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Innere Leere

Heute mal ohne KI. Die Hitze hat mich nämlich an etwas erinnert, das ich fast vergessen hatte: Nichtstun ist nicht nutzlos, sondern ein Teil des kreativen Prozesses. Womöglich sogar der wichtigste.

Die Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad hier im Südwesten haben Spuren bei mir hinterlassen. Auch positive – so merkwürdig das klingt. Denn dieses Lähmende erinnert mich an einen langen Urlaub in New Orleans vor vielen Jahren, mitten im August. Es war beinahe unmöglich, an den heißen Tagen etwas zu besichtigen oder gar einen Ausflug zu machen. Und ich habe es genossen.

Was soll an lähmender Hitze gut sein?

Eigentlich ist es einfach: Hitze lähmt. Und lässt dadurch viele Dinge unwichtiger erscheinen. Vor allem die Störmedien, die mich immer zwischen zwei wichtigen Tätigkeiten beschäftigen. Also Social Media oder Podcasts. Wenn ich mit dem Hund rausgehe, habe ich normalerweise immer einen Podcast im Ohr, wenn ich mal eben auf dem Sofa ein paar Minuten entspanne, hänge ich an in einem Infinite Scroll.

Nur derzeit ist das nicht der Fall. Vor lauter Hitze bin ich bin froh, mal gar nicht denken zu müssen. Und genau darum geht es hier: nicht denken zu müssen.

Kreativität (und vieles andere im Leben) benötigt Ruhezeiten. In der Forschung heißt diese Phase „Inkubation". Dann feuert das sogenannte Default Mode Network – so eine Art Hintergrund-Netzwerk im Gehirn, das anspringt, sobald das zielgerichtete Denken den Raum dafür lässt.

Warum arbeitet das Gehirn ausgerechnet beim Nichtstun?

Ohne Inkubation kein kreatives Ergebnis. Studien zeigen: Gerade wenn wir eine Aufgabe bewusst loslassen, arbeitet unser Gehirn im Hintergrund weiter – und dabei entstehen die besten Ideen.

Stell dir das vor wie meine Hunderunde: Mit Podcast im Ohr ist sie zielgerichtet. Das Ohr beschäftigt den Kopf, die Gedanken laufen in gewohnten Bahnen. Weil es sehr gute Podcasts gibt, ist das absolut effektiv, ja. Aber ohne Podcast wird dieselbe Runde zu etwas anderem: Die Gedanken laufen, wohin sie wollen. Schnüffeln mal hier und mal da und finden Verbindungen, die ich am Schreibtisch nie gesehen hätte. Und das machen sie sogar im Hintergrund.

Eine schon 2012 veröffentlichte Studie (Abre numa nova janela) von Benjamin Baird und Jonathan Schooler an der University of California, Santa Barbara, zeigte: Teilnehmer:innen, die eine kreative Aufgabe unterbrachen und in dieser Zeit eine leichte Ablenkungsaufgabe erledigten, fanden später 41 % mehr kreative Lösungen als die Kontrollgruppe, die durchgehend an der Aufgabe arbeitete.

Also noch mehr Hitze?

Und, ja, ich weiß, was du denkst: Wenn wir schwitzend und hechelnd wie ein Hund auf dem Sofa liegen, wird es wohl so sein, dass auch das Default Mode Network keine Lust auf Hintergrundarbeit hat. Aus meinem Urlaub in New Orleans habe ich jedenfalls keine bahnbrechenden Erkenntnisse mitgebracht. Und, ja, die Hitze selbst muss uns Angst machen, das will ich hier nicht schönreden: Ich glaube wirklich nicht, dass uns die kommende Klimakatastrophe irrsinnig kreativ macht (auch wenn wir genau das jetzt bräuchten).

Die Hitze ist also nur der Impuls für diese Mail. Mein Vorschlag: Bau dir kreative Inkubationsphasen ins Leben – auch ohne 38 Grad. Wie das gehen kann, steht in der Übung unten. Und ich selbst? Drehe mich nächste Woche (die kühler werden soll), wann immer ich kann, einfach mal um mich selbst. Hunderunde ohne Podcast. Sofa ohne Bildschirm. Mal sehen, was der Kopf dann macht.

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Da bin ich jetzt mal konsequent und lasse diese Rubrik leer.

Und nun zu dir

Was sagt die Forschung dazu, wann Inkubation funktioniert? Ungefähr bei allen Tätigkeiten, die man uns in der Jugend abtrainiert hat (z.B. Tagträumen) und bei bewusst geführten Entspannungsphasen (z.B. Meditation). UND: beim Mittagsschlaf. Deshalb hier eine Anleitung für den NASA-Nap:

NASA-Forschungen zeigen nämlich, dass 26 Minuten die ideale Länge für einen erfrischenden Mittagsschlaf sind. In dieser Zeit erreicht dein Gehirn (oder besser: “Gehirne im Durchschnitt”) die perfekte Balance: Lang genug für echte Erholung, aber kurz genug, um nicht in den Tiefschlaf zu fallen. NASA-Studien mit Piloten zeigten nach einem solchen Powernap eine Steigerung der Aufmerksamkeit um 54 % und der Arbeitsleistung um 34 %.

Und, hey: Es ist sogar o.k., wenn du nicht wirklich schläfst. Schon das bewusste Zur-Ruhe-Kommen aktiviert die regenerativen Prozesse in deinem Gehirn. Denk dran: Es geht nicht darum, in einen tiefen Schlaf zu fallen, sondern deinem Geist eine kreative Pause zu gönnen.

So geht's:

  1. Finde einen ruhigen Ort, auch der Schreibtisch ist okay

  2. Stelle einen Wecker auf 26 Minuten

  3. Nimm eine bequeme Position ein

  4. Schließe die Augen und atme tief durch

  5. Falls du nicht einschläfst: Egal! Auch das Ruhen hilft

Vermutlich ist das beim ersten Mal ziemlich schwer und die Synapsen in deinem Gehirn tanzen Polka. Doch ich verspreche dir, das wird von Mal zu Mal besser.

Vergiss dabei nicht: Es geht um Entspannung und nicht um noch mehr Stress. Wenn dir also 26 Minuten zu viel sind oder du in der Zeit lieber spazieren oder nur aus dem Fenster schauen willst, tue dies. Fange so an, wie es gut für dich ist.

Dann wünsche ich dir einen guten Mittagsschlaf

Eric

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Torne-se membro de KI, aber gut e comece a conversa.
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