Ich bin eben erst von meiner griechischen Ruheinsel zurückgekommen und noch ein bisschen überfordert – vom Münchner Wetter, vom Alltag, dem Lärm und der Schnelligkeit hier. Wie auch schon letztes Jahr habe ich erst auf Chalki gemerkt, wie gestresst ich eigentlich war, wie arg ich unter Strom stand. Und dann auf der Fähre zurück saß da plötzlich die tiefenentspannte Version von mir. So kann es also auch sein – und diesen Zustand, den ich der griechischen Langsamkeit verdanke, möchte ich mir nun so lange wie möglich behalten.
Ich bin eben erst von meiner griechischen Ruheinsel zurückgekommen und noch ein bisschen überfordert – vom Münchner Wetter, vom Alltag, dem Lärm hier und der Schnelligkeit.
Was hilft, um gerade wieder zu Hause anzukommen und nicht in einen Urlaubsblues zu verfallen: hübsche Reiseführer bestellen und Pläne machen, ins Theater gehen und neue Hobbys ausprobieren, mehr kochen und Freund:innen einladen, die Wochen zählen bis zu meiner großen Abgabe – und dazwischen wie immer gutes Essen und Saunatage. Deshalb gibt es diesmal für den anstehenden Herbst zwei All-time-Favorites von mir: einen Lieblingsladen in Giesing, in dem man sich jederzeit nach Neapel träumen kann, und ein Hotel am Waginger See, das immer noch ein kleiner Geheimtipp ist.

Ambar Bistro in Giesing: Neapolitanische Spezialitäten gegen den Winterblues
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das erste Mal in der Ambar (Abre numa nova janela) war, aber ich weiß noch genau, dass mir der Laden von Anfang an gefallen hat: die Kunst an den Wänden, darunter ein Poster mit dem Hinweis „Wir machen die Musik nicht leiser“, die abwechslungsreiche Karte, das frische Essen, das nette Personal, der hausgemachte Limoncello. Zu trinken gibt es Craft Beer oder fantastischen Wein, den man sich am besten gleich flaschenweise bestellt, weil er so lecker und süffig schmeckt.
Ich kehre immer wieder in die Ambar zurück, weil es der beste Laden ist, wenn man mit Freund:innen gut essen, trinken und lange sitzen möchte.
Seitdem ich aus Giesing weggezogen bin, liegt die Ambar leider nicht mehr vor der Haustür, und trotzdem kehre ich immer wieder zurück, weil es einfach der beste Laden ist, wenn man mit Freund:innen gut essen, trinken und lange sitzen möchte. Dafür teilt man sich vorab ein paar Vorspeisen – wie den Hummus, den Gurkensalat oder die Oliven – und trinkt einen Aperitif. Danach geht es weiter zu den Hauptgerichten: Immer auf der Karte findet sich eine hausgemachte Pasta, mal mit Wildbolognese, mal mit Salsiccia oder vegetarisch all’arrabbiata, alla Norma.

Zum Nachtisch gibt es zum Beispiel Babà, einen in Rum und Zuckersirup getränkten Kuchen aus süßem Hefeteig. Das Signature Dish der Ambar sind die Polpette, neapolitanische Fleischbällchen in Tomatensoße, die fantastisch gut zu einem der Münchner Craft-Biere passen. In der Ambar trifft das südliche München auf Süditalien, und das verkörpert niemand besser als der Betreiber Gianluca. Er kommt aus Neapel, ist aber genauso verliebt in Giesing, ein passionierter Sechzger-Fan, der kein Spiel im Stadion verpasst.
In der Ambar trifft das südliche München auf Süditalien, und das verkörpert niemand besser als der Betreiber Gianluca. Er kommt aus Neapel, ist aber genauso verliebt in Giesing, ein passionierter Sechzger-Fan, der kein Spiel im Stadion verpasst.
Die Ambar hat er vor zehn Jahren aufgemacht und mittlerweile so viele Fans, dass man am besten früh vorbeischaut, um sich noch einen Platz zu sichern. Das ist auch so eine Sache, die den Laden für mich sympathisch macht: Man kann gar nicht reservieren. Am besten ist also, man kommt gleich um 18 Uhr, sobald die Türen öffnen. Im Sommer sucht man sich dann einen Platz auf der Terrasse und beobachtet das Treiben auf der Tegernseer Landstraße, im Winter setzt man sich rein, bestellt sich einen schönen Weißwein zu den Miesmuscheln – und beschwert sich auf keinen Fall über die laute Musik.

Ambar Bistro, Tegernseer Landstraße 25, 81541 München (Abre numa nova janela)
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Wellnessgarten Waging – immer noch ein kleiner Geheimtipp im Chiemgau
Der Wellnessgarten (Abre numa nova janela) war eine absolute Zufallsentdeckung: Vor fast zehn Jahren wollten mein Freund und ich zu Silvester unbedingt aus der Stadt raus. Blöd war nur, dass uns das erst einen Tag davor einfiel und die Hotelauswahl dementsprechend überschaubar war. Unter all den übrig gebliebenen Booking-Adressen war aber auch ein richtig schönes Hotel am Waginger See. Wahrscheinlich war das Zimmer nur kurzfristig freigeworden, weil jemand abgesagt hatte, anders konnte ich mir das nicht erklären. Unser Silvester war fantastisch dort – und seitdem bin ich nicht nur öfter zu Gast gewesen, sondern habe den Wellnessgarten auch vielen Freund:innen und Bekannten empfohlen.

Was das Wellnesshotel im Chiemgau für mich so besonders macht (auch, wenn ich auf die ein oder andere Buddha-Statue verzichten könnte): Es ist wahnsinnig gemütlich, authentisch und normal. Die anderen Gäste sind nett, das Personal ist toll, das Essen lecker und die Atmosphäre durchweg gut. Hier trifft man im Gegensatz zu anderen Wellnesshotels nicht nur auf Paare, die einen beim Abendessen ignorieren, sondern kommt mal mit einer Freundinnengruppe ins Gespräch oder trifft eine Mama-Tochter-Konstellation im Ruheraum.
Im Winter kann man die vielen Saunen ausprobieren und auf einem der beheizten Wärmebetten einschlafen, im Sommer macht man es sich auf der großen Sonnenterrasse gemütlich und springt nachts nochmal heimlich in den Badeteich.
Vor ein paar Jahren haben wir einer guten Freundin zum 30. Geburtstag ein Wochenende im Wellnessgarten geschenkt, und es war perfekt. Damals waren wir im Sommer dort und zu meiner Überraschung ist das tatsächlich die Hauptsaison des Hotels, was sicherlich auch an den vielen Draußenflächen und dem Badeteich liegt. Wer besonders viel Glück hat, ergattert dann noch ein Zimmer im Erdgeschoss mit eigenem Wasserzugang. Und wer nur kurz Zeit hat, kann auch nur zum Day Sa herfahren.

Ich fand auf jeden Fall beide Jahreszeiten im Wellnessgarten fantastisch: Im Winter kann man die vielen Saunen ausprobieren und auf einem der beheizten Wärmebetten einschlafen, im Sommer macht man es sich auf der großen Sonnenterrasse gemütlich und springt nachts noch mal heimlich in den Badeteich. So oder so: Der Wellnessgarten Waging ist eine Reise wert – und zum Glück bis heute ein kleiner Geheimtipp.
Wellnessgarten Waging, Am See 7-9 83329 Waging am See (Abre numa nova janela)
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Zeitlang ist ein unabhängiger und persönlicher Newsletter, in dem ich sowohl über Lieblingsorte in meiner Heimatstadt München als auch auf der ganzen Welt erzähle. Im Bayerischen bedeutet „Zeitlang“ Heimweh und Sehnsucht. Einmal im Monat schreibe ich hier also über besondere Restaurants, Cafés, Hotels und Orte, nach denen ich Zeitlang habe. Das kann der kleine Park nebenan sein, genauso wie das Designhotel am anderen Ende der Welt.
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Hotels, Ausflüge und Reisetipps für Sri Lanka (Abre numa nova janela)
Hotels, Restaurants & Lieblingsorte in Meran (Abre numa nova janela)
Restaurants, Ausflüge & Sehenswertes in Marseille (Abre numa nova janela)
Wer schreibt hier?

Ich bin Anja Schauberger, geboren in München und arbeite seit über zehn Jahren als Journalistin und Autorin mit dem Schwerpunkt auf Regionales und Reise. Von 2016 bis 2019 habe ich als Redaktionsleiterin das Stadtmagazin Mit Vergnügen München aufgebaut. Seitdem schreibe ich frei unter anderem für die Kolumne „Hotel Europa“ im SZ-Magazin (Abre numa nova janela) sowie über (Sterne)-Gastronomie bei München Tourismus (Abre numa nova janela). Außerdem gebe ich Reise-Tipps im Merian (Abre numa nova janela) und schreibe für das Werde Magazin (Abre numa nova janela) sowie The Weekender (Abre numa nova janela). Mehr zu meiner Arbeit gibt es auf Torial (Abre numa nova janela) oder meiner Website (Abre numa nova janela).
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