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Bewegung gegen die Angst

Drei Robocops vor einer Wand, auf der "we are winning" gesprüht wurde. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Berühmtes Graffiti von den Aktionen in Seattle. Wir sprachen im Nachgang dann von "the time when we were winning".

14/05/2026

Liebe Leute,

zuerst einmal: vielen, vielen Dank für Euer Feedback zum letzten Text, den ich hier vor zwei Wochen gepostet hatte: den zur “Zukunftsangst (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)”. Eure freundlich-kritischen Kommentare bestätigten mein Gefühl, dass der Text noch nicht so richtig den Ton, die Stimme traf, in der ich Euch von der Kollapsbewegung erzählen will, und dass mir, tbh, auch noch der rote Faden fehlte, den es braucht, damit eine so komplexe und weitreichende Geschichte, wie ich sie für das 2. Buch plane, bei Euch auch wirklich Resonanz erzeugen kann. Und danach brauchte ich erstmal ne Woche Zeit, um ein bisschen in mich zu gehen, um über die richtige Story nachzudenken, und ich glaube, ich hab sie jetzt gefunden. Ja, es geht um Angst vorm/im Kollaps, aber es geht auch darum, wie sie bearbeitet werden kann - denn das ist ja die Geschichte, die ich erzählen will, wie die Arbeit an einer Kollapsbewegung mir ermöglicht, meine nicht unerheblichen Zukunftsängste so zu bearbeiten, dass ich immer noch das Leben genießen, Freude, Liebe und Solidarität spüren kann.

Also: nicht nur Angst und andere negative Gefühle in den Blick nehmen, sondern ihr Gegenteil - die Handlungsfähigkeit. Wie kann Bewegung dabei helfen, gegen Angst und Politpanik handlungsfähig zu werden, wie fühlt sich das an, wie funktioniert es, und wie kann Bewegung in einer Zukunft des Kollaps aussehen? Das ist im Grunde die Frage, die ich im Buch beantworten will, daher hab ich mal die Einleitung umgeschrieben. Auch hier bitte ich Euch wieder um Feedback, obwohl ich ehrlich gesagt gestern abend nicht so richtig gut einschlafen konnte, weil ich mich fragte, was ich mache, wenn Ihr jetzt wieder sagt, das sei nicht so richtig der richtige Ton. Aber nungut, Kritik und Selbstkritik und so, wenn’s noch nicht passt, muss ich nochmal ran und weiter nach der richtigen Story und dem richtigen Ton suchen.

Aber nach meinem Frusterlebnis von vor zwei Wochen, als Ihr meine Sorgen über Ton und Inhalt des bisher geschriebenen bestätigt hattet, sprach ich mit einer guten alten Freundin, die mir folgenden Rat gab: “trust yourself”. So I will: ich glaube, dass ich im Text unten einen besseren Ton treffe, und ich… schätze mal, dass die Geschichte von Aktivismus als Antidot zur Angst und als Quelle von Handlungsfähigkeit bei Euch ein bisschen Resonanz hat. Dass sie bis in die Steinzeit zurückgeht, also in die 1990er, liegt daran, dass ich alt bin, da konnte ich nichts dagegen machen ;)

So here goes, ein weiterer kleiner Hilferuf meinerseits: liebe Leute, würde das, was da unten steht, Euch dazu verleiten, das Buch weiterzulesen?

Fragt mit leicht sorgenvollem Blick

Euer Tadzio

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Ich finanziere meine politische Arbeit vor allem über diesen Blog, und wäre dankbar für Deine Unterstützung

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Einleitung:

Every human being has a basic instinct to help each other out.

It might not seem that way sometimes, but it’s true. If a hiker gets lost in the mountains, people will coordinate a search. If a train crashes, people will line up to give blood. If an earthquake levels a city, people all over the world will send emergency supplies. This is so fundamentally human, that it’s found in every culture without exception.

Yes, there are assholes who just don’t care. But they’re massively outnumbered by the people who do.

Andy Weir, The Martian

Dies ist ein Buch über Angst und Handlungsfähigkeit, über Katastrophe und Solidarität, über Kollaps und Bewegung.

Wie auch das erste Buch dieser Reihe – Wie ich lernte, die Zukunft wieder zu lieben, aka Das Kleine Rosa Buch – ist es zuallererst eine Geschichte über einen emotionalen Prozess, in diesem Fall: wie ich lerne, mit meiner Angst in einer kollabierenden Welt umzugehen, wie ich versuche, in dieser Angst wieder den Weg zur Handlungsfähigkeit zu finden. Es ein Buch darüber, wer ich sein will in einer Zukunft, die von Faschismus, von ökologischem und gesellschaftlichem Kollaps bestimmt sein wird.

Ich wollte anstatt „lerne“ zuerst „lernte, mit meiner Angst umzugehen“ schreiben, im Sinne eines abgeschlossenen Prozesses aber das wäre ehrlich gesagt Quatsch. Ich gehe immer noch mit meinen Ängsten um, jeden Tag, und manchmal sind diese Ängste so stark und laut, dass ich mich an diesen Tagen dann mit dem mittlerweile nur noch sehr, sehr selten erfüllten Wunsch trage, mich mal wieder ein paar Tage völlig in der Berliner Partyszene abzuschießen, um all das nicht mehr spüren zu müssen.

Ich kann hier keinen Weg beschreiben, wie man im Kollaps der Zukunft ein für allemal und abschließend mit den Ängsten umgeht, die dieser Prozess auslöst, denn natürlich macht der Prozess der stetigen und manchmal katastrophal-bruchhaften Verschlechterung ökologischer und gesellschaftlicher Bedingungen Angst, wie sollte es denn anders sein? Was ich aber beschreiben werde, ist der Weg, den ich in den vergangenen Jahren gegangen bin, den ich seit spätestens seit 2025 zusammen mit einer entstehende „Kollapsbewegung“ gehe: ein Weg der durch die Angst und die Akzeptanz der kollabierenden Realität hin zu einer neuen Art von... nunja, vielleicht nicht „Hoffnung“, aber eben Handlungsfähigkeit, Gemeinschaft, und Bedeutung führt. Dieser Weg ist nie abgeschlossen, aber es soll in diesem Buch ja um Bewegung gehen, und Bewegung ist immer ein work in progress.



Aktivismus statt Ohnmacht

Gerade weil dieses Buch von Angst handelt, und meinen Versuchen, mit Angst umzugehen, ist es auch ein Buch über soziale Bewegung: über eine Bewegung, die bisher nur in schemenhaften Umrissen zu erkennen ist: die “Bewegung für einen gerechteren Kollaps”, auf English just collapse movement, oder im Deutschen kurz: die Kollapsbewegung.

Warum Angst und Bewegung zusammengehören? Weil mir nach knapp 30 Jahren „Aktivismus“, wie Bewegungspraxis of verkürzt beschrieben wird, klar geworden ist, dass “Bewegung” meine Art und Weise ist, mit Ängsten umzugehen. Meine Art und Weise, im Angesicht gigantischer Probleme von welthistorischen Ausmaßen trotzdem Selbstwirksamkeit, Handlungsfähigkeit, Ermächtigung zu erleben. Und wie jedes Missbrauchsopfer, jedes Opfer physischer Gewalt von Partnern, Polizisten oder Prügelnazis weiß: im Kern von Gewalttraumata liegen die Erfahrung von Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit.

Was uns Angst macht, ist gar nicht so sehr der Schmerz oder die Erwartung des Schmerzes, es ist die absolute Handlungsunfähigkeit im Moment der Gewalterfahrung. Wenn Trauma die Verabsolutierung von Angst ist, dann ist Handlungsfähigkeit das Antidot dazu. Und zumindest zu der Art von Handlungsfähigkeit, die ich in meiner politischen Praxis anstrebe – gemeinsame, solidarische Handlungsfähigkeit, die direkt, gleichsam körperlich erlebt werden kann, ob in der Antinazi- oder Tagebaublockade, ob beim Gipfelprotest oder kämpferisch-hedonistischen Pride Marsch – ist soziale Bewegung der Königsweg.

Natürlich kann ich auch versuchen, durch Arbeit in politischen Parteien selbstwirksam zu sein, oder in „der Zivilgesellschaft“ (so vage sie auch definiert sein mag), oder in Vereinen, oder in informellen Nachbarschaftsnetzwerken, aber es sind „Aktivismus“ und „Bewegung“ mit ihrer Unmittelbarkeit, mit ihrer Kollektivität, und nicht zuletzt mit ihren... mit unseren verzweifelten David-gegen-Goliath-Kämpfen, die diesen in der politischen Arbeit fast einzigartigen Kick produzieren: der Moment der Aktion, des Straßenkampfes, der überraschend gigantischen Demo kann zu einer Art kollektiver Transzendenz der eigenen Ohnmachtserfahrung führen, und ein einzigartiges, mit nichts anderem vergleichbares Gefühl, mag es auch illusorisch sein, von Handlungsfähigkeit-in-der-Weltgeschichte vermitteln.

The Battle of Seattle

Ok, Handlungsfähigkeit in der Weltgeschichte klingt jetzt ein bisschen hochgegriffen, aber ich meine es ganz genau so, mit all dem Pathos und der impliziten Hybris. Nicht nur glaube ich, dass alles Wahre, Schöne, Gute auf der Welt ursprünglich von sozialen Bewegungen kommt – ohne die Arbeiterbewegung gäbe es in Deutschland keinen Wohlfahrtsstaat, such as it still is, gäbe es kein allgemeines Wahlrecht, ohne die Frauenbewegung kein (leider zunehmend umkämpftes) Recht auf Abtreibung und körperliche Selbstbestimmung, ohne queere Bewegung hätten mein Ehemann und ich sehr viel weniger Rechte, auf dem Papier und in der Öffentlichkeit – ich habe selbst erlebt, wie soziale Bewegung es immer wieder geschafft hat, die Grenzen des Möglichen zu verschieben, nicht nur im kleinen, im konkreten, sondern auf der ganz großen Bühne.

Denkt Euch mal zurück in die 1990er, oder, wenn Ihr jünger als ich Gen Xer seid, stellt Euch die 1990er Jahre vor. Der neoliberale Kapitalismus hatte während der 80er seine drei großen Gegner*innen besiegt und/oder „kooptiert“, in sein hegemoniales Projekt eingebunden: die organisierten Arbeiter*innen im globalen Norden, die Staaten des globalen Südens, und zuletzt den großen bösen Wolf des irgendwie nichtsorichtigkapitalistischen Ostblocks. Der konservative US-amerikanische Intellektuelle Francis Fukuyama hatte „das Ende der Geschichte“ verkündet, womit er meinte, dass die Weltgeschichte im Grunde mit der Erreichung des Stadiums des globalisierten neoliberaldemokratischen Kapitalismus an ihr Ende gekommen wäre, das höchste Stadium menschlicher und historischer Rationalität erreicht hätte: von hier an nur noch das Selbe, auf immer und ewig; der damalige US Präsident Bush Senior sprach von der „neuen Weltordnung“, und meinte damit die neoliberale US-amerikanische Hegemonie, an deren Wesen von nun an die ganze Welt alternativlos genesen sollte; das berüchtigte Thatcher'sche Diktum dementsprechend es „keine Alternative“ zum immer weiter durchliberalisierten Kapitalismus gäbe, war im Grunde das Motto der „Weltgemeinschaft“ der 1990er.

Auf der politischen Alltagsebene bedeutete all dies für linke, ökölogische oder anderweitig nicht komplett dem Kapitalismus in einem weirden Stockholm-Syndrom verfallene Menschen, dass in den 90ern jede Diskussion über gesellschaftliche Fortschritte, oder das Verhindern gesellschaftlicher Rückschritte, mit dem Verweis darauf abgeblockt wurde, dass das doch alles nicht möglich sei, weil Globalisierung: mehr Geld für „Soziales“, oder Gesundheit, härtere Umweltauflagen oder die Absicherung von Lieferketten gegen manchesterkapitalistische Sauereien? „Würden wir ja gerne, aber Ihr wisst: die Globalisierung, da können wir nix machen – wenn wir die Steuern erhöhen/Umweltauflagen verschärfen/Kinderarbeit verbieten, dann gehen die Firmen woanders hin, dann sind hier alle arbeitslos und arm: wollt Ihr Linken das?“

Im popkulturellen Alltag drückte sich die allgemeine linksökologische Erfahrung der 1990er im globalen Norden in Kultalben („Alben“ sind beidseitig auf runde Vinylscheiben gedruckte Playlists) wie „Nevermind“ oder „Rage Against the Machine“ aus: „Fuck you I won't do what you tell me. FUCK YOU I WON'T DO WHAT YOU TELL ME!“ Die bestimmenden Gefühle waren Entfremdung von einer Welt, in der Widerstand tatsächlich, wie die Borg immer wieder angedroht hatten, zwecklos geworden war, und Angst vor einer Zukunft, in welcher der Kapitalismus sich die Welt immer vollständiger unterwerfen würde: damals war es nicht der globale ökologische Kollaps, der den Linksgrünen in der reichen Welt Angst machte, es war die Perspektive einer Welt ohne jegliche Differenz, eine Welt, in der nichts, was sich nicht in Geldwerten ausdrücken ließe, irgendeinen Wert haben könnte. Nicht „Das Ende Der Welt“, sondern „das Ende aller anderen Welten“.i (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Universelle Unterwerfung unter die Herrschaft des Kapitals, mit der Perspektive, irgendwann in einer dystopischen Matrix (1999) zu enden, in der wir Menschen zu bloßen Batterien der Kapitalakkumulation degradiert sind.

Aber während die Welt sich mit der Geschichte des Endes der Geschichte selbst hypnotisierte, wuchs an ihren Rändern, in den Zwischenräumen des Kapitalismus eine soziale Bewegung heran, die sich anschicken würde, die vermeintlich lückenlose Kontrolle des Kapitals über die Welt in Frage zu stellen; die den Neoliberalismus herausfordern und, as the slogan would later go, andere Welten möglich machen würde. Ausgehend von der indigenen zapatistischen Rebellion der EZLN im Süden Mexikos, im Lakandonendschungel von Chiapas, die am Tag des Inkrafttretens des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA eine postmoderne globale Revolte gegen die vereinheitlichende Macht des Kapitals ausrief, fortgesetzt in den globalen „Encuentros“, in der eine noch embryonale „globalisierungskritische Bewegung“ (vielen von uns gefiel damals die Bezeichnung „mouvement altermondialiste“ besser, Bewegung für eine andere Globalisierung: eine Globalisierung der Solidarität, nicht des Kapitals) anfing, sich kennenzulernen und gemeinsame Aktionen zu planen; von riesigen Streiks im öffentlichen Sektor Frankreichs und Südkoreas; über unseren ersten Überraschungserfolg, als 1998 eine noch lose und namenlose Koalition von NGOs und linken Basisgruppen das geplante Investitionsschutzabkommen MAI zu Fall brachte; bis zu den legendären Protesten gegen den Eröffnungsgipfel der Welthandelsorganisation am 30. November 1999 in Seattle.

An diesem Tag, an dem das zu diesem Zeitpunkt mächtigste Land der Menschheitsgeschichte eine Riesenparty feiern wollte, um die Unterwerfung immer neuer, immer mehr Welten unter die Logik des Kapitals zu feiern, brachte ein zotteliger Haufen ungewöhnlicher Verbündeter – Ökos und Gewerkschafter*innen, queere Anarchist*innen und katholische Nonnen – die Stadt zum Stillstand, verhinderte die Eröffnung des Gipfels, zwang den Gouverneur des Bundesstaates dazu, einen zivilen Notstand zu verhängen und die Nationalgarde gegen uns auf die Straßen zu schicken, und anstatt einen großen neoliberalen Gipfel zu feiern, versank die Stadt in den Abendstunden im Tränengas und dem Rauch brennender Mülltonnen und anderer Barrikaden. Als sich wenige Tage später der politische Nebel lichtete, war die Welt eine andere geworden: wo vorher Widerstand noch zwecklos erschien, waren plötzlich andere Welten möglich geworden, stand dem neoliberalen Projekt ein neuer Gegner gegenüber: ein gemeinsames „Nein“ zur einen Welt des Kapitals, und viele gemeinsame „Jas“ zu vielen verschiedenen möglichen Welten. One No. Many Yeses.

Nach dem Straßenkampf

Natürlich bezwang die globalisierungskritische Bewegung am Ende nicht den globalen Neoliberalismus, tatsächlich dauerte unsere heroische Hochphase nicht einmal zwei Jahre: von Seattle aus entwickelte sich zwar ein Zyklus globaler Auseinandersetzungen, in denen wir die Gipfel der Mächtigen aus den Innenstädten der globalen Zentren in die Berggipfel und Wüsteneien der Peripherie verjagten, aber schon im Sommer 2001 wurde scharf zurückgeschossen, wie in Göteborg (EU Gipfel Juni '01) und in Genua (G8 Gipfel August '01), der globale Repressionsapparat schloss die Reihen. Und als dann „9/11“, der 11. September 2001 die Welt völlig neu organisierte, verschwand unsere Bewegung von den Titelseiten der Zeitungen, von den Straßen der Großstädte, und bald auch von der Bühne der Weltgeschichte.

Was aber nicht verschwand, war das Gefühl, die Erinnerung, die sich in die Körper all derjenigen eingebrannt hatte, die es damals auf den Straßen von Seattle in einem gigantischen welthistorischen Kraftakt schafften, das Ende der Geschichte zu beenden, andere Welten möglich zu machen: nachdem ich es 1998 schon gar nicht fassen konnte, dass ein paar NGOs und ein paar wenige globale Aktivist*innen das MAI hatten verhindern können, ersetzte „Seattle“ (das Ereignis, nicht die Stadt) in mir die Angst vor dem ewigen, nicht verhinderbaren, unabänderlichen Sieg des Kapitals über alles Wahre, Schöne, Gute in der Welt mit einem Gefühl beinahe grenzenloser Handlungsfähigkeit. Eine Handlungsfähigkeit, die ich nie alleine hätte spüren können, die auch in einer Parteiversammlung unmöglich zu erfahren gewesen wäre: die Angst wurde ersetzt durch, verjagt von einer Erfahrung kollektiver Macht, die ohne das gemeinsame Zusammenkommen auf der Straße und den im Wortsinne epischen Konflikt zwischen Böse (Riot-Robocops in Uniformen und mit allerlei „nichtlethaler Bewaffnung“) und Gut (ganz viele verschiedene Menschen, jung, alt, queer, straight, Normie, Zecke...) nicht möglich gewesen wäre. Meine erste wirkliche Bewegungserfahrung war also eine, in der ich nach Jahren gefühlter Handlungsunfähigkeit plötzlich die Erfahrung kollektiver Handlungsfähigkeit gemacht hatte, und das auch noch im Rahmen eines Ereignisses, das in der ganzen Welt gehört und gesehen wurde, das in der ganzen Welt Resonanzen hatte.

Deswegen hängen für mich Angst und Handlungsfähigkeit und dann Bewegung miteinander zusammen: die ersten beiden Begriffe sind für mich Antipoden, die letzten beiden gehören zusammen. Handlungsfähigkeit fressen Angst auf, und Bewegung macht gemeinsame Handlungsfähigkeit. Eigentlich recht einfach.

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