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Alles, was man sich vorstellen kann, ist real

Pablo Picasso

🎨 Jeden Dienstag wird Kunst lebendig. Durch eine sorgfältige Auswahl der Werken lernst du, mit anderen Augen zu sehen. Kunst gehört dem, der sich traut, sie zu fühlen.

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Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,

wenn du an Kamele denkst, siehst du ihre Silhouetten bestimmt in der Abenddämmerung an fernen, mythischen Orten, wie sie endlose Routen wandern. Kamele und ihre einhöckrigen Verwandten, die Dromedare, sind seit jeher Protagonisten der Kunst, obwohl sie auf verschiedenen Kontinenten leben.

Viele Maler waren von ihrer Form fasziniert und machten sie zum Motiv ihrer Visionen, indem sie sie in Landschaften platzierten, die sie nie betreten hatten. Für andere waren sie Reisebegleiter, oder sie malten sie auf heilige Wände und verliehen ihnen so eine spirituelle Dimension. Selbst in der zeitgenössischen Kunst hinterfragt ihre Darstellung die Grenze zwischen Natur und Künstlichkeit.

Heute kannst du mit diesen Tieren durch ganz unterschiedliche Kunstwerke reisen und die Anziehungskraft spüren, die die Künstler mit ihren Darstellungen vermitteln wollten. Mach dich bereit für das Abenteuer!

Symbol einer unbekannten Welt

Das Dromedar von San Baudelio de Berlanga. Wandmalerei, 12. Jahrhundert. Metropolitan Museum, New York.

Dieses lustige Dromedar (oder Kamel) war ursprünglich an einer Wand der kleinen Kapelle San Baudelio de Berlanga in Berlanga del Duero, einem Dorf in der Provinz Soria in Spanien, zu sehen. Es war ein Grenzgebiet zwischen der christlichen und der muslimischen Welt, als beide in Spanien zusammenlebten. An den Wänden waren religiöse Motive mit profanen Tier- und Jagdmotiven vermischt.

Der Maler hatte wahrscheinlich noch nie ein echtes Dromedar gesehen. Ihm waren vermutlich Darstellungen aus der islamischen Kunst bekannt, doch ist klar, dass ihn die Exotik des Tieres faszinierte. Es stand sicherlich für das Wunderbare, Unbekannte und Ferne.

Damals war es normal, dass muslimische Handwerker an christlichen Gebäuden arbeiteten und umgekehrt. In dieser Kapelle befanden sich die religiösen Szenen oben und die Jagdszenen sowie die exotischen Tiere unten. Dieses mittelalterliche Bestiarium hatte dekorative und symbolische Zwecke und war in Augenhöhe der Besucher angebracht, sodass sie alle Details erkennen konnten.

Das Dromedar war nicht nur ein Lasttier, sondern auch ein Symbol für Fremde, Reisende und unbekannte Welten, was die Fantasie der Betrachter anregte. Im Jahr 1922 wurden 23 dieser Fresken verkauft und 1926 auf Leinwand übertragen, um sie ins Met in New York zu bringen.

In der heißen Ruhe des Südens

Mariano Fortuny y Marsal. Ruhende Kamele, Tanger. 21 × 37 cm. 1865, Metropolitan Museum, New York.
Tópico Kunst und Objekte/Tieren

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