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Falterpost

Illustration: Gegenstände im Gewächshaus,  Hilke Pantel, 2025
Illustration: Gegenstände im Gewächshaus,  Hilke Pantel, 2025

Die Geschichte von Lemmy handelt von einem schwarzen Hund, der Erfahrungen von Isolation macht. Nachdem er einige Zeit umherirrt, findet Lemmy in einem Gewächshaus einen Ort, an dem er sein darf – und eine Reihe von Gegenständen, die seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Gewächshaus mit Gegenständen

Im Gewächshaus beschäftigt sich Lemmy mit einer Reihe von Gegenständen, die er dort findet. Wie vieles in der Geschichte tragen diese Gegenstände eine Symbolik, die unterschiedlich gelesen werden kann.

Der Schwamm kann Dinge aufsaugen und somit für Aufnahmefähigkeit stehen oder dafür, etwas auszuwaschen.

Die Sanduhr, die im Mittelpunkt des Bildes steht, erinnert vielleicht daran, dass die Zeit unaufhaltsam vergeht.

Der Eimer taucht in einer früheren Szene der Geschichte auf. Früher war er mit eiskaltem Wasser gefüllt, mit dem Lemmy im Winter übergossen wurde. Nun nutzt Lemmy ihn als Vase und gibt ihm damit eine neue Bedeutung. Das kann für eine erste, zaghafte Form von Transformation stehen.

Die weiße Decke, die vorne im Vordergrund angedeutet ist, ist ebenfalls ein Gegenstand aus früherer Zeit. Sie dient möglicherweise als weiches Bett, kann aber gleichzeitig auch eine schmerzhafte Erinnerung an etwas sein, das vergangen ist – an Gefühle von Zugehörigkeit und Wärme zum Beispiel.

Die Maus taucht an verschiedenen Stellen der Geschichte auf. In dieser Szene wird sie für Lemmy sichtbar,  auch wenn er sie nicht weiter beachtet.

Und dann das Schachspiel.

Das Damengambit

Vor einiger Zeit fand ich das Buch “Das Damengambit” von Walter Tevis im Wartezimmer einer psychologischen Praxis zu verschenken: Es erzählt die Geschichte von der jungen Beth Harmon, die trotz schwieriger Erfahrungen ihren eigenen Weg findet.

Diese Geschichte blieb mir in guter Erinnerung. Für die Illustration habe ich deshalb die Anfangsstellung des Damengambits aufgegriffen und angedeutet. Das Schachspiel steht für mich symbolisch für die Möglichkeit von Entwicklung und Transformation.

Auch wenn die Geschichte von Lemmy erstmal traurig wirkt, gibt es doch immer wieder Hinweise auf positive Entwicklungen. Die Entwicklungen sind vielleicht nicht immer eindeutig und fühlen sich auch nicht immer leicht an. Aber wenn wir sie finden und den Mut haben, alte Muster oder Verletzungen zu überwinden, kann dies unser Leben sehr bereichern.

Symbolische Bilder, wie die aus der Geschichte mit Lemmy können helfen, genauer hinzusehen.

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr mit symbolischen Bildern in eurer pädagogischen oder psychosozialen Praxis macht.


Mit Lemmy pädagogisch arbeiten

Mit Lemmy ist im Laufe der letzten Jahre ein Konzept entstanden, das emotionale Gewalt sichtbar macht, ohne dabei zu überfordern.

Die Verbindung aus Bildern, Symbolik und gemeinsamer Reflexion ermöglicht einen Zugang zu Erfahrungen, für die oft die Worte fehlen.

Ich arbeite mit diesem Material in unterschiedlichen Formaten – von Vorträgen bis hin zu intensiveren Workshops – und freue mich, wenn Lemmy auch in anderen pädagogischen oder psychosozialen Kontexten weiterwirken kann.

Ich freue mich auf Austausch und  Begegnungen.

Herzliche Grüße,
Hilke Pantel

PS. Falterpost möchte sich für Nachhaltigkeit und.gegen emotionale Gewalt einsetzen. Ladet gerne Freunde und Kollegen ein, Falterpost zu abonnieren.

www.pantelismus.de (Opens in a new window)