere kleine Mai-Expedition auf – und müssen Philipps historisches Halbwissen korrigieren, denn so manche Weltumsegelung endete für den Kapitän eher spitz.
In unserer Rubrik „Wilde Zeiten“ klären wir, warum geheime Teleportationen der Regierung verdächtig oft zwischen klebrigen Tischen im Waffle House enden. Während Philipp uns in der neuen Podcast-Folge einen Streich serviert, der beinahe die Weltpolitik gesprengt hätte, beweisen wir im Quickie, dass isländisches Kinderfernsehen erst mit knallharten Mafia-Untertiteln so richtig Fahrt aufnimmt. Viel Spaß beim Lesen, Hören und Kopfschütteln!

Steady-Freuden
Vielen Dank an:
Johannes, Jasmin, Korbinian, Patrick, Britta, Enrico, Milena, Lara, Simon, Jos, Dario, Nathalie, Katja, Isabella, Tina, Jeanine, Mike, Tim, Anne, Roland, HG, Amira, Kay, Andrea, Eva, Franz, Hartmut, Stephan, Andreas, Michaela, Hendrik, Cookie, Jochen, Sarah, Falk, Prokrastinator, Susanne, Katrin, Bjoern, Yvonne, Noah, Stephan, Samantha, Kai, Amelie, Marthe, Barbara, Sven, Olivier, Felix, Janine, Timo, Tobias, Hanne, Julius, Michael und Edith.
Danke euch allen – ohne euch wäre das hier nur halb so dumm und gar nicht so heldenhaft.
Ein wenig Hausmeisterei
Heldendumm-Treffen
Wie schon beim letzten Mal hier der Reminder für eure grauen Zellen: Am 24. Mai treffen wir uns im Raum Wesel! Den genauen Treffpunkt rücke ich im nächsten Newsletter raus. Wir bitten euch aber weiterhin um fleißige Anmeldungen, damit wir unserem Gastgeber nicht komplett die Bude einrennen:
Da die ersten Zusagen schon eingetrudelt sind, können wir mit Sicherheit sagen: Wir müssen uns vor Ort nicht ausschließlich mit Vögeln und Pferden unterhalten! Ich freue mich riesig auf euch.
Korrekturen
Jeder kennt es: Man vergaloppiert sich mal kurz oder schießt mit Karacho übers Ziel hinaus. Genau das ist Philipp in der letzten Episode passiert, als er behauptete, Ferdinand Magellan sei der erste Mensch gewesen, der die Welt umsegelte. Das ist... nun ja, fast richtig! Magellan hat die erste Weltumsegelung zwar gestartet, ist aber beim Versuch, eine südostasiatische Insel zu christianisieren, vorzeitig aus dem Leben geschieden.
Ein Giftpfeil und zwei tödliche Lanzenhiebe sorgten dafür, dass er – entgegen Philipps Aussage – nicht mehr selbst behaupten konnte, die Welt umrundet zu haben. Seine Expedition hat es zwar unter schweren Verlusten geschafft, aber der gute Ferdinand war zu diesem Zeitpunkt schon eher in meinem Zustand: ziemlich tot.
Wilde Zeiten
In den USA sorgt gerade ein Mann namens Gregg Phillips für Schlagzeilen, der dort eigentlich als Schwergewicht in der Welt der Verschwörungstheorien gilt. Phillips ist der Kopf hinter „True the Vote“, einer Organisation, die seit Jahren behauptet, die US-Wahlen seien manipuliert. Sein in den USA bekannter Film „2000 Mules“ versucht mit fragwürdigen Daten zu beweisen, dass Tausende von Menschen illegal Wahlzettel eingeworfen hätten – eine Theorie, die in der rechten Szene Kultstatus genießt, von Experten aber längst zerpflückt wurde. Nun hat Phillips sein Repertoire um eine neue, fast schon magische Facette erweitert: Teleportation.
In einem aktuellen Video berichtet er von seiner angeblichen Zeit bei der FEMA – das ist die US-Bundesagentur für Katastrophenschutz. Phillips behauptet nun, er sei während eines FEMA-Einsatzes in den Jahren 2004/2005 im Rahmen eines streng geheimen Experiments „transloziert“ worden. In einem Moment sei er noch bei einer geheimen Operation gewesen, im nächsten stand er plötzlich mitten in einem Waffle House, einer in den US-Südstaaten legendären (und oft recht chaotischen) Frühstückskette. Was wie der Plot eines schlechten Sci-Fi-Films klingt, verkauft Phillips seinen Anhängern als Beweis für staatliche Geheimtechnologie, die Raum und Zeit überwinden kann.
Leute, ich sag’s euch: Wenn die US-Regierung wirklich die Macht hat, Menschen quer durch das Land zu beamen, dann ist es die absolute Krönung der Heldenhaftigkeit (oder Dummheit), damit ausgerechnet in einer Waffel-Bude zu landen. Vielleicht dient der klebrige Ahornsirup dort als eine Art Quanten-Anker für das Raum-Zeit-Kontinuum?
Wir bei Heldendumm haben da ja ein massives Déjà-vu. Das erinnert doch eins zu eins an den guten Gil (Abre numa nova janela), der im 16. Jahrhundert als Palastwache in Manila einschlief und plötzlich auf dem Plaza Mayor in Mexiko-Stadt wieder aufwachte (ihr erinnert euch an die Folge?). Scheinbar hat die Teleportations-Technik in den letzten 400 Jahren kaum Fortschritte gemacht, was die Zielgenauigkeit angeht. Dass es Gregg Phillips aber ausgerechnet in ein Waffle House verschlagen hat, passt einfach zu gut ins Bild. Wer unsere Folge über Tonda Dickerson (Abre numa nova janela) gehört hat, weiß: Waffle Houses sind die Bermudadreiecke der Zivilisation. Ob Millionen-Lottogewinne, Entführungen oder eben interdimensionale Sprünge – wer dort einen Kaffee bestellt, unterschreibt implizit einen Vertrag für eine Hauptrolle in der Twilight Zone.
Quelle:
https://www.theguardian.com/us-news/2026/mar/20/fema-gregg-phillips-waffle-house (Abre numa nova janela)Reingehört?
Philipp ist unser Steiche-Experte und genau deswegen hat er sich auf die Spuren eines Streiches begeben, der beinahe weltpolitische Konsequenzen hatte:
Hört jetzt rein in »Messing-Madness« (Abre numa nova janela)!
(Abre numa nova janela)https://open.spotify.com/episode/2cRVY0bsuHE2tEJb0qTmgk (Abre numa nova janela)Heldendumm Quickie: Ein Po mit Problemen
Stellt euch vor, es ist ein ganz normaler, verregneter Morgen im Oktober. Wir schreiben das Jahr 2012 und befinden uns in Island. Draußen ist es dunkel, der Nordwind peitscht gegen die Fenster, und isländische Eltern tun das, was Eltern auf der ganzen Welt tun, um sich noch zwanzig Minuten dringend benötigten Schlaf oder einen heißen Kaffee zu ergaunern: Sie setzen ihre unschuldigen Sprösslinge vor den Fernseher.
Eingeschaltet ist der Sender Stöð 2 (Kanal 2), und auf dem Programm steht eine absolute Institution der kindlichen Gehirnwäsche: Die Teletubbies. Ihr wisst schon, diese vier quietschbunten, plüschigen Aliens mit Antennen auf dem Kopf, die in einer surrealen Hügellandschaft leben, in der ein Baby als Sonne fungiert. Eigentlich ist Teletubby-Land der friedlichste Ort des Universums. Es gibt Tubby-Toast, Tubby-Pudding, alle haben sich lieb und es regnet ausgiebige „Tubby-Schmuser“.
Doch an diesem schicksalhaften 25. Oktober 2012 schlug das Chaos im Senderaum zu. Ob es ein übermüdeter Techniker war, ein kaputter Computer oder einfach der glorreiche Eingriff eines Fernseh-Gottes mit einem extrem schwarzen Sinn für Humor – wir werden es wohl nie abschließend klären. Fakt ist: Die isländischen Untertitel, die an diesem Morgen über den Bildschirm flimmerten, gehörten nicht zu den Teletubbies. Sie gehörten zu einer der düstersten, brutalsten und genialsten Serien der Fernsehgeschichte: Die Sopranos.
Für alle, die Die Sopranos nicht auswendig kennen: Es handelte sich um die Untertitel der legendären Episode „The Strong, Silent Type“ (Staffel 4, Folge 10). In dieser speziellen Folge hat der Mafia-Schützling Christopher Moltisanti ein massives Heroinproblem, und seine Gangster-Kollegen veranstalten eine sogenannte „Intervention“ – also eine Krisenintervention, um ihm ins Gewissen zu reden. Da wir hier aber von der New Yorker/New Jersey Mafia sprechen, eskaliert dieses therapeutische Gespräch natürlich sofort in wilde Beschimpfungen, Gewaltandrohungen und absurd komische Anschuldigungen.

Und genau dieser Text lag nun fein säuberlich übersetzt über den Bildern von Tinky-Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po. Das Ergebnis war ein Crossover, das so bizarr und perfekt war, dass man es sich nicht hätte ausdenken können.
Stellt euch die Szene vor: Laa-Laa (das gelbe Wesen) und Po (der rote Kumpel) stehen harmlos im Tubby-Tronic Superdome. Po guckt ein bisschen belämmert aus der Wäsche. Der Untertitel dazu? „Þú stendur þig ekki lengur sem karlmaður.“ Übersetzt: „Du stehst deinen Mann nicht mehr.“ Ein harter Vorwurf im brutalen Mafiageschäft, aber wenn er von Laa-Laa kommt, bekommt die Sache eine völlig neue psychologische Tiefe. Po starrt ins Leere, vermutlich denkt er über seine schwindende Männlichkeit im Teletubby-Syndikat nach.
Es wird noch viel düsterer. Laa-Laa beugt sich leicht zu Po vor, die Kulleraugen auf ihn gerichtet. Der Untertitel wirft den schwersten aller Vorwürfe in den Raum: „Letzte Woche, als du den Hund umgebracht hast...“ Bam. Da ist es raus. Die isländischen Vorschulkinder vor den Bildschirmen erfahren gerade brühwarm, dass ihr roter Held ein eiskalter Hunde-Mörder ist. Laa-Laa hakt unerbittlich nach: „Hast du den Hund umgebracht? Warum hast du das getan?“.
Und Po? Po hat keine Ausrede. Zumindest liefert der Text sofort die schonungslose Aufklärung der Tat: „Er hat sich auf sie gesetzt, als er high war.“ Zur Erinnerung: In der echten Sopranos-Folge hatte Christopher tatsächlich im Drogenrausch den kleinen Hund seiner Freundin Adriana erdrückt. In der Welt der Teletubbies impliziert das nun, dass Po sich nach einer Überdosis Tubby-Pudding auf den Familienhund gesetzt hat. Das ist harter Tobak für 8 Uhr morgens.
Die Aggressionen im Tubby-Dome steigen spürbar an. Die beiden stehen nun am leeren Tisch, an dem sonst friedlich gemampft wird. Laa-Laa verliert die Beherrschung: „Ich sollte dich ersticken, du Mistkerl.“ Ein Satz, der wunderbar zu dem debilen, freundlichen Lächeln passt, das den Teletubbies permanent ins Gesicht getackert ist.
Der absolute Tiefpunkt der Intervention wird erreicht, als es ans Eingemachte geht. Die Kamera zeigt die Teletubbies vor ihren kleinen, futuristischen Bettchen. „Deine Haare waren im Toilettenwasser. Ekelhaft.“ Nun haben Teletubbies weder Haare noch herkömmliche Toiletten, aber die Demütigung sitzt unbestreitbar tief.
Po liegt mittlerweile in seinem blauen Tubby-Bettchen, bis zum Hals zugedeckt. Er reißt die Augen auf, als würde er gerade die finsteren Sünden seines Lebens Revue passieren lassen. Und der Untertitel gibt ihm den fatalen rhetorischen Todesstoß: „Ich weiß, dass du auf der Totenwache meiner Schwiegermutter high warst.“ Cut. Sendeschluss im Kopf jedes isländischen Kleinkindes.

Natürlich ging dieser epische TV-Unfall sofort viral. Wenn so etwas in Deutschland passiert wäre, hätten besorgte Helikopter-Eltern vermutlich sofort den Rundfunkrat gestürmt, eine Sondersitzung im Familienministerium gefordert und den Sender auf Schmerzensgeld wegen frühkindlicher Traumatisierung verklagt. Nicht so in Island. Die Isländer sind bekannt für ihre stoische Ruhe und ihren rabenschwarzen Humor.
Eine der besten Reaktionen kam von Svanhildur Hólm Valsdóttir, einer bekannten isländischen Fernsehpersönlichkeit. Sie fotografierte das Drama, das sich auf ihrem heimischen TV-Gerät abspielte, lud die Bilder auf Facebook hoch und kommentierte das Ganze mit dieser wunderbar trockenen Gelassenheit, die man einfach lieben muss:
„Það er greinilega ekki von á neinu stubbaknúsi í þetta sinn. Po gefst upp og fer að sofa. Ég bíð spennt eftir næsta þætti.“
Was übersetzt so viel bedeutet wie: „Es gibt dieses Mal offensichtlich keine Hoffnung auf irgendwelche Tubby-Schmuser. Po gibt auf und geht schlafen. Ich warte gespannt auf die nächste Folge.“
Und sind wir mal ehrlich: Sie hatte absolut recht. Wer hätte nicht gerne gesehen, wie es im Teletubby-Sopranos-Universum weitergeht? Geht Dipsy als Spitzel zum FBI? Lässt Tinky-Winky seine Schulden bei der Tubby-Bank eintreiben, indem er den Noo-Noo-Staubsauger auf die Knie seiner Feinde hetzt? Wir werden es leider nie erfahren, denn der Sender korrigierte den Fehler ziemlich rasch.
Was bleibt, sind diese glorreichen Screenshots einer Zeit, in der das Fernsehen für ein paar magische Minuten zeigte, wie viel besser das Kinderprogramm sein könnte, wenn man es nur mit den Dialogen von schwer depressiven, drogensüchtigen Mafiosi unterlegen würde. Es war der Tag, an dem die Teletubbies ihre Unschuld verloren – und das Internet einen seiner lustigsten Momente gewann.
Also, ihr Helden, denkt beim nächsten Mal daran: Wenn jemand mit einem Fernseher auf dem Bauch und einer Antenne auf dem Kopf fragt, ob ihr den Hund gesehen habt ... lauft. Lauft so schnell ihr könnt.
Quelle:
https://www.facebook.com/photo/?fbid=10151048679086599&set=a.10151048678566599 (Abre numa nova janela)Und das war’s schon für diese Ausgabe!
Bleibt heldenhaft,
Tonya Bone-ita Riesenhuber
P.S.: Kommt ein Skelett zum Zahnarzt.
Sagt der Zahnarzt: "Ihre Zähne sind gut, aber Ihr Zahnfleisch macht mir Sorgen ... 🦷🧑⚕️
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