Passer au contenu principal

Alles dreht sich um Bücher

Liebe Kulturinteressierte,

seit Mittwoch ist Frankfurt wieder das Mekka aller Bücherfans, am Wochenende ist die Frankfurter Buchmesse für alle geöffnet. Bei mir passt es in diesem Jahr nicht, aber ich habe vor Ort die Buchhändlerinnen mal gefragt, welches Buch sie empfehlen würden.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich sehr gerne lese. Für mich sind Bücher so viel - Abtauchen in Geschichten, Abschalten vom Alltag, Lernen neuer Dinge. Daher verfolge ich auch immer sehr gerne, welche Bücher erscheinen und welche Bücher gerade sehr gerne gelesen werden. Durch die sozialen Medien kam viel Bewegung in den Buchmarkt. Nicht mehr nur studierte und belesene Kritiker äußern sich zu literarischen Werken, sondern jeder kann seine Meinung zu gelesenen Büchern kundtun. Drum herum hat sich eine ganz eigene Community gebildet, auch “Booktok” genannt.

Es zeigt sich, dass auch junge Menschen sehr gerne lesen. Oftmals haben sie einen anderen Geschmack. Ich bin ehrlich, ich kann mit vielen Büchern der jungen Generation nichts anfangen. Gehe ich durch die Buchläden, schreien mir englische Buchtitel in pastell oder kreischend überfüllten Covern entgegen. Es sind nicht meine Bücher, aber ich finde es gut, dass auch junge Menschen lesen und dann sollen sie lesen, was sie möchten. Ich würde mir nicht erlauben, deren Bücher einschätzen zu wollen. Leider passiert es dann oft, dass sich die berufenen Kritiker abfällig darüber äußern und dies gehört sich nicht.

Aber bevor ich jetzt tiefer hier eintauche, stelle ich euch kurz die zwei prämierten Bücher von der Buchmesse vor und lasse zwei Buchhändlerinnen zu Wort kommen.

Prämierte Bücher

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse gibt es immer zwei Veranstaltungen, bei denen Bücher prämiert werden. Dies ist zum einen der Deutsche Buchpreis und zum anderen das Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen.

Den Deutschen Buchpreis 2025 erhielt Dorothee Elmiger mit “Die Holländerinnen” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). In ihrem Roman geht es um den realen Fall zweier in Panama verschollener niederländischer Touristinnen. "Dorothee Elmigers Roman beobachtet sehr genau, wie die Figuren auf die Fremde und den Regenwald, der sie nahezu einschluckt, reagieren. Was für wilde, wüste und verstörende Geschichten sie sich erzählen. Damit stößt sich der Roman von den üblichen True-Crime-Formaten ab. Was uns begeistert hat: Er nimmt sehr viele Erzählmuster auf und macht etwas vollkommen Neues daraus. Das ist ein Kunststück", so die Jury in ihrer Begründung.

Der Roman erzähle von Menschen, die in ihr "dunkelstes Gegenteil" verfallen. "Indirekt ist dabei nicht nur Elmigers Sprache, sondern auch ihr Verweis auf unsere Gegenwart, die Schritt für Schritt in Selbstüberhebung versinkt. Elmigers Stil ist gleichzeitig distanziert und doch fesselnd." Damit sei "Die Holländerinnen" ein "faszinierender Trip ins Herz der Finsternis".

Jedes Jahr küren die unabhängigen Buchhandlungen ihr Lieblingsbuch. Mit meiner Buchhändlerin führe ich auch immer interessante Gespräche dazu. Ich habe Jahre, da kenne ich die vorgeschlagenen Bücher, in diesem Jahr habe ich von der Shortist noch keines gelesen. Das Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen 2025 ist “LÁZÁR” von Nelio Biedermann (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Der 22-jährige Schweizer Schriftsteller Nelio Biedermann erzählt die Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie in den Fängen des katastrophalen 20. Jahrhunderts - die Geschichte seiner eigenen Familie. »Wir gratulieren Nelio Biedermann zu dieser besonderen Auszeichnung: Das ›Lieblingsbuch der Unabhängigen‹ ist der einzige Preis, dessen Vergabe ausschließlich auf den Stimmen der Buchhändlerinnen und Buchhändler basiert. Es ist ein Preis der Vielen und ein Preis der Herzen. Mit ihm stellt der Handel bereits zum elften Mal unter Beweis, was er ebenso gerne liest wie seinen Kundinnen und Kunden empfiehlt«, so Dorothee Junck, Buchhändlerin und Mitglied des Organisationsteams der WUB.

Lesetipp 1 - Residenzbuchhandlung Weilburg

Astrid Habib von der Residenzbuchhandlung in Weilburg hat den ersten Lesetipp für Euch: Pierre Jarawan: „Frau im Mond“.

Ein sprachgewaltiges Familienepos, mit orientalischer Fabulierkunst und großem Atem erzählt, vielschichtig, warmherzig und humorvoll: „Frau im Mond“ hat die Herzen in unserer Buchhandlung erobert und gehört für uns definitiv zu den literarischen Perlen des Jahres. Über drei Generationen hinweg erzählt der deutsch-libanesische Autor die Geschichte von Maroun und Anoush, die nach Kanada emigrieren, und von ihren Enkelinnen Lilit und Lina, die das Geheimnis ihrer armenischen Großmutter lüften wollen. Wir lesen von Weltraumraketen und Teppichen mit eingewebten Geheimnissen, von großartigen Filmen und einer Reise zu den eigenen Wurzeln. Und wir tauchen tief ein in die außergewöhnliche Geschichte einer Familie zwischen den Kulturen.

Als Lilit im Sommer 2020 nach Beirut reist, um mehr über ihre Großeltern und deren Geschichte zu erfahren, erlebt sie ein Land im Aufruhr. Sie verfolgt die Spuren, die sie tief in die Vergangenheit ihrer Familie führen, und sie erfährt, was ihre Großmutter zu dieser verschlossenen Frau gemacht hat, die nichts über sich preisgab. Sie stößt jedoch auch auf die Geschichte ihres lebenslustigen Großvaters, dessen Liebe zu Musik und Film und dessen Leidenschaft für die Raketenwissenschaft ihn zu einem Mann machten, der dem Libanon ein anderes Gesicht hätte geben können.

Wie ein farbenfrohes Mosaik entspannt sich vor dem Leser eine facettenreiches wie faszinierendes Epos, das uns nicht nur den Nahen Osten, sondern auch die ganze Welt mit neuen Augen sehen läßt. Selten hat mich ein Roman so staunen lassen über die Schönheit der Sprache, das überbordende Wissen, die Verwobenheit der Perspektiven. Nicht umsonst wurde der Autor bereits mit mehreren Preisen geehrt. Sollten Sie also auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Lesevergnügen sein, daß Anspruch mit Humor, Spannung mit Tiefgang und Sprachgewalt mit Leichtigkeit paart, dann sei Ihnen „Frau im Mond“ wärmstens ans Herz gelegt. Für uns Residenz-Buchhändler ein unvergessliches Leseerlebnis.

Lesetipp 2 - Buch und Tee Elz

Kinderbücher gehen immer etwas unter, daher freue ich mich, dass Jasmin Geismar aus diesem Segment ein Buch vorstellt: Katja Frixe, Leonie Daub (Illustrationen) “Der Büchergarten – Ein blühendes Geheimnis”

Komm mit an einen wunderbar magischen Ort …

Charlie und ihr bester Freund Jamil entdecken eines Tages ein versteckt liegendes, vermeintlich verlassenes, Grundstück. Nach einigen Schwierigkeiten erlangen sie Zugang zu dem Gelände und finden sich im Büchergarten der alten Dame Emilie Lichtblau wieder, der sie zugleich in ihren Bann schlägt. Emilie hat eine ganz besondere Fähigkeit, sie ist nämlich eine Buchmagierin. Sie erkennt anhand der Lieblingsbücher der Menschen, welche Gefühle und Gedanken in ihnen vorgehen, welche Sehnsüchte und Träume sie haben. Unterstützt wird sie dabei von dem vorwitzigen Rotkehlchen Federzart und der Schreibmaschine Optima.

Dieses zauberhafte Trio bringt durch kleine Geschenke, liebevolle Briefe oder besondere Begegnungen wieder Freude und Glück in das Leben der Menschen zurück. Auch Charlie scheint die wundervolle Gabe der Buchmagie zu haben und sie und ihr Freund Jamil unterstützen nun Emilie Lichtblau, wo sie nur können. Das ist auch nötig, denn der Büchergarten und seine Bewohner sind in Gefahr. Können Charlie und Jamil den Garten retten?

Der Büchergarten ist für Kinder ab 8 Jahren empfohlen, aber ich habe es auch als Erwachsene mit großer Freude gelesen. Katja Frixe erzählt eine zauberhafte Geschichte mit viel Humor und einer ordentlichen Portion Spannung. Die Illustrationen von Leonie Daub sind wunderschön und passen ganz hervorragend zur Geschichte.

Die Fähigkeit der Buchmagie ist ein ganz wunderbarer Gedanke und der Büchergarten hat mich im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert. Am liebsten würde ich sofort an diesen magischen Ort reisen und mich mit Charlie, Jamil, Emilie, dem Rotkehlchen Federzart und der Schreibmaschine Optima treffen und weitere Abenteuer mit ihnen erleben.

Zum Schluss

Eventuell habt ihr Lust bekommen, mal wieder zu einem Buch zu greifen. Es gibt so unfassbar viele tolle Bücher. Zum Ende eines Monats gebe ich auf Instagram (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) auch immer einen Einblick in meine gelesenen Bücher und freue mich da auch immer auf den Austausch mit Euch.

Die Auswertung der ARD/ ZDF-Studie zum Medienverhalten habe ich nicht vergessen, ich brauche aber noch ein wenig, um diese aufzuarbeiten. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und wer auf der Buchmesse unterwegs ist: “Ganz viel Spaß!”

Bis zum nächsten Mal
Eure Heike

Über mich:

Ich bin jahrelang als freie Journalistin im Landkreis Limburg-Weilburg unterwegs gewesen und habe ein besonderes Interesse am Ehrenamt und der Kultur. In Teilzeit bin ich beim DRK-Kreisverband Limburg für die Öffentlichkeitsarbeit angestellt. Neben dem Kulturnewsletter schreibe ich noch einen touristischen Blog zu den Sehenswürdigkeiten im Landkreis (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Folgt mir gerne auf Instagram (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder LinkedIn (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Ihr möchte mit Eurem Verein sichtbarer werden? Dann schreibt mich an und ich unterstütze Euch gerne dabei.

Dieser Newsletter ist kostenlos. Dennoch würde ich mich freuen, wenn ihr meine Arbeit mit einer Mitgliedschaft unterstützt.

0 commentaire

Vous voulez être le·la premier·ère à écrire un commentaire ?
Devenez membre de Kulturzeit Limburg-Weilburg et lancez la conversation.
Adhérer