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Grüsse aus dem Stadthaus

Liebe Politik-Fans

Wir starten diese Aussendung mit einem sachdienlichen Hinweis: Kürzlich ist die 28. Folge des Rathuus-Podcasts erschienen – und sie ist ausnahmsweise für alle kostenlos zu hören. Lorenz Steinmann diskutiert mit gleich zwei Gästen, namentlich Beni Frenkel und Damjan Bardak. Beni hat als Journalist schon bei fast allen namhaften Medienhäusern der Schweiz gearbeitet. Damjan wiederum ist der Co-Host des Fussball-Podcasts “Der Schlusspfiff”. Die drei mit dem übersteigerten Sendungsbewusstsein sprechen unter anderem darüber, wie Lokaljournalismus und Lokalpolitik zusammengehen – oder eben nicht. Da müsst ihr unbedingt reinhören. (Abre numa nova janela)

So viel zu diesem Thema. Aber gehen wir nun weiter. Lorenz hat gemeinsam mit Pascal Turin einen Kommentar geschrieben, der einige vermutlich aufregen wird. Am vergangenen Sonntag wurde die rot-grüne Vormachtstellung in der Zürcher Exekutive zementiert. Die Zeit der Sentimentalitäten ist deshalb vorbei, finden zumindest die Rathuus-Gründer. “Links-Grün will weder einen Verkauf von Energie 360° (früher Erdgas Zürich) noch einen autofokussierten Bau des Trams Affoltern”, heisst es im durchaus kontroversen Text (Abre numa nova janela). Zudem gebe es viele Stimmen im Gemeinderat, die das aus ihrer Sicht zu zögerliche Vorgehen beim Solarausbau kritisieren würden.

Fazit: Nach der Wahl von Balthasar Glättli (Grüne) spricht laut Lorenz und Pascal vieles dafür, dass Michael Baumer (FDP) vom Departement der Industriellen Betriebe ins Schul- und Sportdepartement wechseln muss.

Viele Eindrücke gesammelt

Den Wahlsonntag hat das Rathuus-Team wie angekündigt im Zürcher Stadthaus verbracht. Es war zeitweise recht kuschelig, weil sich so viele Politikerinnen und Journalisten die Beine in den Bauch standen und auf die Resultate der Stadtrats- sowie Gemeinderatswahlen warteten. Es gab ausserdem feine kleine Apérobrötchen. Wir haben für euch viele Eindrücke gesammelt. (Abre numa nova janela)

Für unsere auswärtigen Leserinnen und Leser wollen wir nun kurz rekapitulieren: Bei den Stadtratswahlen holten die Grünen einen dritten Sitz, während die FDP ihren zweiten Sitz verloren hat. Die Mitte bleibt im Gemeinderat, die EVP ist hingegen vermutlich weg vom Fenster – falls sich das Wahlbüro nicht verzählt hat. Die EVP hat im Wahlkreis 12 das 5-Prozent-Quorum mit 4,95 Prozent ganz knapp verpasst. Ausschlaggebend für dieses Resultat waren offensichtlich lediglich 28 Stimmen. Der Stadtrat hat deshalb eine Nachzählung im Wahlkreis 12 angeordnet. (Abre numa nova janela) Diese findet heute Freitag, 13. März, unter dem wachsamen Auge der Stadtkanzlei statt.

Die Bürgerlichen sollten sich allerdings keine falschen Hoffnungen machen. Gemäss einem Artikel des “Tages-Anzeigers“ (Abre numa nova janela) ist die links-grüne Mehrheit im Parlament nicht gefährdet. Demnach würde die EVP zwei Sitze erhalten, welche wiederum die FDP und die Mitte abgeben müssten.

Ein Mann streichelt liebevoll einen Hund.
Suki hat wohl die Sozialdemokraten gewählt: Die Hündin, die nicht SP-Stadtrat Raphael Golta gehört, erhielt von ihm eine Streicheleinheit. Bild: Pascal Turin

Einige wird man vermissen

Freud und Leid liegen bei Wahlen immer nah beieinander. Die Verschiebungen bei den Parteistimmen im Zürcher Gemeinderat sorgten auf alle Fälle für dicke Überraschungen. Das Parlament wird jünger und weiblicher. Und man wird einige Charakterköpfe definitiv vermissen.

Ein vorderer Listenplatz heisst zum Beispiel nicht unbedingt, dass man gewählt wird. Im Wahlkreis 1 und 2 musste dies Ivette Djonova (FDP) schmerzlich erfahren, wie unsere Auslegeordnung zu den Parlamentswahlen zeigt (Abre numa nova janela). Opfer der Baisse der Grünen wurde im gleichen Wahlkreis Gemeinderat Luca Maggi. Bernhard im Oberdorf machte kürzlich Schlagzeilen, weil er von der SVP zur Mitte wechselte. Er musste bei der Mitte im Wahlkreis 6 auf Listenplatz 3 antreten und schaffte die Wiederwahl klar nicht.

Freuen darf sich dafür Vera Çelik (SP). Sie ist Muslima und wollte die erste Zürcher Politikerin mit Kopftuch werden – sie hat es im Wahlkreis 11 geschafft.

Liebe Grüsse

Lorenz Steinmann und Pascal Turin

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