Sommernachtsarbeit

Arbeit im Sommer ist eine Herausforderung: je schöner das Wetter, desto schwieriger, sich zu konzentrieren. Ich verstehe nicht, wie die Leute das von Unterwegs machen.
Auf der anderen Seite, fühlt sich das gerade als Privileg an, überhaupt bezahlt zu arbeiten …
Ich mag Hamburg, deswegen arbeite ich hier gern und mach auch Urlaub hier … na ja, und wegen einer anderen Sache (die öfters fehlt) namens Geld.
Kreideaktion

Das wtf-Projekt ist am 3. August zu Ende gegangen (Bericht im letzten Newsletter). Das Pilotprojekt, bei dem es um die Sichtbarkeit von Gewalt und Diskriminierung auf St.Pauli ging, war voller Erfolg. Trotz des wenig attraktiven Themas, haben wir im Container auf dem Spielbudenplatz überwiegend positive Gespräche geführt und viel Zuspruch von Nachbar:innen, Besucher:innen und Medien erhalten.
Die unterschiedlichen Aktionen rund um den Container haben ebenfalls zum positiven Feedback und Interesse zum Thema beigetragen, eine davon habe ich mit meiner Freundin Nele durchgeführt. Mit einem Eimer Kreide haben wir Passant:innen dazu eingeladen, ihre Grenzen zu markieren und darüber mal nachzudenken:
Wie weit gehen meine Grenzen? Kann man sie überhaupt darstellen? Wie sichtbar sind persönlichen Grenzen? Wie schnell kann man sie übersehen, überschreiten? Was kann ich tun, um meine Grenzen und die der anderen zu wahren?
Portraitaktion

Am letzten wtf-Projektwochenende ging es wieder um die Sichtbarkeit. Ich habe über 20 Leute gezeichnet und viele Gespräche geführt. Beim Zeichnen habe ich über das Projekt gesprochen und die portraitierten eingeladen, ihre Gedanken dazu aufzuschreiben. Um es ihnen leichter zu machen, habe ich eine Frage formuliert: Was würdest Du als erstes verändern, um Dich auf St.Pauli sicherer und wohler zu fühlen?
Hier ist ein Paar ausgewählte Antworten, die ich erhalten habe:
„Ich wünsche mir mehr Akzeptanz für andere Meinungen und Aussehen. Aufklärung darüber, dass unsere Unterschiede kein Grund zu Anfeindungen sind, sondern ein großer Vorteil. Wir können uns ergänzen, statt nach Mängeln zu suchen.“
„Ich würde Awareness-Konzepte von allen Clubs erarbeiten lassen, die auch wirklich umgesetzt werden. Insbesondere Menschen mit vielen Privilegien sollten sich zurücknehmen, zuhören, Grenzen wahren!“
„Ich wünsche mir von allem (außer Liebe) etwas weniger. Etwas leiser, etwas langsamer, weniger Konsum, aber mehr Platz auf dem Dancefloor.“
Skizzensafari an der Alster

An einem sehr schönen Sonntagmorgen habe ich mich mit einigen Leuten für die Skizzensafari an der Aussenalster getroffen. Diesmal ging es um Spiegelungen im Wasser — ein schwieriges Thema. Aber es war herrlich. Schritt für Schritt haben wir uns der Technik genähert, wie man am schönsten Spiegelungen auf dem ruhigen, blauen Wasser der Alster malt. Einen ausführlicheren Bericht dazu gibt es HIER (Opens in a new window).
Kritzelplaner
Bereits seit drei Jahren frage ich: Na, hast Du schon einen Plan für das nächste Jahr?
Heute sage ich einfach: Hey, mein neuer Planer ist gerade in Arbeit! Hast Du Lust mitzumachen?
Für meinen neuen Buchplaner habe ich das Motto “Mehr Kritzeln” gewählt. Einfach, weil es Spass macht und einfach ist. Ich bin gerade dabei das Layout zu setzen und Spenden für die Finanzierung des Drucks bei der Umweltdruckerei zu sammeln.
Wenn Du mich bei den Druckkosten unterstützen möchtest, kannst Du das HIER (Opens in a new window) tun. Ich brauche noch mind. 500 Euro, um die Kosten nicht alleine zu tragen. Dafür bekommst Du einen oder mehrere Planer mit Wunscheintrag. Du kannst mich auch außerhalb des Crowdfoundings unterstützen. Indem Du, zum Beispiel, eine Mitgliedschaft abschliesst oder mir eine Mail schreibst.


Kreativnacht St.Pauli
Ich habe einen Freudesprung gemacht, als die Mail ankam, dass die Kreativnacht St.Pauli dieses Jahr wieder stattfindet. Seit 2010 findet in St.Pauli an jedem ersten Freitag im September ein Abend der offenen Ateliers und Läden. Das ist sowas wie Straßenfest, nur cooler.

Dieses Jahr habe meine Freundin Jana Osterhus mit ihrer Kunst in unser Atelier eingeladen. Das Bild oben haben wir gemeinsam in ein Leporello gemalt. Es wird noch mehr Bilder geben. Von blackcoffeelake, zum Beispiel. Und (hoffentlich) meine frischgedruckten Kritzelplaner.
Um 20 Uhr spiele ich Tangostücke von Astor Piazzolla auf dem Akkordeon.
Ich freue mich, wenn Du kommst!
5. September 2025
Ateliergemenschaft
Clemens-Schultz-Straße 92 in Hamburg
18 - 00 Uhr
Tschüss.
Julia Zeichenkind