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Das Zukunftstrainingslager (Arbeitstitel!): nächste Schritte im Kollaps

Das klassische "Rosie the Riveter"-Meme mit dem Text: "Let's prepare together - for a future of collapse"

29/01/2026



Liebe Leute,

heute soll es auf meinem Blog um das Event gehen, auf das ich meine politische Energie dieses Jahr konzentrieren werde, eine neue Art von Event, von dem Ihr eventuell schon als “Kollaps-LARP” gehört habt, das ich in den vergangenen Wochen gelegentlich “Zukunftstrainingslager” genannt habe, und das für meine “operationelle*n Partner*in (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)” Scully/Cindy Peter und mich – hier der Link zu ihrem spannenden Blog Disrupt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) – den logischen nächsten Schritt in der Entwicklung einer solidarischen Kollapspolitik darstellt. Und weil das Kind bisher immer noch keinen Namen hat (“LARP”, Live Action Roleplaying, wäre zu unpräzise, weil wir keine Rollenspiele planen, und “Trainingslager” beinhaltet ein sehr irritierendes Wort) fange ich die Erzählung mal andersrum an, mit der Frage: was wollen wir erreichen, und was für ein Event müsste designed werden, um diesem Ziel am effizientesten näher zu kommen.

Wissend, dass es so viele Erzählungen und Geschichten über die neue “Kollapsbewegung” gibt, wie es Menschen gibt, die sich ihr zugehörig fühlen (nicht zu vergessen: die eher ablehnenden Geschichten derjenigen, die sich der neuen Bewegung nicht zugehörig, aber von ihr “unfairerweise angegriffen” fühlen), und deswegen auch ebenso viele strategische Ideen und Pläne, da diese sich oft auch aus der unterschiedlichen Antwort auf die Frage “fühle ich mich persönlich von dem, was kommen wird, betroffen oder bedroht?” ableiten, möchte ich hier die Geschichte erzählen, warum wir dieses Jahr nach dem riesigen Erfolg des Kollapscamp 2025 zwar in solidarischem Kontakt mit den Menschen stehen, die das Kollapscamp 2026 organisieren, aber zusammen mit einer Reihe anderer erfahrener Genoss*innen ein ganz anderes Event zusammenstellen werde. Eines, das uns schon im schon angelaufenen Orgaprozess ziemlich herausfordert, weil es darum geht, etwas zu tun, was uns manchmal genau so schwer fällt, wie allen anderen auch: unser eigenes business as usual zu hinterfragen, und mal etwas wirklich fundamental anderes zu machen.



Death of a trans man, oder: Pink Panthers, assemble!

Für mich begann die Reise in Richtung “Kollapsbewegung”, die gleichzeitig der Ausweg aus meiner Klima-/Zukunftsdepression (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und der erste Schritt in Richtung einer Zukunft war, die ich “wieder lieben (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)” konnte, an einem extrem traurigen Freitagmorgen im September 2022. Am Samstag zuvor war der trans Mann Malte beim CSD in Münster von einem jungen rechten Deutsch-Tschetschenischen Boxer niedergeschlagen worden, als Malte in seiner Funktion als Ordner sich zwischen den jungen Mann und eine Gruppe Lesben stellen wollte, um diese vor seinen Pöbeleien zu schützen. Malte geht zu Boden, fällt ins Koma, und stirbt 5 Tage später, am Donnerstag, im Krankenhaus. Zu dem Zeitpunkt ist die mediale Karavane schon weitergezogen, und als ich am Freitag morgen in den sozialen Medien auf queeren Accounts über Maltes Tod lese, merke ich gleichzeitig, dass der Rest der Gesellschaft, einschließlich linker und ökologischer Kontexte, diese Katastrophe wirklich kaum wahrnahm. Stellt Euch mal vor, wie Deutschland reagiert hätte, wenn irgendein Angreifer zum gewerkschaftlichen 1. Mai gegangen wäre, und dort einen Ordner von der IG Metall totgeschlagen hätte: am selben Abend hätte es betroffene Reden von allen Seiten gegeben, von DGB und EKD, von VDA und BDI, von SPD und CDU.

Ich schrieb wenige Wochen darauf dies (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): “Ein Schock geht durch die … queere Community Deutschlands. Wenn diejenigen, für die unsere bloße Existenz ein derartiger Affront zu sein scheint, dass sie uns beleidigen, anspucken, angreifen müssen, um ihre brüchige Männlichkeit zu verteidigen, uns in unseren safe spaces angreifen und töten können, dann ist kein Ort sicher. Dann ist keine*r von uns sicher. Nirgendwo. An diesem Tag schreibt mir eine trans Freundin: 'Ich resigniere. Sollen sie mir die Kugel geben. Ich habe schon 3 Mal dem Tod ins Gesicht geblickt. Was soll ich in so einer Gesellschaft? Wenn, dann sollen sie ehrlich mir die Kugel, diesmal aber richtig, geben. Ich weiss nicht mehr wohin mit meinen Gefühlen. Ich bin seelisch kaputt. Ich habe soviele trans Menschen in den tot gehen sehen, ich kann einfach nicht mehr.' Die meisten, die diese Zeilen lesen, werden vermutlich kurz bestürzt sein, dann aber wieder zum Tagesgeschäft übergehen. 'Ein queerhassender Irrer hat eine*n von diesen plötzlich überall auftauchenden trans Menschen totgeschlagen. Hässlich, natürlich. Strafbar? Sicherlich! Aber im Vergleich mit Ukraine, Energiekrise und Inflation kaum der Rede wert.' So dachte zumindest die Tagesschau, die am Freitag zwar 2-3 Minuten über eine Elektronikmesse berichten, aber nichts über Maltes Tod sagen konnte.” Aber es gab manche, die etwas dazu sagten, die sich miteinander trafen, um zu trauern, aber auch, um unsere Entschlossenheit zu demonstrieren. Am Freitag nach Maltes Tod organisierten ein paar Leute in Berlin eine Mahnwache, und auch wenn die 20 Menschen, die wir an einem Freitag Abend am Alexanderplatz waren, in der Menge besoffener Touris fast unterzugehen drohten, so war das doch für mich eine sehr starke Erfahrung – obwohl ich fast niemanden in der Runde kannte, so war mir doch gleich sehr klar: das hier sind meine Leute, das hier ist meine Community. Das sind die Menschen, who cared, dass ein Angreifer einen queeren Menschen an unserem höchsten Feiertag totschlug. Who cared enough, to do something. Das war für mich ein persönlicher Durchbruch.

Denn die Frage, die ich daraus ableitete, war folgende: müssen wir in die queere Selbstverteidigung gehen? Und die Antwort darauf war ziemlich offensichtlich: ja, müssen wir. Und wer ist hier “wir”? Naja, wir Queers halt. Es kann die Selbstverteidigung der Queers nur der Werk der Queers sein, um das Einheitsfrontlied falsch zu zitieren. Das war der Ursprung des Gedankens, den ich erst ein Jahr später in Schweden dann richtig zusammenfassen konnte: dass die Katastrophe selbst ein strategischer Raum ist, dass die Offensive des Gegners nicht das Ende des Kampfes darstellt, sondern den Punkt, an dem es notwendig ist, in die Defensive zu schalten (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Und dass dieses “in die Defensive schalten” nunmal auch organisiert und umgesetzt werden müsste. Von da aus gesehen drängte sich der erste Schritt auf dem Ausweg aus meiner Depression (die sich bei mir als totale Sinnfreiheit meines Lebens äußerte: wenn alle Kämpfe schon verloren sind, warum überhaupt irgendwas machen außer druff sein?) beinahe auf: wenn meine Community (Queers) in Zukunft immer mehr under attack sein wird, dann ist das beste, was ich jetzt tun kann, mir zu überlegen, wie ich dazu beitragen kann, die Selbstverteidigung meiner Community zu ermöglichen, zu verstärken, zu erweitern. Wenn wir under attack sind, und wir nicht sicher sein können, dass staatliche und andere gesellschaftliche Institutionen uns verteidigen werden, dann bleibt uns nur die (potenziell auch militante) Selbstverteidigung. Wenn die Blaubraunen uns wieder rosa Winkel anheften wollen, dann bleibt uns nur die rosa Revolte. If they come with pink triangles, we become the Pink Panthers (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

“Lasst uns über queere Selbstverteidigung reden. Ich würde unsere kommende, im Wortsinne schlagkräftige Organisation gern 'Pink Panthers' nennen. Diese Form der Selbstverteidigung gab es bereits (natürlich inspiriert von den Black Pathers) unter diesem Namen im New York der 1990er Jahre, als schwule Einsatztruppe gegen homophobe Übergriffe. Queerhassende sollen es sich in Zukunft zweimal überlegen, eine queere Person anzugreifen, und es dann nicht tun – weil sie wissen: Queers können sich verteidigen. Und wo die hinschlagen – da wachsen Regenbögen raus.” (Erlaubt mir die kurze Parenthese: ja, ich weiß, dass auch die Naziterrorist*innen vom “NSU” Paulchen Panther, den original pink panther in ihrer Propaganda genutzt haben – aber ich werde mir von ein paar staatsfinanzierten Naziarschlöchern weder unsere Worte, noch unsere Symbole, noch unsere Geschichte klauen lassen. Pink Panther is ours, Pink Panthers r us, kein pink für Nazis.)



Von queerer Selbstverteidigung über Preppa Tillsammans zur “Kollapsbewegung”

Für mich liegt der Ursprung der Idee der Kollapsbewegung also in der Selbstverteidigung meiner eigenen Community, in der Hoffnung, innerhalb kurzer Zeit – sagen wir mal, ein bis zwei Jahre – handlungsfähige Strukturen zu schaffen, die z.B. in der Lage wären, einen CSD irgendwo in Nazistan, wo die Freund*innen und Helfer*innen vor allem Freund*innen und Helfer*innen der Nazis sind, so zu schützen, dass eventuell den CSD angreifen wollende Nazis davon abhält, dies zu tun (und im Notfall, sollten sie es tun, adäquates punishment verteilen könnte).

Aber: während es bei manchen Queers durchaus ein Interesse an so einem Projekt gab, waren das nur sehr wenige, und an keinem Punkt hatte ich den Eindruck, dass da wirklich eine Dynamik entstehen könnte. Im Grunde war das Thema “Vorbereitung auf Kollaps und Katastrophe” in der Gesellschaft noch überhaupt nicht angekommen, es gab gar keinen allgemein sichtbaren Resonanzraum, in dem die Idee “lasst uns lernen, uns auf die mit Sicherheit immer mehr werdenden Naziangriffe selbst zu verteidigen, weil wir dem Staat da nicht vertrauen können” Sinn ergeben konnte, in dem sie nicht wie paranoides Aluhutgeschwafel klingen musste.

Der Realisierung des Ziels “Schaffung handlungsfähiger autonomer Strukturen, die in Katastrophensituationen bestimmte lebensnotwendige Inputs bereitstellen können, von Sicherheit über Kommunikation bis zu medizinischer Versorgung” stand also eine gewisse gesellschaftliche Trägheit im Weg, und mir war klar, dass “helft uns Queers, uns selbst zu verteidigen” nicht in der Lage sein würde, ausreichend viele Menschen adäquat zu motivieren. Diese Möglichkeit ergab sich für mich erst, als ich zu Pär Plüschke nach Schweden fuhr, und dort zum ersten Mal die Kohärenz, Klugheit und Wucht des “solidarisch/zusammen Preppen”-Frames erlebte: auf der Basis dieses Frames (der bei mir damals noch “solidarische Kollapspolitik” hieß, but who cares) konnte ich zum ersten Mal die Umrisse einer “Kollapsbewegung” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) sehen:

“Wir müssen lernen, sowas effektiv, solidarisch und offen zu organisieren, genau, wie die Genoss*innen von Preppa Tillsammans anfangen, das tun. Aber im Kern einer Agenda des "solidarischen Preppens"... steht die Einsicht, dass es beim "Preppen" nicht um Vorräte geht, sondern um Beziehungen. Preppen benennt zuerst einmal nichts mehr als “Vorbereitung aus Krisen und Katastrophen”, und ist nicht per se Nazikram – könnte es aber nachhaltig werden und bleiben, wenn wir nicht bald in die Puschen kommen. Und wie kommen wir in die Puschen? Klar, mit einem neuen Bewegungszyklus, einer Bewegung, die ernst nimmt, dass die globalen sozialökologischen Katastrophen (nicht nur Klima, sondern auch Biodiversität et al) einhergehen mit einem massiven Anstieg der faschistischen Bedrohung.”

Als ich Ende 2023 begann, meine Energie in die Möglichkeit der Entstehung einer auf der Strategie des SoliPreppens (breit verstanden (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) basierende “Kollapsbewegung” zu investieren, und ab Ende 2024 all meine Ressourcen in die Orga des Kollapscamp 2025 zu stecken, war die ursprüngliche Motivation nicht, ein weiteres Politcamp zu organisieren, und auch die “Bewegung” dachte ich für mich immer primär als Mittel zum Zweck. Der Zweck? In konkreten Katastrophensituationen handlungsfähige Strukturen zu schaffen, egal, ob in einer Hitzewelle, einem Hochwasser, oder einem katastrophalen Naziangriff. Aktivistische Hochwasserbereitschaft; Pink Panthers; Autonomes Hilfsnetzwerk bei einer innerstädtischen Hitzewelle. Sowas wollte ich organisieren, darum ging es mir.


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Ich finanziere meine politische Arbeit vor allem über diesen Blog, und wäre dankbar für Deine Unterstützung

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Vom Kollapscamp '25 zum... Arbeitstitel: Zukunftstrainingslager

Das erste Kollapscamp war ein riesiger Erfolg, und wir – das meint hier Scully und mich - freuen uns sehr, dass es auch dieses Jahr wieder ein großes, buntes, vielfältiges Kollapscamp '26 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) geben wird, wo Menschen einen Einstieg zur Kollapsbewegung finden können. Aus unserer bedroht-queeren Perspektive haben wir aber auch gemerkt, dass wir letztes Jahr nicht wirklich unserem Ziel nähergekommen sind, in Katastrophen praktisch handlungsfähige Strukturen zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, glauben wir, braucht es andere Formate, die mehr in die Tiefe gehen. Genau so etwas wollen wir dieses Jahr organisieren: ein Event, das den Spirit des Kollapscamp aufnimmt und vertieft, und damit auch in sich selbst einen Bruch mit dem mittlerweile bei vielen Klimabewegten, Postautonomen und vielen anderen “Aktivist*innen” eingegroovten Wochenendaktivismus darstellt. Ein Event, das uns dem oben genannten Ziel näherbringt, nicht nur apropos Schutz/Sicherheit für Queers, sondern auch in Bezug auf andere mögliche Katastrophen und Kollapse, wenn ihr mir den merkwürdigen Plural erlaubt.

Bevor ich in die Erklärung einsteige, warum wir planen, was wir planen, wäre es vielleicht hilfreich, nach drei Seiten “Opa erzählt wieder vom Krieg”-Geschichte endlich und erstmal zu sagen, was wir denn überhaupt planen:

Was? Einwöchiger Intensivkurs in solidarischer Kollaps- und Katastrophenvorbereitung.

Es wird fünf viertägige Intensivtrainings in folgenden Themensträngen geben, im Sinne von “X in der Katastrophe”: Versorgung/Logistik & Transport; Kommunikation; Selbstschutz/Sicherheit; 1. Hilfe und Alltagsmedizin. Nach einem Tag Pause wird das Gelernte dann am Wochenende in Szenarien, Plan- und Rollenspielen (es wird weder full immersion role playing sein, noch pures tabletop Strategiespiel, sondern eher eine Mischform: live durchgespielte Szenarien) ausprobiert und gemeinsam reflektiert.

Wann und wo? 21.-27.9, Alte Hölle, Brandenburg

Wer? Im Gegensatz zum “klassischen” Kollapscamp, dass dieses Jahr vom 5. - 9.8. in der Kuhlmühle stattfinden wird, wird dieses Event keine offene Anmeldung für begrenzte Tickets haben, und wir wollen diesmal nicht primär diejenigen anziehen, die sich mit dem Thema “Kollaps” und “solidarische Katastrophenvorbereitung” gerade frisch auseinandersetzen wollen. Wir planen ein Event für diejenigen, die die momentane Situation so ernst nehmen, wie wir; die wissen, dass wir uns jetzt auf Klimakatastrophen, auf faschistische Machtübernahmen, auf Systemzusammenbrüche vorbereiten müssen, nicht erst in ein paar Jahren; und die wissen, dass sich für eine katastrophale Zukunft vorbereiten bedeutet, jetzt Zeit und Ressourcen in diese Vorbereitung zu investieren.

Wie viele? Wir gehen von ca. 200 Teilnehmenden aus, im Schnitt 40/50 pro “Trainingsstrang”.

Anmeldung/Teilnahme: wir wissen noch nicht genau, wie wir das organisieren werden, aber sagen wir's mal so, solltet Ihr Interesse haben, meldet Euch bei uns (scully@systemausfall.org (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); tm@friedlichesabotage.net (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), dann kommen wir miteinander ins Gespräch. Wir wollen besonders mit Menschen reden, die nicht nur am Event selbst interessiert sind, sondern sich vorstellen können (oder am besten schon entschieden haben), mit dem Gelernten dann auch aktiv weiterzuarbeiten und zu -organisieren. Wir müssen auch davon ausgehen, dass es für so ein Projekt wie dieses nur begrenzt institutionelles Funding geben wird, weshalb wir uns auf Crowdfunding (geht bald los) und Teilnehmendenbeiträge verlassen müssen, und hoffen natürlich, dass wie letztes Jahr beim Kollapscamp '25 gelten wird: wenn jemand kommen will und nicht zahlen kann, finden wir einen solidarischen Weg.



Weg, Ziel, Fehlertoleranz

Unser geplantes Event-ohne-Namen ist der Versuch, nicht nur ein neues Thema aufzumachen, sondern eine neue Art des Aktivismus zu lernen. Eine, die weiß, dass im Kollaps mehr Risiken auf uns zukommen, dass es mehr Vorbereitung und Ausbildung braucht, als das zum Beispiel für eine klassische Ende Gelände-Aktion der Fall war. Wir wissen, dass eine Woche im September freizunehmen ein großes Commitment ist, und wir wissen, dass das vielen Menschen die Teilnahme an unserem Event unmöglich machen wird. Aber wir sind uns ziemlich sicher, dass es mittlerweile mehr als nur ein paar unter Euch gibt, die willens und in der Lage sind, dieses Commitment einzugehen. Dieses Event ist für Euch.

Wir wissen auch, dass das Event ein Experiment ist: weder Scully noch ich haben jemals mehrere mehrtägige Trainings in mehreren Feldern organisiert, in denen wir uns praktisch kaum auskennen, und obgleich die Arbeit in den jeweiligen Trainingssträngen, wo wir mit Menschen zusammenarbeiten, die sich in den meisten Fällen seit Jahren oder Jahrzehnten mit diesen Themen beschäftigen, die in manchen Fällen ganz andere Hintergründe haben, als die Menschen, mit denen wir sonst organisieren, jetzt schon sehr produktiv und strukturiert angefangen hat, wissen wir, dass wir wahrscheinlich vor allem lernen werden, was wir alles noch nicht können. Und das ist genau richtig so, denn wenn der Kollaps wirklich eine historische “Zeitenwende” darstellt, und sich sehr, sehr viel ändern wird, dann ist es auch vernünftig, davon auszugehen, dass sich “Aktivismus” ändern wird. Wie er dann aussehen wird, wissen wir nicht. Aber im September in der Alten Hölle wollen wir uns diesem Aktivismus der Zukunft ein bisschen mehr annähern.

Wenn's gut läuft, mega. Wenn's schlecht läuft, lernen wir daraus, denn die Ziele bleiben bestehen: in Katastrophen sofort praktisch handlungsfähig zu sein; die eigene und andere bedrohte Communities gegen zunehmende Bedrohungen und Angriffe zu verteidigen; solidarische Räume in der Katastrophe schaffen, und so den Rechten den Raum nehmen.

Und wer sich im Sommer die volle Kollapsbewegungsdröhnung geben will: nehmt doch beides mit! Anfang August das Kollapscamp '26 in der Kuhlmühle, Im September dann das Trainingslager/Kollaps-LARP, you name it (really, I mean it: please do name it, wir brauchen noch gute Brainwaves :)).

Hierbei belass ich es mal, ist ja jetzt auch lang genug. Wenn Ihr Fragen zum namenlosen Event habt, meldet Euch, sollte die Antwort schon existieren, kriegt Ihr sie. Und überlegt Euch, ob dieses Event möglicherweise für Euch ist. Wenn ja: get in touch.

Mit kollapsbewegten Grüßen,

Euer Tadzio

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