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Wie wir es unserem Körper leichter machen können

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Mitte Januar schrieb ich in mein Tagebuch: „Ich bin wieder auf dem aufsteigenden Ast! Mir geht es rundum gut, ich fühle mich, als möchte ich morgen einen Baum ausreißen.“

Der aufsteigende Ast brach. Der Baum wartet immer noch darauf, ausgerissen zu werden. 

Seit zwei Monaten hänge ich zumeist angeknackst auf der Couch herum. Das Leben bastele ich um die Bedürfnisse und Beschränkungen meines Körpers herum. 

Seit zwei Monaten drängelt sich mein Körper in den Vordergrund, hüpft und streckt den Arm in die Höhe wie ein kleines Kind, das endlich zur Kenntnis genommen werden möchte. 

Er macht ja wirklich fürchterliche Fisimatenten. Und nun hat er sich auch noch einen Noro-Virus an Land gezogen, dieser Körper, der doch sonst wie ein Schweizer Uhrwerk läuft. 

Aber die Uhr will nicht mehr wie früher.  Zuweilen bleibt sie stehen. Das macht mich orientierungslos. Und ich fühle mich ein wenig, als würde ich benommen neben mir stehen. 

Ich gönne meinem Körper Zeit. Er bekommt Vitamine und Sonnenlicht, Bewegung und Bettruhe, gutes Zureden und Wärme. Und doch entzieht er sich der Kontrolle. 

Vielleicht ist das dieses Älterwerden, von dem immer alle sprechen. 

Dieser Körper stampft jetzt mit irritierender Vehemenz auf den Boden. Zu lange habe ich ihn wie ein lästiges Anhängsel zur Seite geschoben.

Die ganze Nacht in verrauchten Clubs auf High Heels durchtanzen? Klar! Mich von einem halben Teller Spaghetti pro Tag ernähren? Wenn es zu Gewichtsverlust führt? Immer doch! Den Workload und die Ansprechbarkeit erhöhen, bis die Schultern kreischen und der Schlaf ausbleibt?  Alles für den Herrn. Die eigenen Grenzen missachten, weil man die eigene Bedürftigkeit mit Egoismus verwechselt? Yep. 

2 Kommentare

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