Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Für mich geht es nach diesem Newsletter schon mal in die Weihnachtspause, doch meine Kollegen werden dich auch zwischen den Jahren up to date halten! Du musst also nur einmal am Tag Emails checken und weißt trotzdem über das Wichtigste Bescheid. Praktisch in der ruhigsten Zeit des Jahres! Nachrichtentechnisch ist es allerdings noch nicht ruhig. Wie gestern schon angeteasert, haben sich beim EU-Gipfel die EU-Länder nach langen Verhandlungen darauf geeinigt, 90 Milliarden Euro an Unterstützung für die Ukraine zu gewähren. Russische Vermögenswerte bleiben vorerst eingefroren.
Und damit du die guten Nachrichten des Jahres 2025 nicht vergisst, hat die Krautreporter-Redaktion sie für den Krautreporter-Text des Tages gesammelt, siehe unten.

Außerdem geht es heute um die FPÖ und ihre Verbindungen zur rechtsextremen Szene, das Mercosur-Abkommen und das Attentat an der Brown-University.

Wie sich die FPÖ mit der rechtsextremen Szene vernetzt
Eine neue Erhebung der Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch (Opens in a new window) hat untersucht, wie stark die FPÖ mit rechtsextremen Akteur*innen vernetzt ist. In 168 Fällen hat sich demnach die FPÖ mit der rechtsextremen Szene im In- und Ausland vernetzt oder diese gefördert. Das berichtet (Opens in a new window) der Standard. Nach SOS Mitmensch sind das doppelt so viele Fälle wie im Vorjahr. Das vollständige Dossier mit allen gelisteten Vorfällen gibt es hier (Opens in a new window). Das Dossier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Innerhalb von 12 Jahren hat die Menschenrechtsorganisation mehr als 450 Fälle dokumentiert, der bisherige Höchststand war 2024 mit 88 Fällen.
Besonders auffällig in ihren Vernetzungsaktivitäten sind FPÖ-Parteiobmann Herbert Kickl, die FPÖ-EU-Abgeordneten Petra Steger und Gerald Hauser sowie Generalsekretär Christian Hafenecker. „Parteien und Personen, die mit verfassungsgefährdenden Szenen verflochten sind, sollten nicht mit machtvollen politischen Ämtern ausgestattet werde“, sagt SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollack dazu.

Schüsse an der Brown-University: Mutmaßlicher Täter gefunden
Vor etwa einer Woche tötete (Opens in a new window) an der Brown-University, einer Ivy League-Universität im US-Bundesstaat Rhode Island, ein bewaffneter Mann zwei Menschen, weitere wurden schwer verletzt. Der Täter schoss, während Prüfungen stattfanden, in einem Gebäude für Physik und Ingenieurwesen, unter den Opfern sind hauptsächlich Studierende. Auch die beiden Getöteten sind eine Studentin und ein Student.
Heute Nacht fand die (Opens in a new window) Polizei die Leiche des mutmaßlichen Täters in einer nahen Lagerhalle im Bundesstaat New Hampshire. Er beging Suizid. Neben dem Mann fanden die Ermittler*innen zwei Schusswaffen und weitere Beweismittel. Auf die Spur kamen die Behörden durch Videoaufnahmen eines Mietfahrzeugs, berichtet die Zeit. (Opens in a new window)
Der mutmaßliche Täter ist ein 48-jähriger Portugiese, der um 2000 herum selbst kurz an der Brown University Physik studierte und zuletzt in Miami lebte. Außerdem soll er auch den 47-jährigen MIT-Professor für Nuklearwissenschaft Nuno F. Gomes Loureiro, der diese Woche in seinem Haus erschossen wurde, getötet haben. Gomes stammt ebenfalls aus Portugal und hat gleichzeitig mit dem mutmaßlichen Täter am Instituto Superior Técnico an der Universität Lissabon studiert. Die Motive des Täters sind nach wie vor unklar. Die New York Times (Opens in a new window) listet auf, was über den Täter bekannt ist und was nicht.

Verschoben auf Januar – Was ist das Mercosur-Abkommen?
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert versuchen Dutzende Länder, sich auf die größte Freihandelszone der Welt zu einigen. Die Europäische Union möchte mit Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay für etwa 750 Millionen Menschen das sogenannte „Mercosur“-Abkommen abschließen und im Handel zwischen den 31 Nationen für rund 90 Prozent aller Produkte die Zölle fallen lassen. Eigentlich war für Samstag die Unterzeichnung angesetzt, aber vor allem aus der Landwirtschaft gibt es auf den letzten Metern nun doch noch Kritik, so dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das Thema jetzt in den Januar verschoben hat. Das RND (Opens in a new window) hat einen Überblick. Bei Protesten in Brüssel war es gestern zuvor sogar zu kleineren Ausschreitungen gekommen, zusammengefasst bei BR24 (Opens in a new window), ein kurzes Video gibt es bei der Zeit (Opens in a new window).
Europäische Bäuer*innen fürchten, dass durch die wachsenden Importe aus den südamerikanischen Ländern Standards bei Umwelt, Klima und Tierwohl sinken würden, beispielsweise durch den Einsatz von mehr Pestiziden und der Verabreichung von Antibiotika bei Tieren. Die Landwirt*innen warnen auch vor sinkenden Preisen. Auf das Drängen Italiens soll nun noch einmal nachgebessert werden. Der Deutschlandfunk (Opens in a new window) erklärt die Hintergründe des Abkommens.
Eine völlige zollfreie Öffnung sieht das Abkommen unter anderem beim Rindfleisch ohnehin nicht vor. Pro Jahr sollen die EU-Staaten nur 99.000 Tonnen Rindfleisch zu einem reduzierten Zollsatz importieren dürfen. Das entspräche rund der Hälfte der aktuellen Importmenge und weniger als zwei Prozent der gesamten europäischen Produktion. Die taz (Opens in a new window) kommentiert, dass die Bauern mit dem Abkommen kaum zu Schaden kämen und stattdessen die Beziehungen zu Südamerika deutlich profitieren würden. (Christian Fahrenbach)

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Kultur oder Beton?
Niederschwellig zugängliche und konsumfreie Orte gibt es immer weniger in den meisten europäischen Großstädten. In Wien ist in St. Marx über 10 Jahre lang ein selbstverwalteter Raum für Sport, Kreativität und Geselligkeit entstanden. Doch die Eigentümerin der Fläche, die Wien Holding GmbH, will dort nun eine Veranstaltungshalle bauen. Die Nutzer*innen protestieren. Christof Mackinger hat für den Augustin recherchiert, wie ein über die Jahre gewachsenes Biotop an vernetzten Kunst- und Kulturinitiativen dem Eventhallen-Größenwahn zum Opfer fallen soll.
https://augustin.or.at/kultur-oder-beton/ (Opens in a new window)
Gute Nachrichten, die 2025 untergegangen sind
Bildung, Außenpolitik, Klima – die Krautreporter-Autor*innen haben zusammengetragen, was in ihren Themenbereichen gut gelaufen ist.

16 Erkenntnisse über KI und Social Media aus dem Jahr 2025
Der Social Media Wachtblog von Martin Fehrensen und Simon Berlin ist das ganze Jahr über eine lesenswerte Quelle über alles, was mit dem Internet zu tun hat. Für ihr letztes Briefing des Jahres haben die beiden Journalisten aufgeschrieben, was sie 2025 über Social Media und KI gelernt haben. Erkenntnisse wie „Das Silicon Valley unterwirft sich Donald Trump“, „Generative KI beruht auf Ausbeutung“, aber auch „Social Media stirbt“ bieten eine lesenswerte Zusammenfassung dieses Jahres, in der die Tech-Bros die Medien dominierten wie selten zuvor. Auf dass uns diese Erkenntnisse 2026 weiterhelfen.
https://www.socialmediawatchblog.de/16-erkenntnisse-aus-2025-2/ (Opens in a new window)
Geht jetzt in die Social-Media-Pause und wünscht ein entspanntes 4. Adventwochenende:
Anna