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Die neue Ausgabe ist da!

Liebe Mütter,

diese Ausgabe ist für euch. Ihr seid gewaltbetroffene Frauen mit Kindern? Dann ist diese Ausgabe euer Safe Space.

Sind Mütter beim Gewaltschutz mitgemeint?

habe ich mich vor ein paar Monaten gefragt. Gewalt gegen Frauen ist in aller Munde. Alle wollen dagegen sein. Doch sobald Mütter über ihre Erfahrungen bei Gewalt berichten und darüber, was an den Familiengerichten und in den Jugendämtern des Landes passiert – der Täterschutz, der fehlende Kinderschutz – dann wird es ganz leise.

Pssst. Sagen Sie das nicht im Gericht,
sonst verlieren Sie die Kinder.

Diesen Satz hören Frauen in Deutschland nach Gewalt regelmäßig. Sie sollen die Gewalt runterschlucken, hinter sich lassen, stillschweigen und gemeinsamer Kinder wegen mit dem Täter kooperieren. Und die Täter? Machen weiter. Mit staatlicher Rückendeckung bedrohen sie weiter, schikanieren, verüben Coercive Control, stalken, üben finanzielle Gewalt aus. Manchmal prügeln sie weiter und misshandeln die Kinder. In einigen Fällen ist der Zugriff ihre Chance, die Frauen mit den Kindern auch noch nach einer Trennung zu töten.

Tausende Frauen im ganzen Land erleben tagtäglich in den Gerichten, wie sie über staatliche Instanzen ihren Tätern weiter ausgeliefert sind. Und alle schauen weg. Denn es erscheint ganz leicht, grundsätzlich gegen Gewalt an Frauen zu sein. Das ist chic und trendy und kommt sowohl im Marketing als auch in der Politik prima an. Knifflig wird es, wenn die Positionierung verlangt, offen staatliche Instanzen infrage zu stellen. Familiengerichte oder das Jugendamt. Wie könnten die Fehlentscheidungen in diesem Ausmaß treffen?

Und so ist es mucksmäuschenstill, wenn es um die Solidarität für gewaltbetroffene Frauen geht, die zugleich Mütter sind. Sie zu unterstützen ist nicht gewinnbringend, nicht angesagt. Es ist die Kritik an einem gewachsenen juristischen System, das bis heute Frauenrechte Täterrechten unterordnet.

Die Debatte um die Straffreiheit von Paragraph 218 ist, wenn man so will, das eine Ende, an dessen anderem Ende die Frage um die Freiheit von Frauen und ihren Kindern nach Gewalt an den Familiengerichten steht. Im einen Fall urteilen männliche Politiker und patriarchal geprägte Ordnungen darüber, ob Frauen über ihren eigenen Körper und ihre Zukunft entscheiden dürfen sollten oder damit den gesellschaftlichen Frieden stören.

Wenn Frauen versuchen, sich aus Tätergewalt in Beziehungen mit Kindern zu befreien, stehen sie erneut an diesem Punkt. Gerichte entscheiden dann über die Rechte des Täters am Kind. Darüber, wo Frauen wohnen bleiben müssen, damit ein Täter weiter Zugriff hat und oft auch darüber, ob den Müttern die Kinder weggenommen werden sollten, weil sie offen über die Gewalt des Mannes sprechen.

In den letzten paar Jahren wird ein Wandel spürbar. Menschen fragen sich, ob es richtig sein kann, dass Frauen nicht über ihren eigenen Körper entscheiden sollen. Und sie fragen sich, ob es richtig sein kann, dass Täterrechte vor Gewaltschutz und Kinderschutz greifen sollten.

Diese Ausgabe trägt den Wandel in sich. Sie lässt den Kinderschutz zu Wort kommen und verdeutlicht mittels Studien, warum miterlebte Gewalt für Kinder immer gleichzeitig selbst erlebte Gewalt ist. Sie erzählt u.a. die Geschichte einer Mutter, die ihre Kinder nach Gewalt verloren hat. Weil sie es gewagt hat, sich mit einer Anzeige zu wehren. Diese Ausgabe unterstützt und begleitet gewaltbetroffene Frauen mit Wissen und holt die Themen, die Mütter nach Gewalt betreffen, ans Licht. Teilt diese Sonderausgabe, leitet sie weiter an Fachkräfte und den Kinderschutz, an die Gerichte und an die Politik.

Die UN und das Deutsche Institut für Menschenrechte kritisieren Deutschland seit Jahren dafür, was Müttern und Kindern in den Gerichten passiert. Sie bezeichnen es als Menschenrechtsverletzungen und ermahnen die Politik, umgehend den Gewaltschutz und Kinderschutz gemäß der Istanbul-Konvention sicherzustellen.

Liebe gewaltbetroffene Mütter, diese Sonderausgabe rund um das Thema Gewalt und Familiengericht ist für euch. Macht sie euch zu eigen und holt euch die Deutungshoheit über die Gewalt zurück, die Frauen in den familiengerichtlichen Verfahren erleben.

Ihr seid nicht allein. Wir sind viele.
Jetzt muss die Solidarität aller folgen,
die gegen Gewalt an Frauen sind.

Bis dahin, sammelt euren Mut
und eure Kraft und kämpft
für die Wahrheit und um
die Zukunft eurer Kinder.

Eure Tina Steiger
Herausgeberin
free.fem.minds MAGAZIN

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MOTHER NATURE –
das sind die Themen
in dieser Ausgabe:

  • Darum bin ich nicht gegangen – 10 Frauen erzählen.
    Das sind die wichtigsten strukturellen und
    Gewaltschutz-Hürden für Frauen

  • Gewaltfortsetzung für Frauen und Kinder im Familiengericht? Was sagt eigentlich der Kinderschutz dazu? Im Interview erklärt Fachautorin und Beratende im Kinderschutz, Anja Krummeck, wo die Herausforderungen im System liegen

  • Termine rund um das Thema Gewalt gegen Frauen – Kundgebungen und Fachtage, die Interessierte nicht verpassen sollten

  • Männlichkeitsstudie 2026 – schlagen vor allem unsichere Männer zu?

  • Ist das schon strukturelle Gewalt? Wie die aktuellen Sparpläne der Regierung den Schutz gewaltbetroffener Mütter und mitbetroffener Kinder gefährden.

  • Hall of truth… Diese Fundstücke aus dem Gewaltschutz-Kontext haben uns zuletzt sehr bewegt

  • Coercive Control-Wissen als Serie – Trauma Bond: Bei der
    Mutter pathologisch, beim Kind ein gefestigter Kindeswille

  • DARVO im System. Wenn Fachkräfte den Täter
    als das Opfer sehen

  • THEMEN-SPEZIAL Betroffenenbeiräte zu Gewalt:
    Ich glaube an die Mitwirkung von Betroffenen (Romy Stangl)
    Ein Update als umfangreiches Themen-Spezial zu den Betroffenenbeiräten in Deutschland.
    Wir haben uns angesehen, wie die ersten Beiräte in den Bundesländern arbeiten und mit Frauenrechtsaktivistin
    Romy Stangl darüber gesprochen, was Betroffenenbeiräte
    auf Landes- und Bundesebene jetzt so bedeutsam macht

  • Nein sagen reicht? Warum die Diskussion überhaupt erst anfangt, wenn Frauen Nein sagen

  • Gewalt gegen Frauen – Wenn Mütter die Kinder verlieren. Eine Betroffene erzählt ihre Geschichte

  • Gute Nachrichten? Tatsächlich (ein paar)!
    THE GOOD NEWS als Familiengerichtsausgabe

  • Gewalt gegen die Mutter ist immer gleichermaßen Gewalt
    am Kind! Warum? Darum: Zur Übersicht der Studienlage, die
    die wissenschaftlichen Dienste des Bundestags zum Thema zusammengetragen haben. Eine ausführliche fachliche Einschätzung.

  • Gewaltschutz – warum er nur funktioniert, wenn
    Ihr den Frauen auch glaubt

  • Bullshit-Bingo für gewaltbetroffene Mütter: Diese Sätze haben alle Betroffenen schon einmal gehört

    Zu diesen und weiteren Themen rund um das Thema Gewalt und Familiengericht geht’s hier entlang


***Danke von Herzen für Eure Solidarität***

Das Magazin erscheint im
free.fem.minds Magazin Verlag.
Verlagsleitung Tina Steiger

Weitere Informationen
unter www.freefemmindsmagazin.org

Illustrationen und Aufmacherbilder
in dieser Ausgabe:
Canva/KI-Bilderstellung

Sujet Stimme gegen Gewalt

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