Das Psychoaktiv+ Angebot wird in Zukunft weiter wachsen â mit Impulsen fĂŒr die Praxis der Suchtarbeit, aus denen nach und nach ein Methodenkoffer entstehen kann. Dieser soll FachkrĂ€fte in der Drogenberatung, Psychotherapie oder auch in der Arbeit mit Selbsthilfegruppen unterstĂŒtzen.
Heute möchte ich mit einer Methode starten, die zu den klassischen Standardmethoden in der Arbeit mit Ambivalenzen gehört: der Vier-Felder-Tafel. Dabei geht es nicht nur um die Grundstruktur der Methode, sondern vor allem um einige Feinheiten, die in der DurchfĂŒhrung wichtig sein können. Am Ende zeige ich euch auĂerdem eine Variante, mit der sich die Vier-Felder-Tafel von einer rationalen auf eine tiefere und erlebnisorientierteren Ebene bringen kann.
Grundlagen der Vier-Felder-Tafel

Die richtige Reihenfolge
Es macht Sinn die 4-Felder-Tafel gegen den Uhrzeigersinn zu bearbeiten. Dadurch startet man beim Bekannten: bei den GrĂŒnden, die aktuell fĂŒr den Konsum sprechen. Erst danach werden die Nachteile des Konsums, die BefĂŒrchtungen gegenĂŒber VerĂ€nderung und schlieĂlich die möglichen Gewinne von NĂŒchternheit oder Reduktion erkundet.
Die Reihenfolge wÀre dann:
1ïžâŁ Was spricht fĂŒr den Konsum?
2ïžâŁ Was spricht gegen den Konsum?
3ïžâŁ Was spricht gegen die NĂŒchternheit oder VerĂ€nderung?
4ïžâŁ Was spricht fĂŒr die NĂŒchternheit oder VerĂ€nderung?
Diese Reihenfolge kann Widerstand entlasten, weil Klient:innen nicht sofort in Richtung VerĂ€nderung gedrĂ€ngt werden. Der Konsum wird zunĂ€chst in seiner Funktion ernst genommen. Erst auf dieser Grundlage kann die Ambivalenz differenzierter sichtbar werden â und am Ende steht nicht der Verlust, sondern die Frage, was durch VerĂ€nderung möglich werden könnte.