📬Selbstfairsorger-Post 04/2026
Hallo liebe*r Selbstfairsorger*in,
vergangene Woche habe ich im Teil I der Hochbeetreihe meine DIY-Bauanleitung für dieses schicke Hochbeet mit dir geteilt: (Hier nachlesen) (Abre numa nova janela)
Heute in Teil II machen wir direkt weiter mit der richtigen Befüllung. Auch wenn du schon ein Hochbeet hast und gar kein neues bauen möchtest, ist der Frühling ideal zur Befüllung geeignet. (Spoiler: Es geht viel besser und einfacher, als uns geläufig erklärt wird…). Ich sag nur: Adé, Nachfüllen!
Nun kommen wir also zum Kern des Hochbeetes: der richtigen Befüllung. Und um die Befüllung von Hochbeeten wird häufig eine eigene Wissenschaft gemacht.
Die klassische Befüllung von Hochbeeten beginnt mit Baumstämmen oder dicken Ästen bis hin zu Zweigen, Rasensoden, Staudenrückschnitt, Laub, Kompost und ganz oben auf kommt erst die Erde. Angeblich kann diese organische Befüllung zwar eine Menge Wärme durch Verrottung generieren. Das ist zwar grundsätzlich richtig, jedoch in einem Hochbeet nur schwer möglich, da hier die Luftzirkulation fehlt, um den wärmeproduzierenden Kompostierungsprozess anzuregen.
Es kommt eher zu Fäulnis unter Luftabschluss, was keine gute Basis für dein Hochbeet ist. Im besten Falle bildet sich im unteren Bereich des Hochbeetes Komposterde, die aber für deine Pflanzen oben auf nie erreichbar sein wird.
(Wen das Thema interessiert, dem kann ich das Buch „Erdenherstellung und Kompostierung“ von Gerald Dunst, dem Gründer der österreichischen Firma Sonnenerde empfehlen. Hier wird dieser Prozess genauestens erklärt.)
Bei der Befüllung meiner Hochbeete gehe ich deswegen etwas anders vor, als man dies weitverbreitet in anderen Anleitungen findet. Der einfache Grund: Ich habe überhaupt keine Lust, dass mein Gemüse jedes Jahr um die Hälfte nach unten sackt, weil die Zersetzungsprozesse das organische Material so stark schwinden lassen.
Ganz auf die positiven Vorteile der Kompostbildung verzichten möchte ich aber auch nicht. Deswegen vereint mein alternativer Hochbeetaufbau alle Vorteile. Wie genau das geht, erfährst du jetzt:
1. Grundlagenschicht: Sand
Zunächst befülle ich das unterste Drittel des Hochbeets mit Sand, denn bis hierhin dringen die Wurzeln der Pflanzen im Hochbeet ohnehin nicht vor. Der Sand erfüllt eine sehr gute Drainagefunktion und stellt gleichzeitig eine Verbindung mit dem darunter liegenden Boden her, sodass Wasser abfließen und Mikroorganismen und Kleintiere wie Regenwürmer trotzdem gern einwandern können. Sie verbessern über die Jahre den Sand mit Ihrer Schichtendurchmischung sogar zu einem wesentlich hochwertigeren Boden.
2. Füllschicht: Gartenerde
Über den Sand fülle ich eine Schicht „normalen“ Gartenboden, bis das Hochbeet zur Hälfte gefüllt ist. Die genaue Höhe in Zentimeter ist also abhängig von der Gesamthöhe deines Hochbeets. Bis hierhin kommen die Wurzeln tief wurzelnder Gemüsearten wie Karotten, Pastinaken und Schwarzwurzeln voran.

3. Kompostschicht
Nun beginne ich mit dem Einfüllen von organischem Material, um die oben beschriebenen Vorteile während der Kompostierung zu erhalten. (und zwar in einer pflanzenverfügbaren Schicht!) Dafür verwende ich Gartenabfälle, die sich recht gut und schnell abbauen: Staudenrückschnitt, Laub und Holzhackschnitzel.
Ein gewisser Anteil Küchenabfälle darf auch mit dazu. Du kannst auch gleich eine ca. 15-20 cm dicke Schicht aus frisch aufgesetztem, unverrottetem Kompost verwenden.
4. Deckschicht: Feinkompost
Die letzten verbliebenen ca. 20-30 cm fülle ich mit einer Mischung aus eigenem, gut durchgereiftem Kompost und Gartenerde. Diese beiden Bestandteile werden in einem Verhältnis von 1:1 gemischt.

Tipp: Wenn du nicht so viel eigenen Kompost zur Verfügung hast, kannst du auf ein fertig gemischtes Substrat zurückgreifen. Achte darauf, dass es besonders nährstoffreich und hochwertig ist und auf jeden Fall in Bio-Qualität.
Bei der obersten Schicht handelt es sich um den Bereich, von dem sich deine Gemüsepflanzen ernähren, da würde ich keine Abstriche in puncto Qualität machen!
Aus eigener Erfahrung kann ich dir die Schwarzerde von der österreichischen Firma Sonnenerde empfehlen. Sie ist mit Pflanzenkohle angereichert und sichert einer dauerhaft hohe Nährstoffversorgung über viele Jahre hinweg ohne Nachdüngen.
Besonderes Plus: Mit unserem Partnercode ‘FAIR5’ bekommst du auf sämtliche Erden und Produkte von Sonnenerde (Abre numa nova janela)!
(Abre numa nova janela)Nun ist das Hochbeet fertig befüllt und du kannst dir sicher sein, dass im ersten Jahr maximal 5-10 cm der Füllhöhe absacken. Das ist wie ich finde ein guter Kompromiss, um alle Vorteile bei der Befüllung miteinander zu vereinen.
Du kannst diese Gelegenheit nutzen, um jedes Jahr eine dünne Schicht feiner Deckerde oben aufzubringen. Damit sicherst du eine dauerhafte Nährstoffversorgung im Hochbeet, die den Pflanzen direkt zur Verfügung steht.
Das ist aber auch in Ordnung, denn einerseits setzen sich die einzelnen Schichten weiter nach, andererseits verrottet die organische Zwischenschicht mit der Zeit ein wenig und wertvoller Kompost entsteht. Aber, und das ist ein entscheidender Vorteil, es sackt eben keine 30cm und mehr pro Jahr ab!
Gerade wenn du dauerhafte Pflanzen wie Kräuter in deinem Hochbeet hast, nervt der Prozess des Auffüllens einfach nur und ist mit großem Aufwand verbunden. Denn das Auffüllen in größerem Maßstab geht nur, wenn sich gerade mal Lücken bieten oder das Beet komplett leer ist. Jedoch, wie du nächste Woche in Teil III sehen wirst: Ein gutes Hochbeet steht niemals leer ☺️
Freu dich auf also schonmal auf kommende Woche. Dann zeig ich dir, wie du dein Hochbeet ganzjährig bepflanzt, so dass du rund ums Jahr Sommer wie Winter immer etwas ernten kannst.
Herzliche Grüße,
Til und das gesamte Selbstfairsorger Team
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