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Von digitalen Räumen, kognitiven Umwegen und dem Mut zum Abschied

Hallo ihr Lieben,

das aktuelle Semester im Master Bildungswissenschaften fordert mich auf eine Weise heraus, die weit über das bloße Lesen von Texten hinausgeht. Ich merke immer wieder: Studieren ist ein transformatorischer Prozess. Während ich mich tief in die Themen Queere Pädagogik, Ungleichheit und Ökonomisierung der Bildung einarbeite, weitet sich mein Blick auf das, was wir unter „Normalität“ in der Bildung verstehen. Besonders spannend ist dabei meine aktuelle Prüfungsleistung: Ich produziere einen Podcast. Diese Form der Wissensvermittlung ist eine völlig neue Erfahrung für mich und bricht mit gewohnten akademischen Strukturen – es ist ein „anderes“ Studieren, das unglaublich viel Freude macht.

Gleichzeitig lerne ich gerade viel über Geduld und Priorisierung. Mein Kopf sprudelt vor Projektideen, die ich am liebsten sofort umgesetzt sähe. Doch Projektarbeit braucht Zeit. Ich übe mich darin, den Perfektionismus beiseite zu schieben und zu akzeptieren, dass viele Ideen zu haben auch bedeutet, sich von manchen verabschieden zu müssen, um dem Wichtigen Raum zu geben.

In diesem Geiste der Reflexion möchte ich euch heute zwei neue Artikel vorstellen, die auf meinen letzten Hausarbeiten basieren. Beide beschäftigen sich mit der Frage, wie Technik unsere Bildung menschlicher – oder mechanischer – machen kann.

Artikel 1: Die Ästhetik der Teilhabe – Inklusion neu denken

Wie gestalten wir digitale Lernsettings so, dass sie niemanden ausschließen? In diesem Artikel schlage ich die Brücke zwischen der Kultur der Digitalität und dem Universal Design for Learning (UDL). Gerade mit Blick auf neurodivergente Lernende (wie bei ADHS) bieten digitale Medien enorme Chancen, wenn wir sie nicht als bloße Werkzeuge, sondern als flexible Resonanzräume begreifen. Es geht um die „Aisthesis“ – die sinnliche Wahrnehmung –, die durch Multimodalität für alle zugänglich wird.

Artikel 2: Algorithmen im Klassenzimmer – Hilfe oder Hindernis?

Die Debatte um KI in der Schule wird oft sehr emotional geführt. In meiner qualitativen Untersuchung habe ich mit Lehrkräften und Dozierenden über die Realität im Unterricht gesprochen. Ein zentrales Thema, das mich dabei besonders beschäftigt hat: Das Outsourcing von Lernprozessen.

Wir beobachten, dass KI oft strategisch genutzt wird, um dem „Widerstand“ des Lernens auszuweichen und schnell gute Noten zu erzielen. Doch was passiert mit unserer kognitiven Selbstständigkeit, wenn wir die schwierigen Wege des Verstehens an eine Maschine auslagern? Ein kritischer Blick auf die Balance zwischen hilfreicher Assistenz und dem drohenden Kompetenzverlust.

Was mich gerade bewegt: Die Auseinandersetzung mit Differenz und Ungleichheit zeigt mir immer deutlicher, wie wichtig es ist, ästhetisch-kulturelle Bildung nicht als Luxusgut, sondern als notwendigen Raum für Identität und Teilhabe zu verstehen.

Ich freue mich wie immer über eure Gedanken und Rückmeldungen zu diesen Themen! Bleibt geduldig mit euren eigenen Projekten – und vielleicht auch ein bisschen gnädig mit eurem Perfektionismus.

Herzliche Grüße,

Deine Nicole

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