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Warum ist auf diesem Gemälde nur eine Frau zu sehen?

Einige Wochen lang werde ich dir einen Sommer-Newsletter schicken, in dem ich dich einladen werde, dich jeweils auf ein einziges Werk zu konzentrieren. Jede Ausgabe birgt dieselbe Überraschung: die Geschichte einer Frau, die deine Sichtweise auf das Gemälde verändern wird.

Manche waren Protagonistinnen. Andere waren Models. Wieder andere waren die Künstlerinnen selbst. Wenn du ihre Geschichte kennst, wirst du feststellen, dass diese Bilder nie genau das erzählen, was du gedacht hast.

Es gibt Kunstwerke, die man nicht auf den ersten Augenblick versteht. Denn dafür reicht der erste Blick nie aus.

Manchmal genügt bereits eine einzige Person, um die gesamte Bedeutung eines Bildes zu verändern.

1. Die Frau hinter dem Werk: Gala

(Abre numa nova janela)
Max Ernst. Das Rendezvous der Freunde. 1922. 130 × 195 cm. Museum Ludwig. Köln.

Im Jahr 1922 ist Max Ernst gerade bei Paul Éluard in Paris angekommen und hat dieses Bild gemalt, das wie ein Treffen unter Freunden aussieht. Aber das ist es nicht.

Du siehst eine Gruppe von Männern in einer ungewöhnlichen Szene. Es findet kein Gespräch statt, und die Figuren wirken steif. Es sind Schriftsteller, Dichter und Künstler.

Sie gehören zu den Männern, die sich in der französischen Hauptstadt um die surrealistische Bewegung versammeln, zusammen mit ihren Vorbildern. Vergrößerst du das Bild, siehst du links und rechts zwei Listen mit ihren Namen und dass sie nummeriert sind.

Mit diesem Gemälde taucht Ernst selbst in den Surrealismus ein.

Die Figuren sind nicht zufällig dort. Sie bilden eher eine Landkarte als eine reale Geschichte ab. Breton und Éluard stechen in der Mitte hervor. Der blonde Mann in einem grünen Anzug, der links auf Dostojewskis Knien sitzt, ist Max Ernst.

Das Interessante beginnt jedoch erst, wenn du aufhörst, das Bild als Dokument zu betrachten, und es stattdessen als persönliche Auswahl des Künstlers siehst.

In dieser Hinsicht gibt es eine Figur, die besonders ins Auge fällt, da sie eine Ausnahme darstellt.

Es handelt sich um eine Frau, die weder Künstlerin, noch Dichterin, noch Schriftstellerin ist. Sie ist die Einzige.

Sie wurde als Elena Iwanowna Diakonowa geboren. Aber ihr Name ist Gala. Zu diesem Zeitpunkt ist sie Gala Éluard, die Frau des Dichters.

Sie ist nicht nur die einzige Frau unter den Surrealisten. Sie ist auch die einzige Person, die das System der intellektuellen Beziehungen innerhalb der Männergruppe durcheinanderbringt.

Und genau hier beginnt sich das Bild wirklich zu verändern.

Tópico Ideen zur Kunst

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