Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Bis zur allerletzten Sekunde blieb es spannend: Im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer bezwang der Europameister Spanien gestern Titelverteidiger Argentinien. Das entscheidende 1:0 schoss Ferran Torres in der Verlängerung, kurz nachdem sich der Argentinier Enzo Fernández in der Nachspielzeit einen Platzverweis eingehandelt hatte.
Für Spanien ist es der zweite Weltmeistertitel. US-Präsident Donald Trump ließ es sich nicht nehmen, dem Team gemeinsam mit FIFA-Chef Gianni Infantino den Pokal zu überreichen. Bei ihrer Ankunft auf dem Platz waren die beiden ausgebuht worden. Ein auf Social Media sofort viraler Moment entfaltete sich etwas später, als Infantino den US-Präsidenten von der Bühne geleiten wollte (Opens in a new window), während hinter den Gewinnern schon das Feuerwerk losging. Eine Bildunterschrift des Guardian fasste treffend zusammen: „Gianni Infantino erklärt Donald Trump vorsichtig, dass er nicht zur spanischen Nationalmannschaft gehört.“ (Luzia Geier)

Ansonsten geht es heute um den Irankrieg, Autoposer und das Medienförderpaket

Trump schickt weitere Kampfjets
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine weitere nächtliche Angriffswelle gegen Ziele im Iran beendet. Ins Visier genommen wurden laut dem Regionalkommando Centcom unter anderem Kommandozentralen, Luftabwehrsysteme, Anlagen für Raketen- und Drohnenstarts sowie Kommunikationsnetze.
Washington erklärte, die Schläge sollten die Fähigkeit des Iran schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute in der Straße von Hormus anzugreifen. Präsident Donald Trump begründete die Angriffe mit dem Tod mehrerer US-Soldaten und sprach von einem erneuten „harten Schlag“ gegen den Iran.
Unterdessen verlegt die USA weitere Kampfflugzeuge und Tankmaschinen in den Nahen Osten, meldet der Kurier (Opens in a new window). Gleichzeitig meldete Iran Angriffe auf US-Stellungen in der Region. Auch Kuwait berichtete von abgefangenen Drohnen, während in Bahrain Explosionen nach Luftalarm zu hören waren. Die Lage am Golf bleibt angespannt.
Das US-Militär meldete heute den Tod eines weiteren Soldaten im Iran-Krieg. Er starb im Nordirak bei der Beseitigung nicht explodierter Kampfmittel einer iranischen Drohne. Damit steigt die Zahl der gefallenen US-Soldaten auf 17. Die US-Demokraten kritisieren Trumps Kriegsführung und werfen Trump vor, den Krieg ohne Plan begonnen zu haben.

Regierung einigt sich auf Medienförderpaket
Die Bundesregierung hat sich auf ein neues Medienförderpaket im Umfang von mehr als 55 Millionen Euro geeinigt, berichtet der Standard Etat (Opens in a new window). Vorgesehen sind ab 2027 eine Zustellförderung von 25 Millionen Euro für abonnierte Tages- und Wochenzeitungen, jeweils 20 Millionen Euro für die Digitaltransformationsförderung in den Jahren 2026 und 2027 sowie zehn Millionen Euro für Medienkompetenz und journalistische Angebote für junge Menschen.
Medienminister Andreas Babler (SPÖ) bezeichnete das Paket als Investition in Qualitätsjournalismus und Demokratie. Die neuen Fördermodelle sollen journalistische Qualität, Innovation und redaktionelle Unabhängigkeit stärken. Mehrere Maßnahmen, darunter die Zustellförderung, müssen allerdings noch von der EU beihilferechtlich genehmigt werden. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) zeigt sich erfreut (Opens in a new window), für die Grünen sind die Pläne unzureichend (Opens in a new window).

Protest gegen „Autoposer“ in Wien
Mit Hupkonzerten, aufheulenden Motoren und lauter Musik sorgen sogenannte Autoposer seit Jahren für Ärger in der Wiener Innenstadt. Nun wehren sich Anwohner*innen: Am Wochenende sperrten sie bereits zum vierten Mal Straßen mit Heurigenbänken und angemeldeten Protestaktionen, um das Rundendrehen der Fahrer zu verhindern. Die Demonstrationen finden gezielt zu den Abendstunden statt, wenn die Lärmbelastung am größten ist.
Zwar hat die Polizei bei Schwerpunktkontrollen zuletzt hunderte Anzeigen erstattet, aus Sicht der Anrainer bleibt der Effekt jedoch kurzfristig. Sobald die Kontrollen enden, kehre das Problem zurück. Die Initiative fordert deshalb ein Nachtfahrverbot an Wochenenden für Nichtanrainer*innen sowie geänderte Einbahnregelungen, um die beliebten Fahrtrouten unattraktiv zu machen. Die Bezirkspolitik prüft ein entsprechendes Fahrverbot. Nach Angaben der Polizei treten die überwiegend männlichen Fahrer vorwiegend zwischen Donnerstag- und Sonntagnacht mit oft eigens gemieteten Sportwagen auf, schreibt der ORF (Opens in a new window).

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Das Konvolut und der Journalist
Die Staatsanwaltschaft Wien hat eine weitere Anklage gegen den früheren Verfassungsschützer Egisto Ott eingebracht. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Vorgesetzten im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Martin Weiss, soll er sich wegen der mutmaßlichen Urheberschaft des sogenannten „BVT-Konvoluts“ vor Gericht verantworten. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung. Die Anklage bezieht sich auf den Vorwurf, im Jahr 2017 geheime Informationen an einen Journalisten weitergegeben zu haben – an Michael Nikbakhsh, dem Host des Podcasts „Die Dunkelkammer“, der in dieser Folge darüber spricht.
https://dunkelkammer.simplecast.com/episodes/352-der-fall-egisto-ott-das-konvolut-und-der-journalist (Opens in a new window)
Wo das wahre staatliche Versagen bei der Wohnungskrise liegt
20 Milliarden pro Jahr – der Staat bezahlt lieber Vermieter, als mit aller Kraft neu zu bauen. Langsam begreift die Regierung, dass das die Wohnungskrise eher verschärft als löst.
https://krautreporter.de/geld-und-wirtschaft/6459-wo-das-wahre-staatliche-versagen-bei-der-wohnungskrise-liegt#lesen (Opens in a new window)
Die Anstalt vs. die Anstalt
In der ZDF-Satiresendung Die Anstalt (Opens in a new window) haben die Moderatoren Claus von Wagner, Max Uthoff und Maike Kühl die Ausladung von Antilopengang-Sänger Danger Dan und des Pianisten Igor Levit scharf kritisiert. Man stehe „im ZDF gegen das ZDF“ und trage die Entscheidung des Senders nicht mit, erklärten sie. Anschließend lasen sie Passagen aus dem umstrittenen Song Keine Angst und ordneten dessen Inhalt ein.
Auch eine Sonderausgabe des ZDF-Kulturmagazins Aspekte befasste sich mit dem Fall. Während Journalist Jan Fleischhauer die Ausladung verteidigte, sprach sich Kabarettist Florian Schroeder dagegen aus. Das ZDF erläuterte erneut (Opens in a new window), welche Textstellen des Liedes als möglicher Aufruf zu Gewalt interpretiert werden könnten.
https://www.zdf.de/play/shows/die-anstalt-104/die-anstalt-vom-21-juli-2026-100 (Opens in a new window)Geht heute noch auf einen Berg:
Markus

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