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Time to Say Goodbye: Die Saison der Rücktritte

Eine Olympiasaison ist für viele Sportlerinnen und Sportler Höhe- und Schlusspunkt ihrer Karriere. Die gerade abgelaufene Saison ist da keine Ausnahme. Die bis Ende April prominentesten Rücktritte sind die von Kaori Sakamoto und Riku Miura & Ryuichi Kihara. Hier ist unser Überblick (Stand 1. Mai 2026). Bei Bedarf aktualisieren wir diesen Text.

Damen

Kaori Sakamoto: Die viermalige Weltmeisterin aus Japan haben wir in der Ausgabe 4/26 der Pirouette gewürdigt.

Mai Mihara: Sie gewann zweimal die Vier-Kontinente-Meisterschaft und hat viele Fans dank ihres ausdrucksvollen Laufstils. Darüber hinaus bewies die Japanerin viel Stärke, denn sie leidet unter Arthritis und konnte dennoch auf Top-Niveau laufen.

Wakaba Higuchi: Die WM-Zweite von 2018 aus Japan ist für ihren kämpferischen Charakter bekannt und beherrschte in ihrer besten Zeit den dreifachen Axel. In der Saison 2024/25 schaffte sie nach Verletzungsproblemen ein Comeback und gewann ihren ersten Grand Prix bei Skate America. An diese Erfolge konnte sie in der Olympiasaison nicht anknüpfen. Sie war jedoch 2022 bei den Spielen dabei und gewann mit dem Team Silber.

Hana Yoshida: Die Japanerin feierte 2023 und 2024 Erfolge im Grand Prix, aber in der Olympiasaison fand sie nicht zu alter Stärke zurück. Sie will jetzt in Australien studieren.

Josefin Taljegard: Die Schwedische Meisterin hatte dank ihrer ausdrucksstarken Programme viele Fans. Sie war schon 25 Jahre alt, als sie ein gelungenes WM-Debüt feierte und sich für die Olympischen Spiele 2022 qualifizierte.

Elizaveta Tuktamysheva: Die Weltmeisterin von 2015 blickt auf eine lange Karriere mit Höhen und Tiefen zurück und schaffte es 2021 noch einmal auf das WM-Podium. Die Russin ist ein Vorbild für viele und war eine der ersten Frauen, die den dreifachen Axel wieder im Programm hatte. Sie tritt in Shows auf und hilft unter der Anleitung von Altmeister Alexei Mishin als Trainerin aus.

Kristen Spours: Die Britin sicherte 2025 einen Olympiastartplatz, aber nach einer Rücken-OP und beschädigten Nerven im Bein sah es nicht so aus, als ob sie ihn selbst wahrnehmen könnte. Doch sie kämpfte sich zurück, obwohl sie keinen 2A, Toeloop oder Salchow springen konnte und konnte in Mailand an den Start gehen.

Eliska Brezinova: Die mehrfache Tschechische Meisterin hätte ihre Karriere am liebsten bei der Heim-WM in Prag beendet, aber sie wurde nicht nominiert, nachdem sie bei der Landesmeisterschaft den dritten Platz belegt hatte. Sie durfte zum Abschied immerhin im WM-Schaulaufen auftreten.

Eva-Lotta Kiibus: Die talentierte Läuferin aus Estland erregte mit interessanten Programmen und Kostümen Aufmerksamkeit und startete bei den Olympischen Spielen 2022. Nach gesundheitlichen Problemen konnte sie in den vergangenen Saisons ihr früheres Niveau nicht mehr erreichen.

Ava Marie Ziegler: Die US-Amerikanerin gewann 2023 den Grand Prix NHK Trophy, doch kam aufgrund von Verletzungen nicht mehr richtig in Schwung. Nach zwei Operationen hörte sie jetzt im Alter von nur 19 Jahren auf.

Linnea Ceder: Schon als Juniorin fiel die Finnin mit ihrem eleganten Stil auf. Bei der WM 2025 holte sie als 18. den Olympiastartplatz, der jedoch an Iida Karhunen ging, die die besseren Resultate vorwies.

Herren

Vladimir Litvintsev: Der gebürtige Russe startete seit 2018 für Aserbaidschan. Er nahm an den Olympischen Spielen 2022 und 2026 teil (18. bzw. 29. Platz). Der 25-Jährige war bei sieben WMs dabei, sein bestes Ergebnis war Rang 11 im Jahr 2023. Bei der EM schaffte er es zweimal in die Top Ten.

Tomoki Hiwatashi: Der Junioren-Weltmeister von 2019 ist japanischer Abstammung und trainierte in Japan, startete aber für die USA. Dem Traum von der Olympiaquali kam er nahe, aber es reichte nicht ganz und er nahm bei der Vier-Kontinente-Meisterschaft seinen Abschied. Er plant eine Karriere im amerikanisch-japanischen Außenhandel.

Sihyeong Lee: Der Olympiateilnehmer von 2022 beendete seine Karriere nach der südkoreanischen Meisterschaft Anfang des Jahres, nachdem er sich nicht für Mailand qualifizieren konnte.

Maurizio Zandron: Der gebürtige Italiener zog vor zehn Jahren nach Österreich und vertrat seine Wahlheimat bei sieben Europa- und sechs Weltmeisterschaften. Der siebenmalige Staatsmeister beherrschte den dreifachen Axel. Seine beste WM-Platzierung war Rang 17 im Jahr 2022, bei der EM 2023 war er Elfter. Zandron ist Steuerberater von Beruf, aber er möchte dem Eislaufen als Choreograph verbunden bleiben und gerne in Shows auftreten.

Kai Jagoda: Der Berliner gab sein Karriereende bereits im vergangenen Dezember kurz nach der Deutschen Meisterschaft bekannt. Zu den Hintergründen und seinen Plänen haben wir in der Pirouette und hier auf Steady ein Interview mit ihm veröffentlicht.

Jari Kessler: Der Südtiroler startete seit 2020 für Kroatien und gefiel mit ausdrucksstarkem Stil. Er war bei drei WMs am Start, ohne 3A jedoch knackte er das Minimum in dieser Saison nicht mehr. Er konnte sich mit seiner besten EM-Platzierung (14.) in Sheffield verabschieden.

Die Paare

Wenjing Sui & Cong Han: Die Olympiasieger von 2022 hatten ihre Karriere nach ihrem Triumph beendet, aber für die Olympiasaison 2025/26 kamen die beliebten Chinesen noch einmal zurück.

Sara Conti/Niccolo Macii: Die Europameister 2023 und zweimaligen WM-Dritten aus Italien gaben wie erwartet ihre Trennung bekannt. Conti sucht einen neuen Partner, während Macii vom Leistungssport zurücktritt und Trainer werden möchte.

Rebecca Ghilardi/Filippo Ambrosini: Die Italiener gewannen EM-Silber und Bronze und waren zweimal im GP-Finale. Sie beendeten ihre Karriere mit ihrem Auftritt bei den Olympischen Spielen zu Hause in Mailand. Rebecca will als Trainerin arbeiten.

Ioulia Chtchetinina: Ihre lange Geschichte hatte ein Happy End. Nachdem sie erst für ihr Heimatland Schweiz und dann für Ungarn gestartet war, konnte sie ihren olympischen Traum mit Michal Wozniak für Polen realisieren. Wozniak möchte seine Karriere fortsetzen.

Luke Digby: Mit Anastasia Vaipan-Law erreichte er 2025 Platz fünf bei der EM und startete bei den Olympischen Spielen in Mailand (Rang 15). Er will jetzt heiraten. Vaipan-Law sucht einen neuen Partner.

Die Eistänzer

Carolane Soucisse & Shane Firus: Die gebürtigen Kanadier konnten 2018 Silber bei der Vier-Kontinente-Meisterschaft gewinnen, aber der Durchbruch blieb aus. Das seit 2025 verheiratete Paar beschloss, für Irland zu laufen und sie waren 2024 die ersten Eistänzer unter irischer Flagge bei ISU-Meisterschaften.

Marie Dupayage/Thomas Nabais: Das französische Eistanzpaar hat nach elf Jahren seine Karriere beendet. Sie waren bei der EM 2024 (Platz 12) und WM 2023 (Platz 21) am Start, danach aber konnten sie sich nicht mehr für ISU Meisterschaften qualifizieren.

Welche Rücktritte sind noch zu erwarten

In den nächsten Wochen und Monaten ist mit weiteren Rücktritten zu rechnen, wobei es nicht immer eine offizielle Ankündigung über ein Karriereende gibt. Manche sprechen von einer Pause, kommen aber nie wieder zu einem Wettkampf. Es ist wahrscheinlich, dass Jason Brown sowie die Top-Tanzpaare Madison Chock & Evan Bates, Piper Gilles & Paul Poirier und Charlène Guignard & Marco Fabbri ihre Karriere beenden, aber zumindest konkret haben sie sich dazu bis Ende April nicht geäußert. Madison Chock sagte allerdings der Zeitschrift Cosmopolitan: „Ich denke nicht, dass Rücktritt das richtige Wort ist, denn wir wollen weitermachen und dem Eiskunstlauf verbunden bleiben. Ich denke, dass wir nur in eine andere Phase unserer Eislaufkarriere übergehen.“

Text & Photos: Tatjana Flade

  

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