
Alina Cyranek ist eine Regisseurin und Autorin, die sich in ihrer filmischen Arbeit immer wieder gesellschaftlich relevanten Themen widmet. Für ihre Kurzfilme erhielt sie zahlreiche Preise unter anderem den Goldenen Reiter der Bamberger Kurzfilmtage oder den Audience Award beim Chicago Feminist Film Festival. Neben ihrer eigenen Regietätigkeit ist sie auch als Autorin für die Kurzfilm-Magazine unicato (MDR) und Kurzschluss (arte) tätig und engagiert sich für die Sichtbarkeit des Kurzfilms als Experimentierfeld filmischer Formen.
Mit ihrem am 12. Februar 2026 in den Kinos startenden Dokumentarfilm Fassaden (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) richtet Cyranek den Blick auf häusliche Gewalt gegen Frauen – ein Thema, das oft erst dann öffentliche Aufmerksamkeit erhält, wenn es eskaliert. Statt die Gewalt explizit darzustellen, untersucht der Film die gesellschaftlichen Strukturen und Mechanismen, die sie ermöglichen. Durch die Verbindung von Tanz, Animation, Erfahrungsberichten und Expertinnen- und Expertenstimmen entsteht eine vielschichtige filmische Auseinandersetzung, die Ambivalenzen sichtbar macht und zum Hinschauen auffordert. Zum Start des Films, für den sie Sandra Hüller als Sprecherin gewinnen konnte, führten wir mit Alina Cyranek ein Interview.