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Storytelling & Manipulation - die Macht der Andeutung

Wie kann es sein, dass einzelne Schlagworte die Macht haben, Gesellschaften zu spalten oder zumindest eine bestimmte Sichtweise zu prägen? Wie Begriffe, wie “Remigration”, “Lügenpresse” oder “Schwesternpartei” funktionieren und was man dagegen tun kann. Zum Schluss: Podcast- und Lese-Tipps.

Profil von Frau mit Megaphon im Gegenlicht vor blauem Himmel.
Foto von Juliana Romão auf Unsplash

Oft werden diese Worte “Unwort des Jahres”. Trotzdem gibt es im Deutschen keinen Begriff, auf den sich alle einigen können. Ich habe mich für diese Ausgabe für “Schlagwort” entschieden. Ein aufgeladener Begriff, der für etwas Größeres steht.


“Political Catchphrases” bzw. Schlagworte

📌 sind Mini-Frames. Sie heben einen Aspekt deutlich hervor, und lassen die restlichen aus

📌 passen gut in die Logik von sozialen Netzwerken und werden daher gerne aufgegriffen

📌 werden auch viel zu oft von der Presse aufgegriffen oder sogar von ihr kreiert (siehe “Dönermorde” (Opens in a new window))

📌 sind oft eingängig und einprägsam

📌 können ein ganzes Narrativ kondensieren


Die Geschichten, die nur angedeutet werden

Die Welt ist ein Geschichten-Kaleidoskop (Opens in a new window): evidenz-basierte, anekdotische, fiktionale, emotionalisierte und weniger wahrheitsgetreue, sowie bewusst falsche Geschichten. Einige halten sich seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden. Und weil diese alten Narrative einfach irgendwo im Hintergrund herumschwirren, ist es einfach, sie aufzugreifen und zu instrumentalisieren.

Wenn Politikerinnen und Politiker von “Asyltourismus”, “Paschas” oder “Stadtbild” im Zusammenhang mit Abschiebungen sprechen, dann müssen sie gar nicht sagen, was sie meinen. Alle ahnen es.

Das ist praktisch, denn diese Narrative wirklich auszuformulieren, würde bedeuten,

🅰️ Dinge zu sagen, die rassistisch sind oder auch justiziabel wären.

🅱️ Zum anderen wäre es schwarz auf weiß sichtbar, wie einseitig und verkürzt die Aussagen sind.

Schlagworte können auch nicht-ideologische Botschaften sein. Zum Beispiel “Lifestyle-Teilzeit”. Oder, wenn Cem Özdemir die Ba-Wü Grünen als “Schwesternpartei” im Verhältnis zu den Grünen im Bund bezeichnet.

➡️Gemeinsam haben sie, dass sie Botschaften transportieren, ohne dass diese ausdrücklich ausgesprochen werden.

Das macht Schlagworte so gefährlich

💥 Sie triggern oft eine emotionale Reaktion, noch bevor man darüber nachdenken kann.

💥 Solange das dahinterliegende Narrativ nicht ausgesprochen wird, kann es schwer hinterfragt oder widerlegt werden.

🛡️ Das kannst du dagegen tun

Kein “he says, she says” - Journalismus
Dabei werden Positionen als gleichwertig gegenübergestellt und damit ggf. Ideologien normalisiert. Es fehlt an Einordnung.

Frames transparent machen, Informationen einordnen, Unwahres widerlegen

⭐ Schlagworte so wenig wiederholen, wie möglich

⭐ Konkrete Geschichten erzählen
Schlagworte bremsen Debatten aus, weil sie nur alte Narrative reproduzieren und diese noch nicht mal klar benennen.

💊 Das Gegenmittel dazu sind: Geschichten über konkrete Fälle, Einordnungen mit Zahlen & Fakten. ➡️ Weg vom schwammigen Kulturkampf, hin zu realen Geschichten.

So hat sich Margaret Thatcher zu Beginn ihrer Amtszeit von einem Kampfbegriff im Zusammenhang mit ihrer Politik befreit:

https://www.youtube.com/watch?v=KVNr1DlHMxE (Opens in a new window)

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In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

Teodora

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