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“Literarisches Ping-Pong”

mit René Klammer und David Jacobs

Sei dabei, wenn René Klammer und David Jacobs ihre selbst verfassten Kurzgeschichten und Romanauszüge in einem heiteren Match gegeneinander antreten lassen. Dabei lassen die beiden kein Genre aus. Sie bringen gleichermaßen spannende wie nachdenkliche Texte zu Gehör und auch für die Groteske des Alltags findet sich immer ein Platz im Programm. Und selbstverständlich sind sich die beiden für das ein oder andere gewagte Textexperiment nie zu schade. Dabei beschränken sie sich nicht auf das Vortragen ihrer Texte, sondern befragen einander auch über die Tücken des Schreibens, die Entstehung ihrer Geschichten und kommen dabei unweigerlich mit dem Publikum ins Gespräch. Jeder der beiden geht mit 10 Geschichten und 10 Fragen an den Start. Zu den Regeln gehört, dass sie nicht wissen, welche Texte der jeweils andere dabeihat. Aufschlag René Klammer. Das Spiel beginnt …

Unser letzter Auftritt

Am 10.10.25 waren wir zu Gast in der Kaffeerösterei LeNoKo in Linz am Rhein. Vielen Dank für die Einladung! Es hat einen Riesenspaß gemacht!
Diesmal begannen wir unser “Match” mit der Kurzgeschichte “Bühnenpiraten”. Ihr findet sie weiter unten.

Rundbrief

In unserem Rundbrief weisen wir ca. einmal im Monat auf kommende Lesungen hin. Außerdem berichten wir hier von unseren Auftritten und stellen immer mal wieder eine unserer Kurzgeschichten ins Netz.
Wir freuen uns, wenn Ihr uns als Leser*innen die Treue haltet, oder auch Freunde auf unser Angebot hinweist.
Trotzdem haben wir vollstes Verständnis, wenn Ihr den Rundbrief nicht dauerhaft bekommen wollt. Am Ende jeder Ausgabe befindet sich daher eine Button, mit dem Ihr euch jederzeit aus dem Verteiler austragen könnt.

Rückmeldungen zu Texten und Lesungen, Bestellung unseres Buchs “Literarisches Ping-Pong” sowie Anfragen wegen Auftritten bitte an literarisches-ping-pong(at)posteo.de

Nächste Lesung

Am 31. 10. 2025 lesen wir im Dreifachwerk in Euskirchen.
Dreifachwerk - Termine (Abre numa nova janela)

Die heutige Kurzgeschichte hat David für euch geschrieben.

Bühnenpiraten

Er zieht die schwarze Kochjacke mit den violett verzierten Knopflöchern an und streift die dunklen Latexhandschuh über. Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel. Dann zwinkert er sich selbst zu, strafft die Schultern und öffnet die Tür der Herrentoilette. Er lässt den Blick übers Foyer wandern. Gespräche summen. Von Zeit zu Zeit durchdringt perlendes Lachen den Raum.

Als er sich zur Theke hinwendet, machen ihm die Anstehenden andächtig Platz. Der Trick mit der schwarzen Kochjacke wirkt immer.
„Teller Lachsschnittchen, Flasche Champagner auf Eis, vier Gläser für die Festivalleitung, aber zackig!“
Es ist zwar kein Festival und eine Festivalleitung gibt es auch nicht, aber dennoch legen sich die Caterer ins Zeug, als gelte es den Bundeskanzler zu versorgen.
„Serviette!“
Wie von Zauberhand steht das Gewünschte binnen Sekunden bereit und schon schwebt er, das Tablett hoch über dem Kopf balancierend, durch die Sicherheitsschleuse des Backstagebereichs. Er ist noch nie aufgehalten worden, wenn er die Champagnernummer bringt.
Dann fragt er einen bulligen Securitymann nach der Garderobe von Herrn Schreck, der die Moderation der Lesenacht übernommen hatte und tritt, ohne anzuklopfen ein.
„Eine kleine Aufmerksamkeit des Veranstalters“, erklärt er und setzt das Tablett ab. „Kleine technische Verzögerung“, murmelt er, während der Großkritiker bereits nach den Schnittchen greift.
Der Gong ertönt. Die Geräuschkulisse ändert sich, als sich die Zuschauer auf die Suche nach ihren Sitzplätzen begeben.
„Wird nicht länger als zehn Minuten dauern, Herr Schreck. Eine Lappalie. Aber natürlich ärgerlich, Herr Schreck!“
Der kaut, schluckt und nickt gönnerhaft, während er mit dem Champagner nachspült und um ein paar Zitronenschnitze bittet.
„Gewiss. Kommt sofort!“ Er gleitet aus dem Raum. Dann sucht er sich eine dunkle Ecke, um sich umzuziehen. Soll sich der Großkritiker seine Zitronenschnitze doch selbst holen.
Er wendet die Jacke und goldenen Pailletten kommen zum Vorschein. Sie knistern, als er darüberstreicht. Er schlüpft hinein und schließt den Sakko.
Jetzt kommt der kritische Teil.
Ohne länger zu zögern, tritt er hinaus ins Rampenlicht und ergreift das Mikro. Und nur wenige Sekunden, nachdem er die Bühne gekapert hat, flammt im Backstagebereich Unruhe auf.
„Wer ist das denn?“
„Licht und Mikro aus!“
„Auf gar keinen Fall abbrechen!“
„Bloß keinen Skandal!“
„Hochverehrtes Publikum!!!“, begrüßt er die Menge. „Einen besonders herzlichen Applaus dem Überraschungsgast des heutigen Abends, René Klammer!“
„Laufen lassen!“, hört er die zischende Stimme des Intendanten. „Wir lassen ihm Zeit für eine seiner verdammten Geschichten, dann Licht aus und wenn der Beifall laut genug ist: Zugriff!“
Die beiden haben es mal wieder geschafft! Für mindestens zehn Minuten wird die Bühne ihnen gehören! - und dann tritt René Klammer im rosa Paillettenkleid aus einem der Seiteneingänge, hinein ins grelle Bühnenlicht und beginnt zu lesen.

Nachher werden sie flitzen müssen!