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Ein deutlicher Weckruf

Hallo und herzlich Willkommen zur elften Ausgabe „Mediapreneur“.

Hier schreiben Sören Mannschitz und David Reiter jede Woche abwechselnd für Medienschaffende, die unabhängig publizieren.
Das sind wir (Opens in a new window)

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TrennerAutor dieser Ausgabe ist Sören Mannschitz (Opens in a new window)

Ich habe mir "nebenbei" einen großen Wunsch erfüllt: Ich habe endlich einen YouTube-Feed, der mir nur Inhalte von den Kanälen zeigt, die ich auch abonniert habe. Außerdem sind die ganzen "Empfehlungen" weg. Kurz: YouTube ist ein deutlich besserer Ort für mich geworden. (Wie das ganz leicht geht, kommt später).

"Nebenbei" habe ich mir diesen Wunsch erfüllt, weil ich mich eigentlich dem neuen Creator Programm von YouTube beschäftigt habe. Deswegen haben es heute auch ein paar YouTube-Links in die Ausgabe geschafft. Aber erstmal zum Creator Programm von YouTube, bevor ich zu den Links komme:

Neues Creator Programm von YouTube

Unternehmen können Creatoren in Zukunft direkt über YouTube ansprechen. Sie können ihre Daten sehen (wenn der Creator sie freigibt). Und sie können sich mithilfe von KI die passenden Creatoren vorschlagen lassen. (Ähnliches gibt es für Unternehmen u.A. bereits im Newsletter- und Podcast-Bereich.) Die Vergütung läuft nur zwischen Unternehmen und Creator, YouTube nimmt wohl keinen Anteil.

Im Gegenzug bietet YouTube Unternehmen die Möglichkeit, den erfolgreichsten Kampagnen-Content mit Werbegeldern noch weiter auszuspielen. Creatoren bekommen dafür nur eine Einmalzahlung, unabhängig davon, wie oft und wie lange die Inhalte noch ausgespielt werden und wieviel YouTube damit verdient.

(Gängig ist es hier eigentlich, für die Nutzungsrechte abhängig von der Nutzungsdauer bezahlt zu werden. Zudem kannst du für unterschiedliche Kanäle und Ausspielwege auch unterschiedliche Rechte einräumen und dementsprechend mehr oder weniger bezahlt werden.)

YouTube baut also Infrastruktur für Wiederverwertung und integriert Creator-Content direkt in sein Werbe-System.

In die gleiche Richtung ging bereits das Februar-Update der Podcasts-App von Apple, in dem gemeinsam mit vier Podcast-Hostern dynamische Ads für Video-Podcasts eingeführt wurden.


Dynamic Ads können flexibel in viele Folgen und Podcasts eingebunden werden, bis eine definierte Reichweite erreicht ist.

Und an diesen dynamischen Ads will Apple mitverdienen. Hier wurden explizit auch Host-Reads genannt. Also Podcast-Werbung, die von Podcastern produziert wird.

Und warum? Weil die Großen erwarten, mit der Wiederverwertung von Creator-Content in naher Zukunft (noch) mehr Geld verdienen zu können. Und ganz ehrlich: Das werden sie auch.

Ein starkes Signal (und ein deutlicher Weckruf) dafür, sich mit der Wiederverwertung der eigenen Inhalt zu beschäftigen. Ganz besonders mit der Frage: Wer würde davon profitieren, meine Inhalte nutzen zu dürfen? Die Antwort führt dich vielleicht zu deinem nächsten Werbepartner…

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Schnipsel mit Mediapreneur-Bezug

(Ich freue mich über jeden Namens-Vorschlag für diese Rubrik 🙏🏽)

Endlich eigene Daten: Sicherlich erinnerst du dich noch an Davids Plädoyer für eigene Zahlen in der letzten Ausgabe (hier kannst du noch schnell an der Umfrage teilnehmen, falls du es letzte Woche vergessen hast: Zur Umfrage (Opens in a new window)). Welchen Wert so ein Datenschatz für eine Community haben kann, zeigt gerade Newsletter-Autor Lenny Rachitsky. Lenny hat sein komplettes Archiv aus 350+ Ausgaben und 300+ Podcast-Transkripten so veröffentlicht, dass seine Community aus Produkt und Marketing-Experten sie direkt mit KI weiterverarbeiten kann. Beim letzten, deutlich kleineren Release aus seinem Archiv sind daraus bereits eine ganze Reihe an Tools und Projekte entstanden. Hier kannst du selbst kreativ werden: https://lennysdata.com (Opens in a new window)

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Nachtrag zu der Zusammenarbeit zwischen Medienhäusern und Creatoren: In einem Experiment haben Journalisten und Creator gemeinsam Newsformate entwickelt und getestet, wie sich ihre Stärken kombinieren lassen. Inhalte wurden dabei als glaubwürdiger wahrgenommen, wenn Creator selbst im Content auftauchten und ihn mitprägten, statt ihn nur zu verbreiten. Weitere Erfahrungswerte findest du unter:

https://www.inlabnews.com/post/news-creators-young-audiences (Opens in a new window)Trenner

Youtube I: Auf der Seite www.youtube-transcript.io (Opens in a new window) erhältst du das Transkript von jedem Youtube-Video. Einfach den Link eingeben und ein paar Sekunden warten. https://www.youtube-transcript.io/ (Opens in a new window)

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KI-Selbsttest: Erkennst du den KI-Part im Podcast? James Cridland, der Mann hinter den täglich erscheinenden Podnews (Opens in a new window), hat seine letzte Ausgabe nicht mehr komplett vor seinem Abflug aufnehmen können. Daher hat er die fehlenden Teile per KI einsprechen lassen. Ergebnis: Eine Folge mit und ohne KI-Inhalte. Erkennst du den Unterschied? (unter der Überschrift das kleine "LISTEN" anklicken)

https://podnews.net/update/overcast-transcripts-beta (Opens in a new window)Trenner

Das US-Geschäft von TikTok wurde Anfang 2026 in eine neue, mehrheitlich US-geführte Gesellschaft überführt. Damit existiert faktisch eine US-Version von TikTok neben der ursprünglichen chinesischen Struktur von ByteDance.

Kulturminister Wolfram Weimer hat daraufhin auch eine europäische Variante ins Spiel gebracht (Opens in a new window). Wenn ich das dann weiter durchspiele, stehen irgendwann auch EU-Varianten von anderen Anbietern im Raum. Sagen wir mal, Google, Meta, Amazon.... Find ich ja spontan erstmal ganz spannend den Gedanken. Wäre aber natürlich auch mit sehr komplexen Fragen verbunden. Wer sich damit genauer beschäftigen möchte: Im Social Media Watchblog wurde das Thema herausragend aufbereitet - kostenlos unter diesem Link (Opens in a new window). Darin sind Simon Berlin und Martin Fehrensen den wichtigsten Fragen und Herausforderungen rund um eine EU-Variante von TikTok nachgegangen mit der Einschätzung: Keine gute Idee. Herausragend gut, um sich gedanklich mit dem Thema auseinanderzusetzen, das demnächst sicherlich noch ein paar Mal auf den Tisch kommt. Daher hier gleich nochmal der Link:

https://www.socialmediawatchblog.de/tiktok-in-europaische-hande-legen-keine-gute-idee/ (Opens in a new window)Trenner

Youtube II: Schluss mit den ganzen "Empfehlungen". Mit dieser kostenlose App kannst du nahezu alle Ablenkungen einfach ein-und ausblenden. Von irgendwelchen Shorts bis hin zum kompletten Kommentar-Bereich. Heißt auch, dass dein Feed sich nur aus Inhalten von Kanälen zusammensetzt, denen du folgst. Endlich. https://unhook.app/ (Opens in a new window)

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So, das war es auch schon für heute. Wenn ich mir eine Sache wünschen könnte, dann dass du für dich eine Antwort findest auf die Frage: “Wer würde davon profitieren, meine Inhalte nutzen zu dürfen?”. Falls du keine Antwort findest, melde dich gern jederzeit.

Frische Grüße
sendet dir
Sören

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