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Ausgabe #66 — When the Living Is Easy

Es ist Summertime. Nachdem wir in der vergangenen Ausgabe elf Orte zur Abkühlung empfohlen haben, bleiben wir auch heute auf der „Easy Side of Life“ und widmen uns der passenden Sommerlektüre.

Mein Easy Living für die erste Ferienwoche: Sommerfrische am Prebersee im Lungau. Nächste Woche geht es wieder zurück zu den zahlreichen Bezirksnews, über die wir berichten werden.

Dabei brauche ich deine Hilfe: Welches Buch hat dich begeistert, unterhalten oder zum Nachdenken gebracht? Wenn du deine Literatur-Highlights mit der Flâneur-Community teilen möchtest, antworte einfach auf diese E-Mail – am besten mit einem Satz dazu, warum du das Buch gern gelesen hast.

Ich beginne mit meinen persönlichen Favoriten für lange Sommertage. Vielleicht entsteht daraus gemeinsam die ultimative Leseliste für Flâneur*innen, die wir laufend ergänzen und regelmäßig teilen können.

Bevor es losgeht und ich dir am Ende dieser Ausgabe noch einige sommerliche Veranstaltungen ans Herz lege, gibt es Neuigkeiten vom Schloss Neugebäude in Simmering.

Schloss Neugebäude bekommt neuen Pächter

Das Schloss Neugebäude in Simmering hat einen neuen Pächter: Die Koop Live Marketing GmbH & Co KG will den Betrieb ab Herbst schrittweise aufnehmen. Für den Winter sind unter anderem Adventmärkte geplant, ab 2027 soll das Schloss wieder vollständig bespielt werden.

Der Schwerpunkt dürfte zunächst auf Firmenveranstaltungen, Kongressen und anderen B2B-Events liegen. Öffentliche Konzerte, Kabarettabende oder fixe Öffnungszeiten werden zwar nicht ausgeschlossen. Dafür brauche es laut Betreiber jedoch Partner und ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept.

Wir haben in Ausgabe #61 (Abre numa nova janela) über das Schloss Neugebäude berichtet. Schauen wir mal, wie viel die Öffentlichkeit künftig tatsächlich vom Schloss haben wird.

Was ist dein Lesetipp für den Sommer?

Diese Liste folgt weder den Neuerscheinungen noch den Bestsellerlisten. Sie versammelt Bücher, die mich als gnadenlose Optimistin persönlich begeistert, unterhalten oder zum Nachdenken gebracht haben. Nicht jedes davon ist leichte Kost – aber wir sind schließlich in der Easy Summertime, und da darf selbst das Nachdenken ein wenig leichter fallen.

Für die Jüngeren

Ferdinand von Schirach: Alexander

Auch für Erwachsene ist das erste Kinderbuch des Autors eine gute Erinnerung daran, auf welchen Werten unsere Demokratie beruht – verpackt in eine zugängliche und sympathische Geschichte. Ob Kinder, wie in manchen Kritiken vorgeschlagen, tatsächlich Lust haben, jedes Kapitel mit ihren Eltern zu diskutieren, weiß ich nicht. Schön wäre es.

Illustriert hat "Alexander" Ferdinant von Schirach selbst.

Frida Nilsson: Siri und die Eismeerpiraten

Das Buch ist der absolute Liebling meiner Patchwork-Tochter – und nichts für schwache Nerven. Es erzählt ein spannendes und stellenweise düsteres Abenteuer über ein mutiges Mädchen, das seine entführte Schwester retten will und dabei in einer rauen Welt mit Ausbeutung, Angst und schwierigen Entscheidungen konfrontiert wird.

Biografisch

Hildegard Knef: Der geschenkte Gaul

Besonders zu empfehlen ist die von Hildegard Knef selbst gelesene Hörbuchfassung. Mit großer sprachlicher Energie, trockenem Humor und bemerkenswerter Offenheit erzählt sie von ihrem bewegten Leben, ohne sich selbst zur Heldin oder zum Opfer zu stilisieren.

Stefanie Sargnagel: Iowa – Ein Ausflug nach Amerika

Sargnagel geht immer. In diesem lakonischen und sehr komischen Reisebericht beobachtet sie die amerikanische Provinz ebenso genau wie ihre eigenen Widersprüche, Vorurteile und Befindlichkeiten.

Wer häufiger durch Instagram scrollt, dem sei auch Stefanie Sargnagels Kanal empfohlen. Dort beschreibt sie derzeit ihre Erfahrungen als junge Mutter in ähnlich trockenem Stil.

Große Fragen

Stefan Zweig: Sternstunden der Menschheit

In der Vergangenheit lief für die Menschheit nicht immer alles glatt. Geschafft hat sie dann aber doch einiges. In vierzehn eindringlich erzählten Miniaturen verdichtet Stefan Zweig historische Ereignisse zu dramatischen Schlüsselmomenten – literarisch mitreißend, wenn auch nicht immer historisch nüchtern.

Susan Sontag: Wie wir jetzt leben

Die Erzählungen zeigen Susan Sontag von ihrer literarischen Seite. In anspruchsvoller, vielstimmiger Form kreisen sie um Krankheit, Tod, Liebe und die Frage, wie Menschen mit existenzieller Verunsicherung umgehen.

Dirk Steffens: Hoffnungslos optimistisch

In keinem anderen Buch dieser Liste habe ich so viele Eselsohren und Notizen hinterlassen. Entsprechend unglücklich war ich, als ich es schließlich zuschlagen musste.

Dirk Steffens verbindet persönliche Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu einem ermutigenden Plädoyer: Die großen Krisen der Gegenwart dürfen nicht verharmlost werden. Trotzdem gibt es konkrete Lösungen – und Gründe, an die eigene Handlungsfähigkeit zu glauben.

Veranstaltungen der Woche

OPENAIR KINO

NOUVELLE VAGUE

https://youtu.be/A4okkr_SPNE (Abre numa nova janela)

Dienstag, 14. Juli 2026 um 21:00 Uhr
Kino am Dach, Urban-Loritz-Platz 2 in 1070 Wien

Richard Linklaters „Nouvelle Vague“ erzählt mit viel Humor und Liebe zum Detail von den Dreharbeiten zu Jean-Luc Godards Filmklassiker „Außer Atem“. In Schwarz-Weiß und im Stil der frühen Nouvelle Vague zeigt der Film Godards Regelbrüche, seine Konflikte mit Jean Seberg und den Aufstieg Jean-Paul Belmondos. Bei den Filmfestspielen in Cannes 2025 wurde die Hommage von Publikum und Kritik gefeiert.

LITERATUR

King-Kong-Kung-Fu

Donnerstag, 16. Juli 2026, von 18.30 bis 19.30 Uhr
Reithofferpark, 1150 Wien
Eintritt frei

Xaver Bayer, Laura Freudenthaler und Hanno Millesi unternehmen einen spielerischen Streifzug durch die Literaturgeschichte. Begleitet werden sie von einem Schwarm Schmetterlinge namens Psyche und einer anonymen Lederstrumpf-Figur, die dafür sorgt, dass der Kurs nicht ganz aus den Augen gerät.

Bild: Privat ZVG

Achtung: Mit der U3 kommst du derzeit nicht bis zur Station Schweglerstraße. Die Strecke wird noch bis 23. August modernisiert. Am besten nimmst du den Bus 12A bis Schweglerstraße oder die Straßenbahnlinien 9 oder 49 bis Beingasse.

PARTY

Swound Sound Recording Sessions

Jeden Donnerstag im Juli 2026, von 18 bis 23.55 Uhr
USUS am Wasser
An der Neuen Donau 1, 1210 Wien

Wenn MC Sugar B zum Mikrofon greift und DJ Makossa die Turntables übernimmt, bleibt garantiert niemand sitzen.

Die beiden bringen das Gefühl einer langen, vibrierenden Clubnacht direkt ans Wasser. Internationale Gäste, entspannte Klänge und jede Menge Spaß machen Swound Sound auch in diesem Sommer zu einem Fixpunkt für alle, die Musik lieben.

https://amwasser.wien/event/swound-sound-x-usus-2026-07-16-1699/register (Abre numa nova janela)
OPENAIR KINO

Good Luck, Have Fun, Don’t Die

Samstag, 18. Juli 2026, um 21 Uhr
Kino am Dach, Urban-Loritz-Platz 2, 1070 Wien

Gore Verbinski, bekannt durch „Fluch der Karibik“, verbindet in „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“ Science-Fiction, Horrorsatire und Roadmovie. Im Zentrum steht ein Mann, der in einer Zeitschleife immer wieder versucht, die richtige Gruppe von Überlebenden zusammenzubringen.

Mit Haley Lu Richardson, Michael Peña, Zazie Beetz und Juno Temple entwickelt sich daraus eine schräge Mission voller überraschender Wendungen – und eine bissige Auseinandersetzung mit unserem Verhältnis zu moderner Technologie.

https://youtu.be/83BISbOTQrs (Abre numa nova janela)

Dump of Untitled Pieces

Junge Frau mit dunklen, schulterlangen Haaren und Jeansjacke hält eine Kamera vor dem Oberkörper und blickt direkt in die Kamera, im Hintergrund zwei unscharfe Frauen in Profilansicht.
Dump of Untitled Pieces © Hafif Film

Samstag, 18. Juli 2026, um 21.30 Uhr
MuseumsQuartier, Hof 8
Eintritt frei

In „Dump of Untitled Pieces“ beobachtet die junge Künstlerin Asli ihre Umgebung lieber aus dem Hintergrund. Ihre beiläufige, heimliche Fotografie trifft jedoch auf einen Kunstbetrieb, der Provokation, große Gesten und vermarktbare Geschichten verlangt. Ein schräger und liebevoller Debütfilm über Kunst, Sichtbarkeit und den Istanbuler Kulturbetrieb.

TANZ

MAY B — Cie. Maguy Marin

Dienstag, 21. Juli 2026, um 21 Uhr
Mittwoch, 22. Juli 2026, um 19 Uhr
Volkstheater

In „May B“ warten zehn Figuren, ohne zu wissen, worauf. Maguy Marins choreografisches Meisterwerk von 1981, inspiriert von Samuel Beckett, zeigt eine Gruppe zwischen Angst, Streit, Ratlosigkeit und groteskem Humor. 45 Jahre nach der Uraufführung wirkt das Stück wie ein Spiegel des absurden Theaters in Gesellschaft und Politik.

https://www.impulstanz.com/performances/pid1845/ (Abre numa nova janela)

Bis zur nächsten Ausgabe wünsche ich dir eine gute Zeit!

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen neuen Unterstützer*innen bedanken, die ein Abo abgeschlossen haben und damit lokalen Journalismus jenseits von Clickbait möglich machen.

Liebe Grüße

Alexandra Folwarski
Herausgeberin des Wiener Flâneur

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