Skip to main content

Wie Österreich zum Safe Haven für US-Wissenschaftler*innen wird

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Berichterstattung über Glück und übers Glücklichsein löst in mir immer ein leicht cringes (Anm.: Gen-Z-Sprache für unangenehm) Gefühl aus. Aber natürlich streben wir alle insgeheim danach, glücklicher zu werden und uns gut und wohl zu fühlen. Und deshalb ist es spannend, sich damit auseinanderzusetzen, was die Wissenschaft dazu sagt.

In der New York Times (Opens in a new window) untersucht ein aktueller Bericht die Ursprünge des Glücklichseins. Die Autorin beschäftigt sich darin intensiv mit der Forschung und dem neuen Buch „How to feel loved“ der beiden Psycholog*innen Sonja Lyubomirsky und Harry Reis. Deren Grundthese lautet: Um glücklich zu sein, müssen wir uns in erster Linie von anderen geliebt fühlen. Und wie viel Liebe wir von anderen zurückbekommen, hänge sehr stark davon ab, wie wir unserem Gegenüber begegnen und wie gut wir es schaffen, wirklich zuzuhören:

In order to feel more loved by others, you must begin by making them feel loved by you, the authors write. And becoming a better listener is one of the most powerful ways to do that.

Aber das erfordert viel Übung. Deshalb solle man laut den Expert*innen klein anfangen und sich mal auf eine Beziehung und eine Person konzentrieren. Ich wünsche dabei viel Erfolg!

Außerdem geht es heute um den Pilnacek-U-Ausschuss, eine neue Nato-Mission in der Arktis und die Zurückhaltung von Männern bei der Elternkarenz.

Ex-Politiker Pilz sagt in Pilnacek-U-Ausschuss aus

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss rund um den Tod des suspendierten Spitzenbeamten im Justizministerium Christian Pilnacek nimmt Fahrt auf. Die FPÖ hatte den U-Ausschuss einberufen, um Ungereimtheiten in der polizeilichen Ermittlungsarbeit und mögliche politische Einflüsse seitens der ÖVP darauf im Parlament untersuchen zu lassen.

Nachdem gestern die Vertraute von Pilnacek geladen war und unter Wahrheitspflicht in der Befragung einige ihrer zuvor öffentlich getätigten Aussagen revidiert hatte, stellt sich heute der ehemalige Politiker und Aufdecker Peter Pilz den Fragen der Parlamentarier*innen. Seine Plattform ZackZack und sein Buch zur Causa spielten eine große Rolle, was die öffentliche Aufmerksamkeit zu Pilnaceks Tod betrifft. Heute spricht Pilz von „beängstigend schlechter Polizeiarbeit“. Der Standard berichtet mit einem Liveticker (Opens in a new window).

Für mehr Hintergründe zur Causa Pilnacek empfehle ich dieses Erklärvideo von und mit dem Standard-Investigativ-Journalisten Fabian Schmid. Er spricht darin von der Causa Pilnacek als Art „Tintenklecks-Test“: Man schaue hin und jeder erkenne, was er erwarte.

https://www.youtube.com/watch?v=FLrWbGqnR6I (Opens in a new window)

Nato-Staaten planen Arktis-Mission

Heute treffen sich in Brüssel die Verteidigungsminister der Nato-Staaten, um über eine deutlich verstärkte Militärpräsenz in der Arktis zu reden. Die Mission trägt den Namen „Arctic Sentry“. Offiziell geht es darum, die Sicherheit im hohen Norden ernster zu nehmen, wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gegenüber ZDFheute (Opens in a new window) betonte.

Tatsächlich dürfte der Einsatz aber wohl vor allem dazu dienen, die Spannungen mit US-Präsident Donald Trump nach seinen Grönland-Drohungen zu entschärfen. Laut Nato richtet sich die Mission sowohl gegen chinesische Einflussversuche in der Arktis als auch gegen die wachsende militärische Präsenz Russlands. Details dazu hat unter anderem die Tagesschau (Opens in a new window).

Der Spiegel (Opens in a new window) berichtete unter Berufung auf Pistorius, die Bundeswehr werde sich erst einmal mit vier Eurofighter-Kampfjets an „Arctic Sentry“ beteiligen. Das solle aber nicht der einzige deutsche Beitrag bleiben. Um die genaue Beteiligung der einzelnen Nato-Staaten geht es heute in Brüssel. Laut RND (Opens in a new window) steht auch der Einsatz von Fregatten und U-Booten im Raum. Die Mission ist demnach zunächst auf zwölf Monate angelegt. (Luzia Geier)

Väter gehen viel seltener in Elternkarenz

Es ist leider keine Überraschung. Nachdem Frauen in Österreich bis zum gestrigen Equal-Pay-Day quasi gratis gearbeitet haben, liefert eine aktuelle Studie eine mögliche Ursache dafür. So bleiben laut einer Analyse zweier Forscherinnen des Instituts für Demographie der ÖAW Mütter nach der Geburt des ersten Kindes wesentlich länger in bezahlter Elternkarenz als Väter.

Laut der Studie, die im Fachjournal Comparative Population Studies erschienen ist, nehmen Mütter nach der ersten Geburt durchschnittlich 416 Tage bezahlte Elternkarenz in Anspruch. Bei Vätern sind es im Schnitt nur neun Tage. Das Besondere an dieser Studie war, dass auch die berufliche Qualifikation der untersuchten Personen in die Analyse miteingeflossen ist. Dabei zeigte sich, dass diese gravierenden Geschlechterunterschiede unabhängig vom Level der Qualifikation auftreten.

Aber: Mütter mit höheren beruflichen Qualifikationen kehren schneller in den Arbeitsmarkt zurück, während Mütter mit geringeren Qualifikationen länger in Elternkarenz bleiben. Bei Männern ist der Zusammenhang in der Studie genau umgekehrt, wobei die Zahl der Väter in Elternkarenz eben generell sehr gering ist. Mehr Infos zu der Studie finden sich beim ORF (Opens in a new window).

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Das Spiel der Höllenhunde: Warum österreichische Medien unter Druck geraten

Der freie Journalist Johannes Greß hat sich für das von AK und ÖGB herausgegebene Arbeit&Wirtschaft-Magazin genauer angesehen, wie es um den österreichischen Medienmarkt steht und warum viele Medien hierzulande wirtschaftlich und politisch so unter Druck kommen.

https://www.arbeit-wirtschaft.at/unabhaengigkeit-oesterreichischer-medien/ (Opens in a new window)

Europa vs. Silicon Valley: So wird die EU digital unabhängig

Die Gesetze gibt es schon, nun müssen sie umgesetzt werden. Auch Nutzer*innen können etwas tun.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6248-europa-vs-silicon-valley-so-wird-die-eu-digital-unabhangig? (Opens in a new window)

Österreich als Safe Haven für US-Wissenschaftler*innen

In Österreich ist es manchmal gar nicht so leicht, mitzubekommen, was das Ausland über uns denkt. Umso spannender, wenn es Recherchen gibt, wie unser heutiges Fundstück aus dem Guardian.

Darin werden mehrere Forscher*innen interviewt, die aus den USA und vor Trump geflohen sind, um in Österreich ihre Zelte aufzuschlagen. Das Wissenschaftsministerium hat nämlich ein Programm gestartet, um Österreich als wichtigen Zufluchtsort für internationale Akademiker*innen aus den USA zu positionieren.

https://www.theguardian.com/us-news/2026/feb/10/academics-austria-safe-haven (Opens in a new window)

Versucht in Zukunft, noch besser seinen Mitmenschen zuzuhören:

Emil

0 comments

Would you like to be the first to write a comment?
Become a member of tag eins and start the conversation.
Become a member