Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
In Hamburg findet gerade der 39. Chaos Communication Congress (Opens in a new window) des Chaos Computer Clubs statt. Unter dem Motto „Power Cycles“ treffen sich bis zum 30. Dezember rund 16.000 Hacker*innen, Aktivist*innen und Technikbegeisterte zum größten Hackerkongress Europas. Es geht dabei um mehr als Coding und Geräte.
Der Kongress ist seit jeher ein politischer Ort. Diskutiert werden kreative Wege im Umgang mit digitaler Technik, Kritik an bestehenden Machtstrukturen – und die Frage, wie neue Technologien Gesellschaft, Staat und Individuen verändern.
Neben Lücken in Verschlüsselungswerkzeugen und humanoiden Robotern geht es um Überwachung mit Spionage-Software. Außerdem erklärte eine Hackerin (Opens in a new window), wie sie ihren Rollstuhl hackte, damit sie alle seine Funktionen nutzen konnte. Vorträge finden sich hier (Opens in a new window).
Vor einigen Jahren haben einige Freunde und ich einen Vortrag auf dem Kongress darüber gehalten, wie man mitten in Wien ein Community-Datencenter (Opens in a new window) baut. Das Projekt gibt es noch immer.

Ansonsten geht es heute um: Trump, Epstein und die Klimakatastrophe

Trump verhandelt: Konkrete Zusagen gibt es nicht, Details bleiben vage
Donald Trump nennt sich einen Präsidenten des Friedens. In seiner Residenz Mar-a-Lago inszeniert er sich erneut als Vermittler: Es gibt ein Treffen mit Wolodymyr Selenskyj und Lob für angeblich „sehr produktive“ Gespräche – auch mit Wladimir Putin. Ein Durchbruch? Fehlanzeige.
Im Zentrum stehen Verhandlungen über einen neuen ukrainischen Friedensplan. Selenskyj legt Trump eine überarbeitete Fassung eines 20-Punkte-Papiers vor. Darin: Sicherheitsgarantien nach dem Vorbild von Nato-Artikel 5, eine weitgehend unbegrenzte ukrainische Armee und die Verpflichtung Russlands, keine weiteren Angriffe auszuführen. Konkrete Zusagen gibt es nicht, Details bleiben vage.
Der Plan ist bereits ein Kompromiss. Grundlage war ein 28-Punkte-Entwurf aus Gesprächen von Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff und seinem Schwiegersohn Jared Kushner mit dem Kreml. Der Plan wurde von Ukrainern und Europäern als zu russlandfreundlich kritisiert und anschließend entschärft. Kyjiw signalisiert damit erneut Verhandlungsbereitschaft.
Zentrale Streitfragen bleiben weiterhin offen: ein möglicher Nato-Beitritt der Ukraine — für Russland inakzeptabel — und der Status des Atomkraftwerks Saporischschja. Die USA bringen eine gemeinsame Kontrolle mit Russland ins Spiel, die Ukraine ein Joint Venture mit Washington.
Trump spricht von Annäherung, nicht von Einigung. Die Gespräche laufen — Ergebnisse lassen weiter auf sich warten.

Der österreichische Pass von Jeffrey Epstein
Im Streit um die Veröffentlichung von Ermittlungsakten zur Affäre Jeffrey Epstein rückt ein möglicher österreichischer Fake-Pass in den Fokus. Das Innenministerium bestätigt: Wegen eines mutmaßlich strafrechtlich relevanten Sachverhalts prüfen die Behörden nun den Fall.
Der Pass wurde 2019 bei einer Razzia in Epsteins New Yorker Wohnung gefunden, wie Der Standard (Opens in a new window) und das Wall Street Journal berichten. Fotos des US-Justizministeriums zeigen ein Dokument, ausgestellt 1982 in Wien: mit Epsteins Foto, aber lautend auf den Namen eines angeblichen Immobilienhändlers mit Wohnsitz in Saudi-Arabien.
Nach Angaben des Innenministeriums handelt es sich nach bisherigem Kenntnisstand um ein gefälschtes Dokument. Hinweise sprechen für einen nachträglichen Austausch des Fotos, das zudem nicht – wie damals üblich – per Prägestempel gesichert sei. Der Pass war seit 1987 ungültig.
Epsteins Anwälte erklärten, ihr Mandant habe den Pass von einem Freund erhalten, um sich bei Reisen im Nahen Osten zu schützen. Wer das Dokument ausgestellt oder weitergegeben haben soll, bleibt offen, berichtet der ORF. (Opens in a new window)

2025: Nahezu jeder Monat war außergewöhnlich warm
Das Jahr 2025 geht als eines der wärmsten seit Beginn der Messungen in die Klimageschichte ein. Zwar blieb es knapp unter dem Rekord von 2024, rangiert aber dennoch auf Platz zwei oder drei, wie der ORF (Opens in a new window) berichtet. Die globale Durchschnittstemperatur lag fast 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau – und damit an der Grenze des Pariser Klimaziels.
Nahezu jeder Monat war außergewöhnlich warm. Der Januar war der heißeste je gemessene, die übrigen Monate folgen dicht dahinter. Weltweit wurden tausende neue Temperaturrekorde registriert, von 52 Grad in den Emiraten bis hin zu ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen im Mittelmeerraum. Kälterekorde blieben die Ausnahme.
Mit der Hitze nahmen auch die Extremwetterereignisse zu. Starkregen führte in vielen Regionen zu verheerenden Überschwemmungen, etwa in Australien, Südostasien oder im US-Bundesstaat Texas, wo Sturzfluten zahlreiche Todesopfer forderten. Gleichzeitig begünstigte anhaltende Trockenheit massive Waldbrände – in Spanien, Großbritannien, Südkorea und besonders dramatisch im Iran, wo Wasserknappheit inzwischen den Alltag bestimmt.
Auch die Wirbelsturmsaisons im Atlantik und Pazifik hinterließen schwere Schäden. Besonders zerstörerisch war Hurrikan „Melissa“, der auf Jamaika traf und mehr als 100 Menschen das Leben kostete.
2025 zeigt damit erneut, was längst als Trend gilt: Der Klimawandel ist kein fernes Szenario mehr, sondern prägt Wetter, Umwelt und Gesellschaft — spürbar, global und immer extremer.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Hitler-Clickbait in österreichischen und deutschen Medien
Immer wieder nutzen Boulevardmedien Adolf Hitlers Namen zur Klick-Maximierung. Der Nachrichtenwert von Spekulationen über Hitlers Penisgröße, Sexleben und seine Fetische ist überschaubar. Wer Hitler auf biologische Kuriositäten und Sex reduziert, betreibt keine historische Aufarbeitung, sondern eine Form der Trivialisierung, schreibt Kobuk.
https://kobuk.at/2025/12/hitler-clickbait-in-oesterreichischen-und-deutschen-medien/ (Opens in a new window)
Interview: Diese Frau war 500 Tage allein in einer Höhle – freiwillig
Heute sagt Beatriz Flamini: Erst in der totalen Einsamkeit fand sie ihr wahres Selbst.

Wer und was steckt hinter HateAid?
Die Geschäftsführerinnen der Anti-Hate-Speech-Organisation HateAid dürfen nicht mehr in die USA einreisen. Die Taz hat Antworten zu dem Fall.
https://taz.de/Einreiseverbot-wegen-Zensur-Vorwurf/!6141394/ (Opens in a new window)Macht jetzt eine low-carb Keks-Diät und überlegt, ob der Tod von BB (Opens in a new window) eine Meldung wert gewesen wäre:
Markus