Girls just wanna have equal rights. Klingt nach einer simplen Forderung – ist aber bis heute keine Selbstverständlichkeit. Deshalb stellen wir in dieser Ausgabe den ganzen Monat unter dieses Motto.
Franziska Kruppa schreibt für uns über die Gender Pay Gap und den dringenden Appell: Steh finanziell für dich selbst ein – niemand sonst wird das für dich tun. Sarah Kesthkaran fragt in ihrem Artikel, ob starke Frauen überhaupt den Luxus haben, schwach zu sein – oder ob wir Stärke und Verletzlichkeit neu denken müssen. Mira Ungewitter bringt ein Thema mit, das euch sicher berühren wird (coming soon).
Und in unserer zweiten Podcastfolge sprechen Elli und Sarah ganz persönlich darüber, warum wir schreiben, welche Worte in die Welt gehören – und ob Feministin sein eigentlich unattraktiv macht. Keine Faktenflut, sondern echte Fragen und ehrliche Gespräche.
Natürlich sind auch unsere Herzensempfehlungen wieder dabei: Sheila und Judith versorgen dich mit ihren liebsten Büchern, Fundstücken und Inspirationen, die dich durch den Monat begleiten.
Girls just wanna have equal rights – und wir laden dich ein, mit uns laut, ehrlich und verletzlich für Gleichberechtigung einzustehen. 💜

01: Steh für dich selbst ein - niemand* sonst wird das für dich tun!
Autorin: Franziska Kruppa, Grafik: Sheila Serrer
Im ersten Babyjahr wurde mir bewusst, dass Männer und Frauen spätestens jetzt nicht (mehr) gleichberechtigt sind.
Eigentlich fing die Ungerechtigkeit schon früher an, als ich mich mit der sogenannten Hyperemesis gravidarum durch die Schwangerschaft quälte: Bis über den siebten Monat hinaus erbrach ich mich täglich - manchmal auch mehrmals. Ich fühlte mich schlapp, ausgelaugt und perspektivlos. Was mir sonst Freude geschenkt hatte, war nun nicht mehr greifbar.
Jede ärztliche Hilfe nahm ich dankbar an, aber nichts half wirklich. Ich schleppte mich durch die Tage, an Arbeit war nicht zu denken.
Mein Glück war, dass ich durch meine Krankenversicherung gut aufgefangen wurde und sich so zumindest finanziell kein Mangel bemerkbar machte. Vielleicht war mir deshalb in dieser Zeit noch nicht bewusst, dass ich schon nicht mehr gleichberechtigt behandelt wurde.
Denn während mein Mann auf die Arbeit gehen, Dienstreisen und Pläne machen, leckeres Essen sowie gute Getränke genießen durfte, trug ich unser gemeinsames Kind aus und war dadurch in allen anderen Lebensbereichen nahezu ausgeknockt.