Wie Ungarn über CPAC, MCC und das Danube Institute ein transatlantisches Rechts-Netzwerk finanzierte
Eine Rekonstruktion der Geldflüsse, der Teilnehmer und der deutschen Verbindungen - und dessen, was nach Orbáns Wahlniederlage langsam ans Licht kommt. Der folgende Text basiert auf einer Recherche mit Hilfe von Claude KI - nach präziser Fragestellung und wiederholtem Nachfragen, klar. Den Anlass zur Recherche bot dieses, wie ich finde, sehr gut gemachte Video von Caolan Robertson:
https://www.youtube.com/watch?v=dnPIWfECiNI&t=265s (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Der ganze Kanal ist sehr spannend, vor allem zur Ukraine, und beinhaltet auch ein Interview mit Wolodymyr Selenskyj. Normalerweise nutze ich Claude-Recherchen selektiver. In diesem Thema kannte ich mich jedoch allenfalls durch Hörensagen aus; man bekam etwas mit, aber die genau Struktur war mir unbekannt. Da sich jedoch die Finanzierung ethnonationalistischer Agitation bis in Regierungen hinein so besser verstehen lässt und eben auch sämtliche Quellen nachvollziehbar angegeben sind, ich nicht mal eben so - wie im Falle anderer Themen - etwas aus dem Ärmel schütteln kann, diese Infos jedoch auch hinsichtlich der Zukunft der EU für relevant halte, veröffentliche ich es in dieser Form:
Péter Magyar Wahlsieg am 12. April 2026, das Ende von Viktor Orbáns sechzehnjährige Herrschaft in Ungarn - ein Erdrutschsieg. Zudem ein schwerer Schlag für die Organisationsstruktur und auch die Finanzierung ethnonationalistischer Faschisierung. Für Deutschland wie auch die gesamt EU ist die Rekonstruktion der Finazierungsmodi und Geldflüsse von hoher Relevanz - weil aktuell so klar nicht mehr ist, was in der Politik der aktuellen Bundesregierung so etwas wie legale und zugleich verdeckte Korruption sein könnte und was nicht und inwiefern sie als eine Art “MAGA-Vorfeldorganisation” einfach Analoges zum “Project 2025” der Heritage Foundation abwickelt oder etwas anderes eigenständig betreibt.
Die in Ungarn etablierten Strukturen können als Vergleichsfolie hinzugezogen werden. Vielleicht gibt es Parallelstrukturen. R21 oder The Republic scheinen nicht in den Orban-Sumpf versunken zu sein - obgleich eine politische Nähe meines Erachtens durchaus anzunehmen ist und sie in einem ähnlichen Resonanzraum operieren.
In Ungarn stürzte nicht nur ein Regierungschef. Es implodiert derzeit auch eine jahrelang mühsam aufgebaute Infrastruktur transatlantischer rechter Vernetzung. Zu deren Finanzierung recherchierten bisher lediglich ein paar hartnäckige investigative Medien in Budapest - allen voran das Portal Átlátszó (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und der Nachrichtendienst Telex (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Einen Tag nach seinem Wahlsieg hielt Magyar eine Pressekonferenz, die schlagartig international Beachtung fand: Orbáns Regierung, so der designierte Premier, habe ungarische Steuergelder umgeleitet, um CPAC zu finanzieren. Das ist die “Conservative Political Action Conference” und somit jenes Netzwerktreffen, das sich in den letzten Jahren zum Schnittpunkt zwischen Orbán-Ungarn und Donald Trumps MAGA-Bewegung entwickelt hat. Der Staat, so Magyar, werde künftig weder CPAC noch das Mathias Corvinus Collegium (MCC) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) finanzieren. Dieses ist die Wikipedia zufolge größte private Bildungseinrichtung in Ungarn, eine “Denkfrabirk” aus dem rechtskonservativen Spektrum. Magyar bezichtigte sie der “Verbrechen”, die untersucht werden müssten (The New Republic, 14.04.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); MS NOW, 15.04.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Was hier öffentlich wurde, war für informierte Beobachter keine Überraschung. Es handelte sich um die amtliche Bestätigung eines seit Jahren dokumentierten Musters. Es lohnt sich, die Geldflüsse, die Teilnehmerkreise und die deutschen Verbindungen im Zusammenhang zu betrachten. Erst dann wird sichtbar, wie geschickt Orbán eine staatlich finanzierte Bühne gebaut hatte, auf der sich AfD, FPÖ, Vox, PVV, MAGA-Aktivisten und amerikanische Think-Tank-Vertreter trafen - und wie die Finanzierung dabei eine Grauzone berührt, die in den USA nun strafrechtlich geprüft werden könnte.
Die Finanzierungsarchitektur
Das Muster, das Átlátszó seit 2021 rekonstruiert hat, ist strukturell schlicht. Die Geldtransfers stammten aus dem Miniszterelnöki Kabinetiroda, dem Kabinettsbüro des Premierministers unter Leitung von Orbáns Vize Antal Rogán. Von dort flossen sie an die Batthyány Lajos Alapítvány (BLA), eine halbstaatliche Stiftung, die als Umverteilungsintermediär fungiert - mit deutlich geringeren Transparenzpflichten als eine direkte Ministerialzuwendung. Von der BLA gingen die Mittel weiter an das Center for Fundamental Rights (Alapjogokért Központ), das unter dem Dach der Jogállam és Igazság Központ Nonprofit Kft. operiert und CPAC Hungary offiziell ausrichtet (Átlátszó, 12.03.2021 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Die Summen sind im Zeitverlauf dokumentiert und gewachsen. 2022, im Falle der ersten CPAC Hungary, erhielt das Center for Fundamental Rights laut Telex über zwei Milliarden Forint - rund 5,5 Millionen US-Dollar - an öffentlichen Geldern; die Kosten des damaligen CPAC-Events lagen bei etwa 400 Millionen Forint, also rund 1,1 Millionen Dollar (Hungarian Politics, 19.05.2022 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); Átlátszó, 09.08.2022 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Zwei Jahre später hatte sich die Größenordnung verdreifacht: Für CPAC Hungary 2024 konnte das Center for Fundamental Rights laut Átlátszó bis zu 1,15 Milliarden Forint - umgerechnet mehr als drei Millionen Euro - ausgeben, vollständig aus dem Staatshaushalt über die Batthyány-Lajos-Stiftung. Aus einer öffentlich finanzierten Gesamtzuwendung von über elf Millionen Euro flossen mehr als drei Millionen direkt in die CPAC-Ausrichtung (Átlátszó, 30.05.2024 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Parallel dazu wurde das Mathias Corvinus Collegium aufgebaut, eine Eliteakademie mit 35 Standorten in Ungarn, Österreich, der Slowakei und einem einflussreichen Brüsseler Büro. Das MCC erhielt 2021 eine staatliche Stiftungsdotation von über 1,3 Milliarden Euro, einschließlich eines 10-Prozent-Anteils am staatlichen Öl- und Gaskonzern MOL. Das ZDF rechnete vor, dass die MOL-Dividenden dem MCC rund 50 Millionen Euro jährlich einbringen - und da 65 Prozent von MOLs Öl aus Russland stammen, flossen über diese Konstruktion faktisch russische Ölgewinne in Orbáns autoritäre politische Agenda (Corporate Europe Observatory, 18.10.2024 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); Verfassungsblog, 06.01.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Danube Institute und Project 2025
Wer die Verbindungen von Orbáns staatlich finanzierter Netzwerkinfrastruktur mit MAGA untersuchen will, muss neben CPAC und MCC auch das Danube Institute in den Blick nehmen. Ebenfalls über die Batthyány-Stiftung alimentiert, betreibt das Danube Institute unter Leitung des ehemaligen Thatcher-Redenschreibers John O’Sullivan gezielt Netzwerkarbeit in Richtung USA. Eine Átlátszó-Recherche vom Oktober 2024 offenbarte die Dimension: Das Institut hatte in drei Jahren mehr als 1,64 Millionen US-Dollar an ausländische Kollaborateure gezahlt und baute sein Netzwerk vor allem gemeinsam mit der Heritage Foundation auf - jener Washingtoner Denkfabrik, die Donald Trumps inoffizielle Wahlkampfplattform Project 2025 trägt. Trump distanzierte sich immer mal wieder von dieser, dennoch lässt sich aktuell nachvollziehen, wie Schritt für Schritt diese Programmatik abgearbeitet wird. Einige der in den USA tätigen Personen, so Átlátszó, seien speziell dafür bezahlt worden, Artikel für US-Medien zu schreiben - was gegen den Foreign Agents Registration Act (FARA) verstoßen könnte (Átlátszó, 23.10.2024 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Das ist der Punkt, an dem die Geldkette potenziell in US-strafrechtlich relevantes Territorium führt. Der US-Abgeordnete Mike Levin, Demokrat aus Kalifornien, hat nach Magyars Pressekonferenz Bundesermittler aufgefordert, die mutmaßlichen Zahlungen zu untersuchen: Ausländische Regierungen dürften kein Geld in US-Wahlen stecken, und Amerikaner dürften solches nicht annehmen - sollten sich die Vorwürfe bestätigen, sei das ein direkter Angriff auf die Integrität der amerikanischen Demokratie (MS NOW, 21.04.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Die CPAC-Organisation selbst bestreitet direkte Zahlungen. Die Sprecher Roger Neal und Hannah Stone behaupteten gegenüber Politico, CPAC habe nie Mittel von der ungarischen Regierung erhalten; das internationale Modell basiere auf Spenden aus vielfältigen Quellen (LBC, 15.04.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). CPAC-Chairman Matt Schlapp reagierte auf Magyars Vorwürfe lediglich mit einem X-Posting, in dem er sich “gratified” zeigte, dass Magyar CPAC wieder eingeladen habe - die Finanzierungsfrage adressierte er nicht (MS NOW, 21.04.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Die juristisch heikle Unterscheidung ist diese: Die ungarischen Mittel flossen nachweislich an das Center for Fundamental Rights, das als Co-Host auftritt. Die US-Mutterorganisation behauptet, selbst kein Geld erhalten zu haben. Praktisch aber existierte CPAC Hungary ohne diese staatliche Finanzierung nicht - und CPAC US lieferte Marke, Chairman und ideologischen Rahmen.
Die EU-Dimension: mittelbar, aber nicht irrelevant
Der häufig gehörte Vorwurf, es seien “EU-Gelder” in CPAC geflossen, ist in dieser Zuspitzung ungenau - verdient aber eine Präzisierung, keine Abmilderung. Formal stammen die Mittel aus dem ungarischen Staatshaushalt, nicht aus zweckgebundenen EU-Töpfen wie CERV (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder den Struktur- und Kohäsionsfonds. Aber Ungarn war unter Orbán jahrelang einer der größten EU-Nettoempfänger, und Geld ist “flüssig”, kann umgeleitet, umgewidmet, durch diverse Kanäle umgeleitet werden. Vorsichtig könnte man es so formulieren: EU-Transfers entlasten den Haushalt, aus dem dann CPAC bezahlt wird. Genau deshalb hatte die EU-Kommission seit 2022 rund 17 Milliarden Euro an Hilfen wegen rechtsstaatlicher Verstöße eingefroren - eine Summe, die Magyar nun zurückholen will (LBC, 15.04.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Juristisch ist das keine direkte Zweckentfremdung von EU-Mitteln; politisch und haushälterisch aber war die EU einer der Finanziers jener “allgemeinen Staatskasse”, aus der Orbán seine transatlantische Netzwerk-Infrastruktur bezahlte.
Die Teilnehmer
CPAC Hungary wuchs von einer Nischenveranstaltung 2022 zu einem der zentralen Treffpunkte der europäischen Rechten. Zu CPAC Hungary 2025 kamen laut den ungarischen Veranstaltern über 600 internationale Gäste aus 51 Ländern, darunter vier amtierende und vier ehemalige Premierminister, acht Parteivorsitzende, elf Minister und 25 Abgeordnete (Daily News Hungary, 29.05.2025 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Auf der Bühne standen unter anderem Javier Milei (Argentinien), Alice Weidel (AfD), Irakli Kobakhidze (Georgien), Santiago Abascal (Vox), Mateusz Morawiecki (Ex-PM Polen), Andrej Babiš (Ex-PM Tschechien), Herbert Kickl (FPÖ), Ben Shapiro, Dave Rubin und Michael Knowles (Hungarian Conservative, 22.05.2025 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); Magyar Nemzet, 26.05.2025 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); CBS News, 30.05.2025 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
CPAC Hungary 2026 fand am 21. März statt - drei Wochen vor der Parlamentswahl, ein bewusst gewählter Wahlkampftermin. Das Datum war doppelt kodiert: 21. März ist der 106. Jahrestag der Ausrufung der ungarischen Räterepublik 1919, ein Bezugspunkt, den Orbán rhetorisch gerne als nationalen Souveränitätsmoment aufruft (Daily News Hungary, 14.01.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); VanBudapest, 23.03.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Auf der Rednerliste: erneut Orbán, Weidel, Wilders, Kickl, Milei, Kobakhidze, Abascal, Morawiecki, Babiš, Vlaardingerbroek, Dave Rubin. Trump schickte eine Videobotschaft; JD Vance, anfangs angekündigt, reiste erst später nach Budapest (Balkan Insight, 23.03.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); Euronews, 21.03.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); Hungarian Conservative, 18.03.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Die deutsche Beteiligung: AfD dominant, Union indirekt
Die deutschen Spuren auf CPAC Hungary verlaufen auf drei Ebenen, die sorgfältig unterschieden werden müssen.
Direkt und prominent ist die AfD: Alice Weidel trat sowohl 2025 als auch 2026 als Hauptrednerin auf und gehörte zum festen Inventar des Orbán-Umfeldes. Sie war in den Monaten vor CPAC 2026 mehrfach nach Budapest gereist (Euronews, 21.03.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); Ungarn heute, 21.03.2026 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Aus dem weiteren Union-Umfeld, aber nicht mehr aus der CDU: Hans-Georg Maaßen, ehemaliger Verfassungsschutzpräsident und bis zu seinem Parteiausschluss CDU-Mitglied, trat als einziger deutscher Redner bei CPAC Hungary 2023 und 2024 auf - damals für die WerteUnion (Budapester Zeitung, 25.05.2023 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); taz, 11.05.2023 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); IPG-Journal, 03.05.2024 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Maaßens Auftritt war schon 2023 in deutschen Medien kritisch diskutiert worden, auch weil er sich parallel dazu als Chef der abgespaltenen Werteunion positionierte.
Indirekt, aber substantiell verläuft die dritte Spur - und hier liegt der politisch spannendste Punkt. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) unterhält seit Jahren eine Kooperation mit dem Mathias Corvinus Collegium - siehe oben. Beide Institutionen organisieren gemeinsam Buchvorstellungen, Konferenztage und Studienaustauschprogramme; der Direktor des Deutsch-Ungarischen Instituts am MCC, Bence Bauer, arbeitete bis 2020 über zehn Jahre als Projektkoordinator und stellvertretender Leiter des KAS-Auslandsbüros Ungarn (DeSmog, 22.10.2025 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); Lobbypedia (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Das MCC war bei CPAC Hungary 2023 mit einem eigenen Infostand vertreten, zu einem Zeitpunkt, als Orbáns Fidesz die Europäische Volkspartei - der CDU und CSU angehören - bereits verlassen hatte (taz, 11.05.2023 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Das ARD-Magazin Kontraste hatte bereits 2022 die KAS für diese Kooperation kritisiert und das MCC als “rechte Kaderschmiede” bezeichnet (daniellaufer.de/ARD Kontraste, 2022 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); jungle.world, 06.10.2022 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Zu einem Bruch zwischen KAS und MCC ist es bis heute nicht gekommen. Auch die Unionsstiftung Saar trat im März 2025 als Plattform für einen Bauer-Vortrag auf (Lobbypedia (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); Der Rechte Rand, 18.10.2023 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Quellenlage und Grauzonen
Zusammenfassend lässt sich die Beweislage nach Strängen differenzieren. Der ungarische Finanzierungskreislauf - Staat → Batthyány-Stiftung → Center for Fundamental Rights → CPAC Hungary - ist über Jahre ausführlich dokumentiert, zuerst durch Átlátszó, dann durch Telex, nun auch amtlich durch den designierten Premier. Die MCC-Finanzierung aus Staatsmitteln und MOL-Dividenden ist ebenso belegt. Die Kanalisierung ungarischer Staatsmittel über das Danube Institute in Richtung US-Medienlandschaft, einschließlich der Kooperation mit der Heritage Foundation, ist in den Grundzügen belegt. Was nicht belegt ist: direkte Zahlungen ungarischer staatlicher Mittel an die US-Muttersorganisation CPAC/ACU, und eine direkte Finanzierung von MAGA-Wahlkampfaktivitäten aus Budapest.
Das Bild, das bleibt, ist weniger das eines Geldkoffers als das eines staatlich subventionierten Resonanzraums: Ungarn bezahlte die Bühne, auf der MAGA-Akteure, europäische Rechtsparteien und Heritage-nahe Think-Tank-Vertreter sich trafen, vernetzten und radikalisierten. Es finanzierte Autoren, die in US-Medien platziert wurden. Es baute mit MCC Brüssel einen Brückenkopf zur Infiltration des EU-Diskurses.
Die entscheidenden Quellen der kommenden Monate dürften in Ungarn aufgedeckt werden - und es wird sich lohnen, das zu verfolgen. Átlátszó und Telex haben das Thema seit 2021 vorangetrieben und werden nun absehbar Zugang zu weiteren Kontrakten bekommen. Magyars angekündigtes National Office for the Recovery and Protection of Public Assets wird die Geldflüsse offiziell aufarbeiten.
Für die deutsche Debatte bleibt die unbequeme Frage an die Konrad-Adenauer-Stiftung: Warum besteht die Kooperation mit einem Institut fort, das Teil genau jener Orbán-Infrastruktur war, die nun unter dem Verdacht steht, Parteienfinanzierung mit Staatshaushalt vermischt zu haben? Die Fidesz ist seit 2021 nicht mehr in der EVP; die MCC-Kooperation der KAS ist es weiter. Das ist, vorsichtig formuliert, zumindest erklärungsbedürftig.
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Verwendete Quellen
Investigative Ausgangsrecherchen (Ungarn):
• Átlátszó: “PM’s Cabinet Office finances government organized NGO through secretive foundation” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (12.03.2021)
• Átlátszó: “Up to a million euros was spent on Budapest CPAC, financed by the Hungarian taxpayer” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (09.08.2022)
• Átlátszó: “Hungarian government proxy is spending a fortune to influence public opinion in the US” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (23.10.2024)
Aktuelle Berichterstattung zum Regierungswechsel (April 2026):
• The New Republic: “Hungary’s New Leader Reveals Viktor Orbán Was Paying CPAC” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (14.04.2026)
• MS NOW: “New Hungarian PM says government was funding CPAC but won’t anymore” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (15.04.2026)
• MS NOW: “Levin urges probes of CPAC after Hungarian payments allegation” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (21.04.2026)
MCC, Heritage, EU-Dimension:
• Corporate Europe Observatory: “Orbán’s oil funded thinktank is murky on transparency” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (18.10.2024)
• Verfassungsblog: “Castles of Illiberal Thought” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (06.01.2026)
• DeSmog: “Mathias Corvinus Collegium (MCC)” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (22.10.2025)
• Lobbypedia: “Mathias Corvinus Collegium” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
CPAC Hungary 2025 und 2026 — Teilnehmer und Kontext:
• Daily News Hungary: “CPAC Hungary 2025 starting today hosts 600 international guests” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (29.05.2025)
• Hungarian Conservative: “CPAC Hungary 2025 Starts in a Week — with Ben Shapiro and Dave Rubin” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (22.05.2025)
• Magyar Nemzet: “CPAC Hungary 2025 Announces More Speakers” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (26.05.2025)
• Balkan Insight: “CPAC Hungary: Global Far-Right Leaders Show Solidarity with Orban” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (23.03.2026)
• Euronews (DE): “Alice Weidel in Budapest: Europas Rechte sammelt sich hinter Orban” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (21.03.2026)
• Ungarn heute: “Viktor Orbán eröffnet CPAC Hungary 2026 mit einer mitreißenden Rede” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (21.03.2026)
• Daily News Hungary: “CPAC Hungary 2026: Budapest to host major conservative summit” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (14.01.2026)
Deutsche Verbindungen:
• taz: “Partner der Konrad-Adenauer-Stiftung: Konservatives Dilemma mit Ungarn” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (11.05.2023)
• Budapester Zeitung: “Maaßen — Wir werden letztendlich gewinnen” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (25.05.2023)
• IPG-Journal: “Exportschlager illiberale Demokratie” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (03.05.2024)
• Der Rechte Rand: “Ungarn: Schützenhilfe für deutsche Rechtskonservative” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (18.10.2023)
• jungle.world: “Pflege des Magyarentums” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (06.10.2022)
Kontext und Analyse:
• Moment.at: “CPAC Ungarn: Die extreme Rechte versucht Viktor Orbán zu retten” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (März 2026)
• VanBudapest: “CPAC Hungary 2026 and Patriots Assembly Budapest — Full Guide” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (23.03.2026)
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Stand: 22. April 2026