
Zwei Drittel der Deutschen wissen wenig über die NS-Geschichte an ihrem Wohnort. Das zeigt die MEMO-Studie „Gedenkanstoß” 2025. Das Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld hat sie im Auftrag der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft durchgeführt.

Die Wissenslücke wird bei konkreten Orten deutlich: Mehr als die Hälfte der Befragten konnte keinen Ort nennen, den sie mit der NS-Zeit verbinden. Stadt und Land unterscheiden sich erheblich: In Landgemeinden können zwei Drittel keinen NS-Ort benennen, in Großstädten ein Drittel.
Am häufigsten wurden Orte nationalsozialistischer Gewalt genannt (24,4 %), gefolgt von Denkmälern und Gedenkstätten für Opfer des NS (19,1 %). Alle anderen Nennungen lagen unter 10 %.
Wolfgang Hauck, Projektleiter des NaziCrimesAtlas, betont die Wirkung der Kartierung mit einer App: „Wenn Sie eine unsere digitalen Karten öffnen, sehen Sie sofort: Es war überall. Allein bei den Novemberpogromen füllen mehr als 3.000 Datenpunkte die Karte Deutschlands."
Zoomen Sie in die Karten hinein, erkennen Sie geografische Besonderheiten. Diese haben historische Gründe: Die unterschiedliche Verteilung jüdischer Gemeinden erklärt zum Beispiel die Verteilung der Verbrechen während der Novemberpogrome. Die visuelle Darstellung vermittelt Ihnen die umfassende Omnipräsenz der NS-Verbrechen.
Verortung schafft Zugang zur Geschichte
Mit über 25.000 dokumentierten Taten an rund 8.000 Orten – das sind rund 80 Prozent aller Orte in Deutschland – zeigt der NaziCrimesAtlas Ihnen: NS-Verbrechen wurden im ganzen Land verübt. Wenn Sie entdecken, dass diese Geschichte Ihren Wohnort betrifft, wird sie relevant und greifbar.
Die MEMO-Studie zeigt: Je mehr Orte Menschen mit der NS-Zeit verbinden können, desto intensiver setzen sie sich mit dieser Geschichte auseinander. Das macht lokalhistorische Initiativen und digitale Werkzeuge wie den NaziCrimesAtlas so wichtig: Sie helfen Ihnen, diese Orte zu entdecken und in Erinnerung zu halten.
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Förderung
Das Projekt NaziCrimesAtlas wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.
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