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shelfd_sunset.zip

Hallo und herzlich Willkommen zur 17. Ausgabe „Mediapreneur“.

Hier schreiben David Reiter und Sören Mannschitz jede Woche abwechselnd für Medienschaffende, die unabhängig publizieren.
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TrennerAutor: David Reiter (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
In eigener Sache

Wenn das Thema Werbung verkaufen bei dir auf der Agenda steht, hast du hoffentlich bereits einen Blick auf unseren ersten Guide geworfen. Falls nicht: Unbedingt hier entlang. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Nur noch bis Freitag 13 Uhr gültig!)

Über Sunsetting

Vergangenen Samstag landete eine Nachricht in meinem Slack. Kein Text, nur ein Dateiordner. Robert, mein Entwickler, hatte mir kommentarlos einen Export geschickt: alle Filme, Serien und Dokus, die wir bei Shelfd je beschrieben, eingeordnet und von Hand verschlagwortet haben.

Der Ordner hieß „shelfd_sunset.zip“ und er enthielt eine CSV-Datei mit 3.821 Empfehlungen. Neun Jahre Arbeit, komprimiert in einer popeligen 4,2 MB großen Datei.

„Beim Wort Sunset werde ich ja gleich ganz rührselig“, habe ich ihm zurück geschrieben.

Robert: „Mich macht das auch sehr wehmütig“ – und dann, nach ein paar Zeilen voller Herzlichkeit: „sunsetting bezeichnet übrigens das Abwickeln einer Software, ist also ein technischer Begriff tatsächlich, aber Informatiker haben halt doch einen gewissen Sinn für Poesie.“

Noch am selben Tag, am 02. Mai 2026, haben wir also den Stecker gezogen. Auf den Tag neun Jahre nach dem Launch – die Shelfd-Website ging am 3. Mai 2017 online. Ich weiß das noch bis heute, weil es der erste Tag der re:publica in dem Jahr war und ich Jedem freudestrahlend davon berichten konnte (mehr zur #rp unten).

Ein Kreis, der sich schließt.

Was jetzt bleibt: jede Menge Screenshots der alten Seite, ein Archiv mit unserer Arbeit, viele tolle Erinnerungen und das Gefühl, dass der richtige Moment für einen Neuanfang sich manchmal erst zeigt, wenn man wirklich aufgehört hat.

Shelfd geht als Plattform zu Ende. Als wöchentliches Magazin lebt es weiter. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Die Stimme bleibt. Der Kanal ändert sich.

Drei Fragen, die ich mir nicht stellen wollte

Das Signal für diesen denkbar großen Schritt? Eine Mitglieder-Befragung Ende 2025. Ich wollte von unseren zahlenden Nutzer:innen wissen, wie sie Shelfd beschreiben würden. Ein paar Mal zu oft hieß es: keine Ahnung, was ihr macht.

Ich dachte mir: Warte mal! Aber ihr zahlt doch dafür? Naja, turns out: was wir glaubten zu machen und was tatsächlich bei den Leuten ankam, da klaffte eine gewaltige Lücke.

Die Umfrage war der Auslöser für eine ganze Entscheidungskaskade, die mich zum Pivot hin zu einem neuen Konzept und schließlich zum Sunsetting der alten Plattform führte.

Zugegeben, Sunsetting klingt echt poetisch. Aber vorher fühlt es sich vor allem nach diesem leisen Unbehagen an, das man eine Weile sehr gut verdrängen kann. Man baut noch ein Feature. Launcht noch ein Format. Hofft, dass das Nächste löst, was das Vorherige nicht lösen konnte.

Bei Shelfd waren es irgendwann zehn parallele, redaktionelle Newsletter-Formate. Das Problem, wenn man nur noch hinzufügt: Je mehr dazukam, desto unklarer wurde, wofür.

Irgendwann habe ich mir also die wichtigen Fragen gestellt, die ich so viele Jahre ignoriert habe:

  • Kann ich noch in einem Satz erklären, wofür das hier steht? So erklären, dass mein Gegenüber nickt und sagt: „Ah ja, das kenn ich, das brauche ich“ – und eben nicht: „Interessant, aber…“

  • Können meine treuesten Nutzer:innen das? 99 Antworten kamen binnen kürzester Zeit. Darunter: „Ich würde ins Stottern kommen, wenn ich Shelfd jemandem erklären müsste.“

  • Wie würde ich das heute neu erfinden, wenn es mich nicht gäbe? Das ist eine brutale Frage. Weil die Antwort selten „genauso“ lautet.

Einen richtigen Zeitpunkt gibt es dabei nicht. Kein Statusbalken läuft auf 100, kein grünes Licht schaltet sich ein. Man sammelt Signale. Man hat ein Bauchgefühl. Und irgendwann hört man auf, beides zu ignorieren.

Wer sich diese Fragen stellt, hat das Schwerste schon hinter sich – auch wenn die Entscheidung selbst noch vor einem liegt.

Und dann habe ich mir dieselben Fragen für diesen Newsletter gestellt…

Was sich hier verschiebt

Mit dieser Ausgabe möchte ich eine weitere Änderung ankündigen, die auch unser Magazin betrifft.

Meine Kolumnen mit starkem Projektbezug – Einblicke in Shelfd & Co. – werde ich künftig wieder auf meinem Blog DavidmachtSachen.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) veröffentlichen. Wer mag, liest gerne dort mit.

Sörens Hälfte bleibt, wie sie ist – mit liebevollen Beobachtungen der Branche, kuratierten Links und seinen Einordnungen. Die Änderung betrifft nur meine Kolumnen.

Hier im „Mediapreneur“ Magazin werde ich mich auf das konzentrieren, was am stärksten auf unsere gemeinsame Mission einzahlt. Unsere Überzeugung: Ein Media-Business, das sich trägt, ist die Voraussetzung für editorielle Freiheit. Wer davon leben kann, kann sagen, was er oder sie wirklich denkt. Wer das nicht kann, kürzt sich früher oder später selbst weg. Dafür wollen wir sensibilisieren und Wege aufzeigen.

Und genau das geht am besten im direkten Austausch mit Mediapreneuren. Im Gespräch mit diesen Lieblingsmenschen erlebe ich oft, dass ich mit mehr Energie und Motivation rausgehe, als ich reingekommen bin.

Das Netz ist voll. Die Tische sind leer.

In KI-Zeiten mangelt es wirklich nicht mehr an Wissen. Wer heute verstehen will, wie man seinen Mediasales-Dealflow anschiebt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), eine Community zum Laufen bringt oder mit Koops wächst, findet in einer halben Stunde mehr Antworten, als man in einem Jahr umsetzen könnte.

Was echt knapper wird, ist etwas anderes: Zeit, Ressourcen – und echter Austausch.

Früher waren Events dafür da, State-of-the-art-Wissen zu vermitteln. Heute dürfen sie sich wieder auf das konzentrieren, wofür sie am besten geeignet sind – das Miteinander zu stärken. Gespräche anzuregen, die danach noch lange weitergehen. Menschen zu begegnen, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie kennenlernen wollte.

Ich habe Lust darauf, dass das Gespräch über den Inhalt mehr Raum einnimmt, als die Wissensvermittlung selbst. So machen wir das in unseren Live-Talks seit ein paar Monaten und so macht es auch am meisten Spaß.

Wo wir uns begegnen

In den letzten Monaten haben Sören und ich nämlich schon sechs Live-Talks mit Mediapreneuren aus der Praxis geführt. Manchmal fast beiläufig angekündigt, immer unregelmäßig – und jedes Mal ist dasselbe passiert: Die Runde hat sich geöffnet. Es wurde wirklich geplaudert. Das hat den Teilnehmenden jedes Mal etwas bedeutet. Mich eingeschlossen.

Aus diesen sechs Gesprächen sind fünf Mitschnitte entstanden, die bald in einem eigenen Podcast-Feed zum Nachhören erscheinen werden.

Ab meiner nächsten Ausgabe werde ich genau diesen Austausch in den Mittelpunkt stellen. Das sieht dann ungefähr so aus:

  • Ankündigungen und Rückblicke zu unseren Live-Talks – mit dem Blick voraus auf das nächste Gespräch und dem Blick zurück auf das letzte

  • Events anderer, die ich für Mediapreneure kuratiere: Orte und Gelegenheiten, an denen man sich begegnen, voneinander lernen und miteinander ins Gespräch kommen kann

  • Digitale Treffen sind dabei genauso willkommen wie analoge

Mediapreneur.fm

🔴 Speaking of: Unser nächster Live-Talk am morgigen DO, den 07.05. ab 20:15h findet statt zum Thema: „Hört man eigentlich, wie ich sitze?“

Sophia Katschinski ist Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin und beantwortet eure Fragen zu Stimmlage, Sprechstruktur und Körperhaltung.

Relevant für alle Podcaster:innen und alle Menschen, die öfter mal ihre Projekte präsentieren dürfen. Mit Live-Übungen direkt im Call: https://meet.google.com/uvk-hskk-qpg (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Über diesen Link (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) lädst du dir diese und alle zukünftigen Live-Gespräche mit unabhängigen Medienschaffenden in deine Kalender-App (einfach kopieren und als neues Abo hinzufügen).

Schreib mir gerne, welche Events du aktuell empfehlen würdest. Von Barcamps und Festivals über Messen und Preisverleihungen bis hin zu Side-Events und Webinaren – und natürlich alle Formate dazwischen, die zum Treffen und Austauschen einladen.

Einfach auf diese Mail antworten – ich sammle, was für Mediapreneure relevant ist und teile es hier. 

Ich selbst bin übrigens als Nächstes auf der re:publica in Berlin dabei (18.–20. Mai) und freue mich über ein Getränk im Innenhof mit dir. Lass uns gerne direkt verabreden. Antworte mir kurz auf die Mail, wenn du magst.

Wir sehen uns
David

Kurzer Ausblick

Das erwartet dich mit dem Guide (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre):

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