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Weil rundenbasiert ist halt besser

Hi! Dennis von Indie Fresse hier.

Zwischen unseren Podcast-Folgen gibt’s kluge Gedanken zu schönen Spielen in eurem Postfach.

Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt:

Heute: Ein altes Spiel bekommt neues Leben und ihr solltet es spielen.

Ein schönes (!) Spiel: Pillars of Eternity

Das Jahr: 2015. Die Stimmung: Nostalgisch. Die Plattform: Kickstarter.

Nachdem Tim Schafer mit dem brutal erfolgreichen Crowdfunding-Projekt zu Broke Age gezeigt hat, dass sich sehr viele Menschen oldschoolige Spiele zurückwünschen, versuchen es auch die Rollenspielentwickler von Obsidian (Fallout: New Vegas) mit einem Projekt.

Ihre Idee: Eine Art Baldur’s-Gate-Revival. Ein isometrisches Rollenspiel mit großer Geschichte, viel Text, schweren Entscheidungen, vielen Figuren und einer komplexen, spannenden Welt. Pillars of Eternity — ein Spiel, das ich lieben sollte.

Und dann kam’s raus und ich war…so gar nicht begeistert.

Denn Pillars of Eternity hat sich an einen wichtigen Aspekt der alten Baldur’s Gate/Infinity-Engine-Spiele geklammert: Real Time with Pause, kurz RTwP. Sprich: Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab, aber ich kann jederzeit auf Pause drücken, um meinen Fantasy-Held*innen neue Befehle zu geben.

In den 90ern und frühen 00er-Jahren habe ich diese Spiele geliebt. Heute: So gar nicht. Die Kämpfe in Pillars of Eternity waren für mich chaotisch und verwirrend.

Aber jetzt, elf Jahre nach dem Start bekommt Pillars of Eternity ein Update, das alles verändert.

Pillars of Eternity hat einen Rundenmodus bekommen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Und mit diesem Newsletter möchte ich an alle Baldur’s-Gate-Fans, an alle Oldschool-Fallout-Freunde, an alle Pathfinder-Sickos appellieren, spielt jetzt dieses Spiel. Weil:

  • Die Story: Dieses Spiel stellt die richtig großen Fragen. Es geht um Tod und Wiedergeburt, um die Existenz der Seele, um den Ursprung von Religion. Um Schuld und Sühne. Pillars of Eternity ist ein ernstes Spiel, ein philosophisches Spiel und eins, über das ich noch lange gedacht habe, nachdem ich es durchgespielt hatte.

  • Die Kämpfe: Zum ersten Mal sind die Kämpfe in Pillars of Eternity…unterhaltsam. Statt einfach wild jeden Zauberspruch auszulösen und zu hoffen, dass schon irgendwas klappen wird, kann ich nun interessante, taktische Entscheidungen treffen. Ich achte viel stärker auf die Positionierung meiner Party, wähle die richtigen Zaubersprüche aus, verstehe, wann meine Held*innen und wann die Gegner dran sind.

  • Durance: Ihr müsst dieses Spiel spielen, um einen der besten Rollenspielcharaktere aller Zeiten kennenzulernen. Durance ist ein Priester, verantwortlich für Heilung und Buffs. Allerdings ist Durance ein furchtbarer Typ, ein Ekel von einem Mann. Und trotzdem einer der faszinierendsten Charaktere im Spiel. Seine Geschichte zeichnet ihn als eine Art Fantasy-Oppenheimer, der an den Konsequenzen seines Handelns zerbrochen ist. Egal, was sonst passiert ist, ich wollte von Anfang an wissen, was los ist mit diesem Charakter.

Wer unseren Podcast aufmerksam hört, weiß, dass ich vor einer Weile zähneknirschend einen Durchgang vollendet habe. Die Story und die Welt haben mich durch die nervtötenden Kämpfe getragen. Macht nicht meinen Fehler. Stellt um auf rundenbasiert und holt dieses Meisterwerk nach.

Schamlose Selbstpromo und anderes Zeug

  • Die für mich spannendste News der letzten Tage: Black Tabby Games, die Entwickler hinter Slay the Princess und Scarlet Hollow, nutzen ihren Erfolg, um zum Indie-Publisher zu werden (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Ein Beleg für meine These aus dem letzten Newsletter, das gerade eine neue Games-Industrie entsteht? Time will tell!

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