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Musenknutschen (Traumjob Autorin 2)

Medikamentenpackung, Aufschrift: Prokrastinol Forte und ein Röhrchen, Aufschrift: Spiritus particular D20
Manchmal helfe ich mit entsprechenden Aufputschmitteln nach. Spiritus Particular ist ein wirksames homöopathisches Mittel, Prokrastinol nehme ich nur im äußersten Notfall ... (Freundlicherweise überlassen von: Christian von Aster und David Knospe)

Immer wieder höre ich von Schreibenden, dass sie „in Stimmung“ sein müssen, um zu schreiben. Als Berufsautorin kann ich nicht darauf warten, dass mich die Muse knutscht. Ich muss Text liefern, jeden Tag. Klingt das brutal nach Pflicht? Ja, genau.

Die Pflicht ruft. Immer

Verlage setzen Deadlines, die auch eingehalten werden sollten. Natürlich kann immer mal etwas dazwischenkommen, dafür haben alle Verständnis. Aber verabschiede dich von dem romantisierten Deadline-Crashen. Damit funktioniert auf Dauer keine gute Zusammenarbeit. Außerdem geht am Ende des Tages deine eigene Rechnung (zur Erinnerung: 3-4 Bücher/ Jahr) nicht auf, wenn du die Manuskriptabgabe vor dir herschiebst.

Wenn du keine Lust hast, musst du dennoch ran an den Schreibtisch. Und dann kann das Autorinnendasein zur Tortur werden.

Der Trick: Selbstüberlistung

Aus meiner Sicht gibt es keine Strategie, die für alle passt. Ich empfehle aber dringend, den ein oder anderen Trick einfach mal auszuprobieren.

  • Schreibroutinen: Halte deinen Ablauf möglichst gleich. Was langweilig klingt, hilft dir nach einer gewissen Zeit, schneller in den Schreibfluss zu kommen. Es gibt dir Sicherheit und fördert die Konzentration, da du weniger abgelenkt wirst.

  • Unterbreche deine Arbeit regelmäßig. Hilfreich ist zum Beispiel die “Pomodoro-Technik”: 4 Blöcke à 20 Minuten + je 5 Minuten Pause dazwischen. Danach eine längere Pause und optimal drei - vier Blöcke/ Tag. Es gibt auch andere Taktungen. Zu Pausen wird es noch einen Extra-Beitrag geben.

  • Gerade, wenn es dir schwer fällt überhaupt zu beginnen, fange nicht mit dem Schreiben selbst an. Lies die letzten fünf Seiten, die zu zuvor geschrieben hast, korrigier ein wenig, mach dir Notizen. So kommst du schneller in der Geschichte an.

  • Wenn du die Zeit hast: Nimm raus. Geh spazieren, mach Sport, triff die mit der Freundin, backe, stricke, geh shoppen. Manchmal geht es eben nicht. Das solltest du dir unbedingt verzeihen.

  • Wenn du keine Zeit hast: Musst du schreiben, klar. Umso wichtiger ist, dass du nicht überdrehst. Lieber viele kleine Einheiten, nicht mehr als sechs - acht Stunden (oder fünf Pomodoro-Blöcke)/ Tag, aber täglich, wenn es sein muss.

Die Mühe der Qual

Das kann sehr anstrengend werden. Meine tröstliche Erkenntnis: Der herausgequälte Text wird meistens nicht schlechter! Die Lesenden merken es am Ende nicht, ob mir die kleine Muse beim Schreiben auf der Schulter sitzt oder nicht.

Ich schreibe also. Täglich. Und wenn nicht, dann lese ich das Lektorat, den Klappentext, Marketingtexte, den Drucksatz, bereite eine Lesung vor. Und wenn es gar nicht läuft, mache ich … Einnahmen-Überschuss-Rechnung 😈

Tópico Schreibtipp (Autorich)

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