
TEIL 48: PFINGSTEN UND FREE JAZZ
Als das Pfingstfest kam, waren wieder alle zusammen,
die zu Jesus gehörten. Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen
wie von einem starken Wind. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus,
in dem sie sich aufhielten. Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen. Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder. Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab. In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt, die sich hier niedergelassen hatten. Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen. Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden… Wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat.“ Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: „Was hat das wohl zu bedeuten?“ Wieder andere spotteten: „Die haben zu viel süßen Wein getrunken!“
Die Bibel, Apostelgeschichte 2,1-13
Wenn ich über diesen Text und die biblische Erzählung von Pfingsten nachdenke, fällt mir in letzter Zeit immer der folgende Satz ein, den ich längerer Zeit mal in mein Notizbuch geschrieben habe und den ich kürzlich beim Durchblättern desselben, auf der Suche nach etwas ganz anderem, wiederentdeckt habe: Glaube ist für mich wie Free Jazz. Und das drückt sich vielleicht besonders deutlich an Pfingsten aus:

Hier kannst du dir das Gedicht von mir vorlesen lassen:
Vor kurzem erschien das grandiose Buch Feucht und Fromm von Nana Myrrhe, in dem sie von ihrem eigenen Erleben des Keuschheitswahns in evangelikalen Gemeinschaften erzählt und auf das System dahinter schaut: Purity Culture. Sie entzaubert das heilige Märchen von Reinheit und Enthaltsamkeit und präsentiert eine intensiv recherchierte Spurensuche. "FEUCHT & FROMM" weist auf die vielen Unschuldigen hin, die in diesem System nur verlieren können, und deckt die perfiden Methoden einer Ideologie auf, die nicht nur in konservativ-religiösen Kontexten ihre Wirkung entfaltet.
Für ihre Lese-Tour haben Nana und ich ein Video gedreht, in dem ihr Text Kein Safe Space mit meinem Gedicht Als wir Geister waren dialogisch ineinander gewoben werden und so einen gemeinsamen poetisch-künstlerischen Ausdruck zum Thema Purity Culture schafft. Das Video ist seit heute online auf meinem Youtube-Kanal. Wir freuen uns, wenn du reinschaust:
https://youtu.be/zkEXZj8_qrg (Abre numa nova janela)Liebe Grüße aus Wien und bleib barmherzig

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